Mitarbeitergespräch: Geschmeidiger sein und mehr lächeln?

 

Grundsätzlich, und wenn beide Seiten sich an die Regeln halten, ist so ein Mitarbeitergespräch ja eine gute Sache: Der Mitarbeiter weiß, woran er ist und wohin er sich entwickeln kann. Der Vorgesetzte wiederum wird seiner Führungsaufgabe gerecht, Ziele zu setzen, zu motivieren, Potentiale zu fördern und in akzeptabler Form Kritik zu üben.

Was aber, wenn dabei so ein Satz fällt: „Sie müssen geschmeidiger sein und mehr lächeln“.

Geht es hier etwa die Produktgestaltung von Streichkäse? Oder sind wir im Land des Lächelns?  Würde ein Mann diesen „Rat“ zu hören kriegen? Oder sind wir in einem Aerobic-Studio, wo etwas kraus Gelenkigkeit gemeint sein könnte?  Nein, wir sind in einem Finanzinstitut, beim Mitarbeitergespräch zwischen Vorgesetztem (männlich) und Mitarbeiterin (mittlere Führungsebene, weiblich).

Zugegeben, es hat schon wieder was Komisches. Ich empfehle nämlich oft meinen Klientinnen, weniger zu lächeln, weil sie sonst speziell in Männerrunden nicht ernst genommen werden.  Dieser Klientin gratuliere ich hiermit: Sie ist offenbar ein guter Sparringpartner für ihr sonst männlich besetztes Umfeld – und sie sollte daran auf keinen Fall etwas ändern!

Siehe dazu auch:

http://www.telegraph.co.uk/science/science-news/10101889/Key-to-promotion-for-women-dont-smile.html