Ich bin zu introvertiert für den Job…

 

Die Welt dreht sich immer schneller, Marketing, auch Selbst-Marketing werden ständig wichtiger, so scheint es. Wir haben gelernt, dass Menschen, die einen überzeugenden ersten Auftritt haben, oft erfolgreich sind.

Die Liste der scheinbaren „Benefits“ einer extrovertierten Haltung sind lang.

Aber in letzter Zeit wird auch die Welt der Introvertierten entdeckt (Susan Cain, Still. Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt   ), und vor allem: Keiner glaubt mehr, Introvertierte wie noch Anfang der Nuller Jahre „umtrainieren“ zu müssen. Sieh es als Ressource, heißt jetzt das Motto, http://www.zeitzuleben.de/15387-introvertiert-glucklich/ und geh integrierend damit um.

Selbstmarketing, das dem Selbst schadet

 

Woran denken Sie bei dem Begriff „Stress im Beruf“? Daran, dass der Termindruck immer mehr steigt? Dass immer mehr Arbeit auf immer weiniger Schultern verteilt wird? Dass Berufstätige rund um die Uhr verfügbar sein müssen?

Alles richtig, aber etwas fehlt.

Der Stress nämlich, der entsteht, wenn eher introvertierte Menschen meinen, sich ständig „gut verkaufen“ zu müssen. Performance mit Halo-Effekt ist das, was in der Marketing-Gesellschaft gefordert wird. Wer kein geborener Schaumschläger ist, hat es deutlich schwerer, bemerkt und gefördert zu werden. Schon allein, in einem Meeting die Stimme zu erheben, kann schwer fallen. Das bedeutet,  dass sich introvertierte Menschen stark „verbiegen“ müssen, um irgendetwas beruflich zu erreichen. Das können sie zwar, aber sie tun es gegen ihre Natur und auf Kosten ihrer Energie-Reserven. Irgendwann „brennen sie aus.“ Eine schwierige, aber unter Umständen heilsame Einsicht zu ihrer Lebensführung ist dann fällig. Die Einsicht nämlich, dass dieses dauernde Fassaden-Leben gar nicht zu ihnen passt und ihnen gesundheitlich schadet.