Deutsche Angst – aber sonst geht’s uns gut

Wie verhält man sich dazu, wenn man plötzlich mit Tod und Verderben konfrontiert ist, daheim auf dem Sofa? Man ist betroffen. Man nimmt gedanklich Anteil und beisst in die Chips. Die Fernseh-Nation hat umgedacht (und Gott hat gelacht?): Plötzlich dreht sich der Wind der öffentlichen Meinung, keiner will mehr Atomkraftwerke – die Halbwertszeit dieses Stimmungswandels ist allerdings ungewiss. Das gefragteste Produkt hierzulande, im Land der Sicherheits-Affinen, 10000 km entfernt von der Katastrophe, sind zur Zeit Geigerzähler. Sie sind ausverkauft.    

Da frage ich mich, geht’s noch? Haben die Briten recht, die uns gern die „German Angst“ andichten? Brauchen wir eine Katastrophen-Sehnsucht, um wieder zu merken, wer wir sind? Ist unsere Urteilskraft vollkommen zum Fähnchen im Wind der Medienberieselung degeneriert?

Ich habe keine Antwort auf diese Fragen, allerdings  ein paar Anregungen zur Reflektion oder Selbst-Coaching.

Etwa diese Geschichte aus der griechischen Mythologie. Pan, der lustige Gott mit Hörnern und Ziegenbeinen, freut sich auf eine Liebesnacht. Beim Lupfen der Bettdecke allerdings ergreift ihn das blanke Entsetzen, er flieht: Seine vermeintliche Gespielin hat männliche Geschlechtsteile, ist ein Hermaphrodit. Daher das Wort Panik. Panik ist entstanden aus einer Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit.

Und hier noch links zur kulturell entgegengesetzten Haltung, die wir derzeit wieder bei den von der Katastrophe betroffenen Japanern beobachten, zur Disziplin bis zur Selbstverleugnung:

Tod bei der Arbeit 

Nickerchen von der Arbeit

Shimpū Tokkōtai