Berufliche Neuorientierung oder leichte Umorientierung?

Wir Deutschen sind eine Vollkaskogesellschaft, heißt es. Sicherheitsbewusst, bodenständig, nicht unbedingt für Experimente zu haben. Drum meinen wir, ein Schuster müsse bei seinen Leisten bleiben.

Trotzdem schleichen sich bei vielen um die Lebensmitte Zweifel ein, die die Berufswahl betreffen. Was auch nicht weiter überrascht: Warum sollten die Werte, die Anfang zwanzig für jemanden beruflich gut waren, auch um die vierzig noch Bestand haben? Der Mensch ändert sich, das soll und darf er auch.

Die Frage, die sich dann stellt, lautet: Etwas ganz Neues oder nur eine leichte Kursanpassung?

Für eine leichte Kursanpassung würde sprechen, wenn die folgenden Annahmen zuträfen:

–        Der Job an sich macht Freude, nur das momentane Umfeld nicht.

–        Sie sind erfolgreich, das Unternehmen schätzt Sie, aber Sie haben dort alles erreicht, was zu erreichen ist.

–        Alles ist gut, aber die Routine macht über 50% aus und Sie beginnen, sich zu langweilen.

Wenn Sie sich aber sagen, dass Sie auf dem völlig falschen Dampfer sitzen und diesen Verdacht nicht erst seit gestern hegen, dann ist es Zeit. Denn je länger Sie mit einer Neuorientierung zögern, desto größer wird der Frust und das ungute Gefühl morgens beim Aufstehen. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Und die falsche Arbeit ist ein falsches Leben.