Wer bin ich?

Menschen gibt es in vielen Erscheinungsformen – das ist auch vor David Precht schon einigen aufgefallen. Die Rollen, die wir im Leben spielen – z.B. Eltern sein, Kinder, Schüler, Partner, Kollege, Lösungsagent, Blitzableiter – zeigen uns in unterschiedlichsten Facetten. Zudem ist es in, „etwas Besonderes“ darzustellen, in den sozialen Netzwerken etwa, 15 Minuten Star sein…. und in dem Streben sind dann auch wieder alle gleich. Unser Zeitalter giert nach Individualität, Selbstverwirklichung ist ein „Must“, wie es scheint. Und gar nicht so einfach. Irgendwie macht doch jeder etwas, was andere schon vorher gemacht haben. Oder ist es die Lösung, einen Marathon als Erster rückwärts zu laufen…?

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Mein Beruf ist nur noch Fassade

 

Alle Berufe heutzutage fordern ein hohes Maß an Professionalität. Manche aber „verkörpern“ diese Professionalität geradezu durch ihr Erscheinungsbild und durch hochstilisierte Verhaltensweisen – beispielsweise Juristen, Ärzte und Bankangestellte. Den Berufseinsteigern macht es noch Spaß, in ihre Berufskluft zu steigen, den entsprechenden Habitus zu imitieren und dazu zu gehören.

Aber mit den Jahren stellt sich oft ein Gefühl der Ernüchterung oder gar Entfremdung ein.  Die „Uniform“ wird als Fassade empfunden, in der kaum Platz ist für individuelles Dasein. Einer meiner Klienten sprach von dem Fluch des „Funktioniern-Müssens“, aus dem er lieber heut als morgen rauskäme.

Neulich fiel mir bei einer Fahrt durch Frankfurt auf, wie viele unserer Bürohäuser gerade ohne Fassade und „gestrippt“ dastehen. In der Platenstraße steht z.B. eines, ein anderes an der Taunusanlage, gegenüber von „Soll“ und „Haben“. Kein Zweifel, da entsteht Neues mit altem Kern. Ein neue Verkleidung kommt dran, energieeffizienter und schöner als vorher.

So eine Fassade hat ja auch einen Nutzen: Sie schützt das Innere und lässt nicht alles gleich durch. Und wie man an unseren Bürotürmen sieht,  ist sie auch veränderbar…