Umgang mit der Krise: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Wirtschaftskrise, Bankenkrise, Euro-Krise, Kreditkrise, Vertrauenskrise…Unser Leben scheint, will man den Medien glauben, zur Dauerkrise geworden zu sein, von persönlichen Krisen (Midlife? Sinn? Partnerschaft?) mal  ganz zu schweigen.

Was macht das mit uns? Ein Coaching-Klient sagte neulich, „Ich kann es schon nicht mehr hören, dieses Krisengeschwafel. Früher gab es das nicht. Ich dreh dann einfach weg, und hör Musik.“

Auch eine Lösung. Sie steuern so aus der Perma-Krisenberieselung, allerdings ist das Ergebnis kein Zurück in den Ursprungszustand, sondern ein bewusstes Ausblenden.  Der Angstmacher ist zwar noch da, aber irgendwo im Nebulösen, wo er auf den Alltag nicht mehr so deutlich zugreifen kann. Dadurch kann der Alltag leichter und unbeschwerter werden. 

Eine Freundin macht es ganz anders. Seit sie durch eine handfeste Lebenskrise gegangen ist,  ist sie Krisenfan geworden. Sie sagt, „Krise als Chance, das kann zwar keiner mehr hören – aber es ist so!“ Obwohl sie selbst an diesen System-Krisen nichts ändern kann, hat sie keine Angst davor. Menschen haben immer in Krisenzeiten gelebt, meint sie, einen paradiesischen Urzustand gab es nie. Und irgendwie haben viele Menschen auch viele Krisen gemeistert. Sie geht mit dem „Krisengefühl“ um wie mit einer Schwäche: Sie kennt sie, achtet auf die Schwäche und gibt ihr manchmal auch Raum. Die Schwäche gehört zu ihr. Genauso, wie das Krisengefühl zu unsrer Zeit gehört. Es hilft uns, achtsam und beweglich zu bleiben, meint meine Freundin. Was meinen Sie?

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