Von einer Befristung in die andere

 

Träume sind Schäume. In Deutschland gehört der Traum vom „sicheren Arbeitsplatz“ zu solch geplatztem Schaumwerk. Leistung und Loyalität des Arbeitnehmers werden zwar gern gesehen, jedoch keineswegs mit Arbeitsplatzsicherheit beantwortet. Jeder zweite Arbeitsvertrag ist inzwischen befristet, selbst über 10-jährige „Kettenbefristungen“ haben mittlerweile die Absegnung des EuGH, solange ein „Sachgrund“ vorliegt.

Was Unternehmer als Autonomie-Gewinn begrüßen, hat für den einzelnen Angestellten schwerwiegende Konsequenzen: Gerade für unter 35-jährige ist eine Lebens-und Familienplanung kaum möglich. Erst hangelte man sich von Praktikum zu Praktikum, um dann nach dem Examen weiter im „Stand-By-Modus“ verfügbar zu sein.

Aber auch für ältere Angestellte mit Festvertrag hat die Befristungs-Mode Konsequenzen: Sie überlegen es sich vor diesem Hintergrund zweimal, ob sie sich noch mal einen Jobwechsel wagen.

 Während die eine Altersgruppe also unter stetem Druck steht, sich zu beweisen,  toleriert die andere mitunter Arbeitsbedingungen, die längst unzumutbar geworden sind. So bedauerlich das ist, es bringt allerhand Handlungsbedarf für Coachings.

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Neue Studie bestätigt: Arbeit kann krank machen

 

Neulich im Supermarkt. Ein Kleinkind greift ins Süsswaren-Regal,  darauf die Mutter: „Das ist bäh, Schatzi!“  Genauso, dachte ich,  geht es uns Erwachsenen mit der öffentlichen Auseinandersetzung. Bestimmte Inhalte sind offenbar „bäh, Schatzi“, zum Beispiel  Integration, Sarrazin, Altern, Krankheit – all so Sachen, die nach Auffassung mancher stören. Depression ist auch so ein Thema – Grund genug für professionelle Warner, genau davon zu sprechen.

 Ungern wird zum Beispiel die Behauptung gesehen, dass bestimmte Arbeitsbedingungen krank  machen. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat diesen Verdacht erneut bestätigt. Eins der Ergebnisse: Männer reagieren auf unzumutbare Arbeitsbedingungen eher mit Bluthochdruck,  Frauen eher mit Depressionen. 

 Wie viele Studien zuvor prognostiziert und bestätigt auch diese einen deutlichen Anstieg dieser arbeitsbedingten Krankheiten. Und wie immer erleben die Beteiligten die Entkoppelung von Ursache und Wirkung –  der Menschenverschleiss in der Arbeitswelt geht ungemindert weiter, die Sozialsysteme zahlen. Wirklich bäh-Schatzi, das Ganze, oder?