Wohin mit dem Frust bei der Arbeit?

Überall ist der Wurm drin. Prozesse laufen nicht so, wie sie sollen, Kollegen verhalten sich ablehnend und unkooperativ, altbekannte strukturelle Probleme bleiben unverändert, obwohl doch alle wissen, wie es besser ginge. Was tun, wenn der Frust bei der Arbeit zu überwiegen scheint, und man sich morgens schon wünscht, es wäre Abend?

Der spontane Impuls heißt: Raus und kündigen, lieber heute als morgen. Doch obwohl viele Angestellte längst die innere Kündigung unterschrieben haben, und täglich mit der Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit kämpfen, glauben sie, bleiben zu müssen. Alles, was anderswo käme, wäre vermutlich nur schlimmer…also heißt es, weiter machen.
Wenn also bleiben besser ist als gehen, könnte man daraus folgenden Schluss ziehen: Im Prinzip hat man es doch noch ganz gut, nur die Art, wie man die Dinge wahrnimmt, zieht einen immer wieder runter.

Fall dem so ist, könnten Sie versuchen, an Ihrer Haltung zu dem unerträglichen aber eigentlich doch ganz guten Job zu arbeiten. Stellen Sie sich dazu Fragen wie diese:

• Gibt es Möglichkeiten, an Ihrer Bilanzierung zu arbeiten?
• Gibt es auch positive Seiten an der „Negativ-Bilanz“? Stärkt sie etwa die Solidarität mit Kollegen? Was ist das Gute am Schlechten?
• Können Sie statt der bisher negativen eine positive Buchhaltung über Ihren Tagesablauf einführen? Erfreuliche Dinge, und mögen sie noch so nebensächlich sein, festhalten? Können Sie „Eigenlob“ in Ihrer Tagesbilanz etablieren, wenn es daran mangelt?
• Welche „Ja, aber-Regionen“ haben bisher verhindert, dass Sie eine Veränderung am Job initiiert haben? Haben Sie wirklich alle Veränderungsmöglichkeiten zu Ihren Gunsten durchdacht?
• Können Sie für sich Bonbons in der Routine einführen, kleine Entspannungsinseln etwa, die Ihnen den Tag aufhellen?

Denken Sie auch daran, den Stau an Stresshormonen, der bei einer Ihnen widerstrebenden Arbeit entsteht, durch Sport abfließen zu lassen. Es gibt viele Wege zu mehr Zufriedenheit, wenn man mal darüber nachdenkt…
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/volker-kitz-arbeit-muss-keinen-spass-machen-a-1036254.html