Wer bin ich?

Menschen gibt es in vielen Erscheinungsformen – das ist auch vor David Precht schon einigen aufgefallen. Die Rollen, die wir im Leben spielen – z.B. Eltern sein, Kinder, Schüler, Partner, Kollege, Lösungsagent, Blitzableiter – zeigen uns in unterschiedlichsten Facetten. Zudem ist es in, „etwas Besonderes“ darzustellen, in den sozialen Netzwerken etwa, 15 Minuten Star sein…. und in dem Streben sind dann auch wieder alle gleich. Unser Zeitalter giert nach Individualität, Selbstverwirklichung ist ein „Must“, wie es scheint. Und gar nicht so einfach. Irgendwie macht doch jeder etwas, was andere schon vorher gemacht haben. Oder ist es die Lösung, einen Marathon als Erster rückwärts zu laufen…?

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Selbstmarketing, das dem Selbst schadet

 

Woran denken Sie bei dem Begriff „Stress im Beruf“? Daran, dass der Termindruck immer mehr steigt? Dass immer mehr Arbeit auf immer weiniger Schultern verteilt wird? Dass Berufstätige rund um die Uhr verfügbar sein müssen?

Alles richtig, aber etwas fehlt.

Der Stress nämlich, der entsteht, wenn eher introvertierte Menschen meinen, sich ständig „gut verkaufen“ zu müssen. Performance mit Halo-Effekt ist das, was in der Marketing-Gesellschaft gefordert wird. Wer kein geborener Schaumschläger ist, hat es deutlich schwerer, bemerkt und gefördert zu werden. Schon allein, in einem Meeting die Stimme zu erheben, kann schwer fallen. Das bedeutet,  dass sich introvertierte Menschen stark „verbiegen“ müssen, um irgendetwas beruflich zu erreichen. Das können sie zwar, aber sie tun es gegen ihre Natur und auf Kosten ihrer Energie-Reserven. Irgendwann „brennen sie aus.“ Eine schwierige, aber unter Umständen heilsame Einsicht zu ihrer Lebensführung ist dann fällig. Die Einsicht nämlich, dass dieses dauernde Fassaden-Leben gar nicht zu ihnen passt und ihnen gesundheitlich schadet.