Tschüß, Perfektionismus: Keine Angst vor Fehlern!

Angeblich wird man „aus Fehlern klug“. Trotzdem – Fehler machen, wer will das schon? Kein Wunder, bei der Kultur der „Selbstoptimierung“, die uns allerorten umgibt – selbst Onkel Aldi ruft zur Zeit mit einem Sonnenbank-Muskelprotz dazu auf „Mach dich krasser!“ (Noch krasser???)


Apropos Kultur. Eine Fehlerkultur fehlt uns hierzulande. Fehler machen ist uns Deutschen peinlich, schon zu Schulzeiten – „ätsch“ – wurde man dafür ausgelacht und aus der Gruppe ausgeschlossen. Dabei wollen wir doch dazu gehören, wie die anderen sein. Und die zeigen sich ja auch dauernd „von der besten Seite“, jedenfalls probieren sie es.

Dass alle Fehler machen, ist ein alter Hut. Dass Perfektionismus langweilig ist, auch. Dennoch gibt es sie, die Perfektionisten, die glauben, gerade im Berufsleben stets 100 Prozent geben zu müssen, sich dabei vollkommen verausgaben und nur noch ein Schatten ihrer selbst sind. Irgendwie verliert man sich nämlich, als Perfektionist.

Dabei ist es doch offensichtlich: Perfektion schließt Veränderung aus, bedeutet Stagnation. Nicht von ungefähr kommt daher der Hinweis, dass erst aus Fehlern große kulturelle Errungenschaften wie Penicillin und Teflon entstanden sind.

Ein orientalischer Teppich wird erst durch Webfehler zum Einzelstück und wertvoll. Sich mitsamt den Schwächen zu zeigen, zu ihnen zu stehen, ist eine Herausforderung im Leben – und eine, die man mit Coaching unterstützen kann. „Hochdefiniertes Muskelfleisch“ und sonst nichts –  braucht das einer?