Weihnachtszeit: Privates und Beruf im Einklang?

Manche meinen, ein Coach habe sich ums Berufliche zu kümmern und sonst um nichts. Das mag bei vielen Coaches so sein, bei mir nicht. Ich will den ganzen Menschen sehen, auch seine private Seite und wie die reagiert, wenn der Klient eine berufliche Veränderung einleitet. Zieht die Familie, zieht die Beziehung mit? Oder gibt es da Widerstand, der zum Aufgabenpaket für den Klienten hinzu kommt? Privates und Beruf im Einklang, das ist besonders zur Weihnachtszeit, wenn man endlich mal wieder zum Durchatmen und Nachdenken kommt, ein Anliegen, wie ich von einer Klientin erfahre.

Beziehungsklärung zu Weihnachten?

Gerade jetzt nämlich drängt sich bei ihr ein nicht berufliches Thema in den Vordergrund: Ihre Beziehung. Sie will, sagt sie, die Weihnachtszeit nutzen, um in dieser Hinsicht „einiges zu klären“. Weihnachtszeit, Konfliktzeit? So jedenfalls sehen es Psychologen und Telefonseelsorger, die gerade in diesen Dezembertagen überdurchschnittlich viel zu tun haben. Eben noch beruflich „im Stress“, fällt man plötzlich ins Weihnachtsloch und will ein friedliches, harmonisches Fest…kann das gut gehen?

Erwartungen ansprechen

Womit wir bei den Erwartungen wären. Gerade in Beziehungen haben die mitunter einen Bumerang-Effekt, wenn sie „für selbstverständlich gehalten“ und nicht angesprochen werden. Paarberater Michael Mary weiß ein Liedchen davon zu singen. Er spricht von einem Tauschgeschäft, das in Beziehungen gilt, ohne dass die Partner es jemals thematisieren. So „opfern“ viele Frauen beispielsweise ihre vielversprechende Karriere, und fordern dafür die lebenslange, auch finanzielle Loyalität ihres Partners ein. Unausgesprochen, wohlgemerkt. Wer will schon im weißen Kleidchen über sowas reden. Bis die Bombe platzt, und eine/r den Kürzeren zieht. Besser wär’s, man macht sich von Anfang an klar, welche gegenseitigen Erwartungen man – langfristig! – hat. Vielleicht auch zu Weihnachten.

Michael Mary über Beziehungen als Tauschgeschäft.