Mit Kritik am Arbeitsplatz umgehen – aber wie?

„Die Schmidt hat immer was an meiner Arbeit auszusetzen.“  „Kollege Thomas soll sich doch mal an die eigene Nase fassen…“

So oder ähnlich durchzuckt es manchen, der mit Kritik konfrontiert wird. Ganz klar: Wir wollen das eigentlich nicht hören, Anerkennung ist uns lieber.  Und ja, nicht jede Kritik ist konstruktiv formuliert, da gehen wir meist ganz „automatisch“ in Abwehrhaltung.

Von Fall zu Fall mag das auch angebracht sein.

Wie immer bedingt der Kontext, welche Reaktion angemessen ist. In einem rauen Klima zieht man sich dick an, auch ein Gegenangriff ist da manchmal angezeigt.

In unsrer Bürowelt aber gelten weniger transparente Regeln – da herrschen ganz unterschiedliche Erwartungen darüber, wer Kritik wie vorbringen und wie entgegennehmen kann. Rezeptbuchwissen a la „Tun Sie dies, tun Sie das“ hilft da wenig. Erfolg versprechender ist es, das feine who is who der sozialen Verflechtungen am Arbeitsplatz zu durchschauen und danach einschätzen zu können, ob die Kritik angebracht oder gar wertvoll ist. Wenn es Ihnen aber generell schwer fällt, kritische Kommentare zu verdauen, kann die Auseinandersetzung mit Ihrem Selbstverständnis, vielleicht mit der wertschätzenden Unterstützung durch einen Coach, weiterhelfen.

Und bedenken Sie: Die schärfsten Kritiker der Elche…..

Führen und Denken

Haben Sie es auch schon gemerkt? Denken ist Luxus geworden. Im Auto denken die elektronischen Helferlein, beim Job gibt es „best practice-Prozesse“ oder „think tanks“, unterwegs und zuhause Berieselung durch neue und alte Medien.

Worüber haben Sie zuletzt nachgedacht, ich meine, abgesehen von alltagsweltlichem Kram wie „nicht-vergessen-die-Hemden-abzuholen“ oder „was-mache-ich-am-Wochenende?“

Über die Art, wie Sie mit Mitmenschen oder Mitarbeitern umgehen, zum Beispiel?

Darüber, was Ihnen wichtig ist im Leben und was anderen wichtig ist?

Einer neuen Studie zufolge hilft das Reflektieren auch bei Führungsaufgaben. Reflektierte Manager wurden als die besseren Führungskräfte wahrgenommen.

Wann soll ich das denn auch noch hinkriegen, fragen Sie?

Es gibt Orte und Zeiten fürs gemeinsame Nachdenken. Coaching, ergo sum.

Neu: Spazier-Coaching – das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden

Eine Klientin brachte mich auf die Idee: „Eigentlich schade,“ sagte sie, „bei dem schönen Wetter drinnen zu sein. Ich sitze schon den ganzen Tag auf dem Hintern….“

Seitdem spazieren wir zusammen. Der Spaziergang als Möglichkeit, das Angenehme (Bewegung, Aufatmen im Grünen, Erholung vom Stress) mit dem Nützlichen  (gedankliche Bewegung, Perspektivwechsel, Reflektion, Ideenfindung)  zu verbinden, ist ja nicht gerade neu: Schon die alten Philosophen ambulierten gern für sich hin. Für mich als Coach ist es trotzdem spannend: Unbequem, sich nicht gleich Notizen machen zu können, ungewohnt, der „Schulterschluss“ mit Menschen, die sonst mein „Gegenüber“ sind. Gehen wir miteinander oder gibt eine/r das Tempo vor?  Wohin gehen unsere Gedanken beim Gehen?

 Meine Klientin ist jedenfalls begeistert. „Das Spaziercoaching ist super,“ sagt sie. „Das sollten Sie unbedingt weiter an den Mann bzw. an die Frau bringen…“

Deutsche Angst – aber sonst geht’s uns gut

Wie verhält man sich dazu, wenn man plötzlich mit Tod und Verderben konfrontiert ist, daheim auf dem Sofa? Man ist betroffen. Man nimmt gedanklich Anteil und beisst in die Chips. Die Fernseh-Nation hat umgedacht (und Gott hat gelacht?): Plötzlich dreht sich der Wind der öffentlichen Meinung, keiner will mehr Atomkraftwerke – die Halbwertszeit dieses Stimmungswandels ist allerdings ungewiss. Das gefragteste Produkt hierzulande, im Land der Sicherheits-Affinen, 10000 km entfernt von der Katastrophe, sind zur Zeit Geigerzähler. Sie sind ausverkauft.    

Da frage ich mich, geht’s noch? Haben die Briten recht, die uns gern die „German Angst“ andichten? Brauchen wir eine Katastrophen-Sehnsucht, um wieder zu merken, wer wir sind? Ist unsere Urteilskraft vollkommen zum Fähnchen im Wind der Medienberieselung degeneriert?

Ich habe keine Antwort auf diese Fragen, allerdings  ein paar Anregungen zur Reflektion oder Selbst-Coaching.

Etwa diese Geschichte aus der griechischen Mythologie. Pan, der lustige Gott mit Hörnern und Ziegenbeinen, freut sich auf eine Liebesnacht. Beim Lupfen der Bettdecke allerdings ergreift ihn das blanke Entsetzen, er flieht: Seine vermeintliche Gespielin hat männliche Geschlechtsteile, ist ein Hermaphrodit. Daher das Wort Panik. Panik ist entstanden aus einer Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit.

Und hier noch links zur kulturell entgegengesetzten Haltung, die wir derzeit wieder bei den von der Katastrophe betroffenen Japanern beobachten, zur Disziplin bis zur Selbstverleugnung:

Tod bei der Arbeit 

Nickerchen von der Arbeit

Shimpū Tokkōtai

Sicher ist sicher und selbst denken ist out – oder?

Selbst das Ziel ansteuern war gestern, das macht jetzt das „Navi“. Müde werden auch, da meldet sich der  Müdigkeitssensor, damit die Augen offen bleiben. Steuert man „unachtsam“, korrigiert das Spurhaltesystem,  das Kollisionswarnsystem hält Abstand, der Fernlichtassistent blendet das Licht ab, der Bremsassistent hilft beim Nothalt, der Parkassistent beim Parken. Der neueste Trend beim Autofahren lässt sich mit den Worten „selbst denken ist out“ beschreiben. Immer mehr elektronische Helferlein nehmen dem Fahrer Verantwortung und gaukeln ihm Sicherheit vor.

Dumm nur, wenn sich urplötzlich das Wetter einmischt. Beim Blitzeis vor einer Woche ereigneten sich – trotz der Erfahrungen aus dem harten Winter – überdurchschnittlich viele Unfälle. Die Fahrer hatten vergessen, „ihre Fahrweise den Witterungsverhältnissen anzupassen.“ Sie fuhren ohne Hirn. Die Fahrphysik schlägt dann erbarmungslos zu, egal wie viele „Assistenten“ man an Bord hat.

Schade, dass es noch keine Hirn-Einschaltautomatik gibt. Sie fragen sich, was das nun mit Coaching zu tun hat? Keine Ahnung, schreibe momentan im Auto-Skript-Modus….