Raus aus der Krise: Resilienz lernen!

Die Einschläge kommen näher, sagt mein Gegenüber. Er meint damit nicht nur die Kündigungen im Kollegenkreis. Nein, auch in seinem Privatleben detoniert so einiges. Da gibt es Krankheits-, und Todesfälle, mit denen keiner gerechnet hatte. Irgendwie muss mein Klient nun damit umgehen.
κρίσις krísis, das heißt ursprünglich im Altgriechischen soviel wie „Beurteilung“ und „Entscheidung.“
Die Krise konfrontiert uns mit der Notwendigkeit, zu entscheiden. Würde es sich dabei um eine Alltagsentscheidung handeln, wäre es keine Krise. Wir wären im gewohnten Fahrwasser und sicher. Schließlich treffen wir bis zu 20.000 solcher kleinen und großen Entscheidungen pro Tag. Die Krise aber beinhaltet etwas fundamental Neues, etwas, das uns bis in die Knochen verunsichert. Und aus dieser geschwächtem Position heraus soll man auch noch entscheiden??
Es gibt Menschen, die genau das besonders gut können. Sie haben ein „Stehaufmännchen-Gen“, sind Schiffbrucherprobt oder „resilient“. Was machen sie anders als andere? Die gute Nachricht ist, Resilienz kann man lernen oder „aufbauen“. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

Belastbare Beziehungen. Je schwieriger die Situation, um so wichtiger sind Menschen, die da sind, zuhören, Ihre Stimmungen aushalten und praktische Hilfe anbieten. Zu solchen Menschen sollten Sie beizeiten gute Beziehungen aufbauen.
Verantwortung für das eigene Leben. Ein „Opfer“ sind Sie nicht. Auch wenn Sie nicht alles beeinflussen können: Handlungsspielräume können Sie nutzen. Sie entscheiden! Auch nicht zu entscheiden ist eine Entscheidung.
Selbstvertrauen. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen, indem Sie ermutigende Rückmeldungen festhalten. Arbeiten Sie auch an einer positiven Buchhaltung, indem Sie selbst notieren, was Ihnen gelingt und wann Sie Erfolg haben.
Loslassen und Akzeptieren üben. Geben Sie sich Zeit für die Bewältigung von Trauer und Verlusten, aber lassen Sie los! Akzeptieren Sie, was Sie nicht ändern können. Verbrauchen Sie nicht Ihre Kräfte mit sinnlosen Kämpfen.

Sie wollen Ziele erreichen? Zückerli nicht vergessen!

Manche wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen einem so banal vor, dass man meint, das habe ich mir doch gleich gedacht. Aber man meint das eben nur.

Dass zum Beispiel Marathon-Läufer auf ihren Blutzuckerspiegel achten müssen, ist  weithin bekannt. Aber dass die Banane zwischendurch nicht nur dafür gut ist, die Muskeln zu unterstützen, sondern auch die Willenskraft, ist wohl eher eine neue Erkenntnis.

Roy Baumeister von der Florida State University forscht seit Jahrzehnten zu den Themen Selbst und Selbstkontrolle. Für ihn ist nach langen Versuchsreihen zweierlei klar:

Menschen, die sich selbst kontrollieren können, sind erfolgreicher als andere. Und zweitens: Die Fähigkeit, einer Versuchung zu widerstehen und dagegen zu steuern, gleicht einer Muskelanstrengung. Sie nimmt mit steigender Beanspruchung ab. Der „Muskel“ dafür nennt sich Gehirn – dieses Organ verbraucht ohnehin schon 20 Prozent der Körperenergien, obwohl es nur 2 Prozent der Körpermasse einnimmt. Bei Willensanstrengungen war der Verbrauch deutlich erhöht – mehr dazu lesen Sie hier: Self Control relies on glucose as a limited energy source (pdf-Datei, 136 KB)

Was bedeutet das für das Erreichen von Zielen? Egal, ob es die Gehaltsverhandlung mit dem Vorgesetzten oder das Bestehen des Assessment Centers ist: Denken Sie in jeder Hinsicht an Ihr (Trauben-)Zückerli:  Als Unterstützung Ihres Denkmuskels während der Zielerreichung und danach, im übertragenen Sinn als „Belohnung“:  Gönnen Sie sich etwas Schönes, wenn Sie es geschafft haben!