Überstunden ohne Ende – wie kommt man da raus?

Mein Klient hat einen verantwortungsvollen Job im mittleren Management. Er verdient gut, aber etwas stört ihn immer mehr: Die nicht enden wollenden Überstunden, die Rundum- Verfügbarkeit. Nach mittlerweile 6 Jahren Firmenzugehörigkeit ist da eine schöne Summe an Zeit, die man dem Arbeitgeber schenkt, zusammen gekommen, sagt er. Gut, das habe man bei Unterzeichnung des Arbeitsvertrags ahnen können – aber auf der anderen Seite, wie sich das jetzt anfühlt,  das konnte man doch nicht wissen:

Das innere Zerrissen-Sein, man verausgabe sich doch für die Familie, da läuft ja auch ein Kredit, und gerade die Familie sehe man immer seltener. Das Erschöpft-Sein, man schläft abends vor der Glotze ein, macht dünn drüber bei Menschen, die doch eigentlich mehr Zuwendung verdienen. Andererseits die Atmo bei der Arbeit: Alle beklagen sich, dass es zu viel Arbeit ist, dass eigentlich mehr Personal da sein müsste, alle sind „angefrustet“, machen teilweise Dienst nach Vorschrift. Aber es ändert sich nichts.

Wer wie mein Klient schon seit 6 Jahren der Firma auch seine Lebenszeit schenkt, kommt schwerer raus aus der Überstunden-Falle als andere, die von vornherein Grenzen gesetzt haben. Ein anderer Klient sagte es mal so: Arbeiten, das ist wie Langstrecke laufen. Du musst Dir Deine Kräfte einteilen. Wenn Du schon am Anfang losrennst wie ein Irrer, bist Du in der Mitte ausgepowert und schaffst es nicht ins Ziel. Um diese Grenzen setzen zu können, braucht es zwei Fähigkeiten: Achtsamkeit gegenüber der eigenen Leistungsfähigkeit und ihren Grenzen und eine gute Kommunikationsfähigkeit, um dies zu vermitteln. Beides fällt nicht vom Himmel. Aber lernen kann man es.

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