Gehalt: Ich habe mich zu günstig verkauft

 

Eigentlich ist das ja eine ziemlich durchsichtige Sache, so eine Gehaltsverhandlung. Denn was das Unternehmen will, ist in der Mehrheit der Fälle klar: Sparen.

Der oder die Kandidatin braucht sich also über das Verhandlungsziel des Gegenübers keine großen Gedanken machen. Wohl aber über das eigene.

Immer wieder begegnen mir Klienten, die sich beim Einstellungsgespräch aus unterschiedlichen Motiven zu günstig verkaufen. Ein oft genannter Grund: Man hat eine Umschulung hinter sich oder einen anders gearteten Karriereschwenk und sieht sich selbst trotz mehrjähriger Berufserfahrung als Einsteiger.  Man will dem Unternehmen, das einem diesen Karriereschwenk zutraut, „Kredit“ geben, es ihm leicht machen.

Machen Sie es dem Unternehmen nicht zu leicht. Der professionelle Personaler ihnen gegenüber wittert schon seine Chance – nämlich einen hochmotivierten Mitarbeiter zum Dumpingpreis zu ergattern. Er sieht, dass Sie mit dieser Einstellung etwas Neues vorhaben und mit frischem Elan und hohem Einsatz zur Sache gehen werden.

In vielen Fällen kommt man aus dieser Dumping-Falle nämlich kaum mehr raus. Jahre später,  wenn längst klar ist, dass Sie einen guten Job machen, wird sich derselbe Personaler beim Thema Gehalt winden und Ihnen sagen, dass  Sie ganz wunderbare Arbeit machen, dass aber große Gehaltssprünge leider nicht drin sind…

Spätestens dann ist höchste Zeit für einen Jobwechsel. Oder Sie machen von vornherein schriftlich (!) aus, dass das Gehalt nach bestandener Probezeit angehoben wird und auch danach regelmäßig wächst. Machen Sie sich nicht zum Schnäppchen für andere, achten Sie auf Ihren Wert.

Mehr zu Gehaltsverhandlungen im Allgemeinen bei SPIEGEL Karriere online.

Sie wollen Ziele erreichen? Zückerli nicht vergessen!

Manche wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen einem so banal vor, dass man meint, das habe ich mir doch gleich gedacht. Aber man meint das eben nur.

Dass zum Beispiel Marathon-Läufer auf ihren Blutzuckerspiegel achten müssen, ist  weithin bekannt. Aber dass die Banane zwischendurch nicht nur dafür gut ist, die Muskeln zu unterstützen, sondern auch die Willenskraft, ist wohl eher eine neue Erkenntnis.

Roy Baumeister von der Florida State University forscht seit Jahrzehnten zu den Themen Selbst und Selbstkontrolle. Für ihn ist nach langen Versuchsreihen zweierlei klar:

Menschen, die sich selbst kontrollieren können, sind erfolgreicher als andere. Und zweitens: Die Fähigkeit, einer Versuchung zu widerstehen und dagegen zu steuern, gleicht einer Muskelanstrengung. Sie nimmt mit steigender Beanspruchung ab. Der „Muskel“ dafür nennt sich Gehirn – dieses Organ verbraucht ohnehin schon 20 Prozent der Körperenergien, obwohl es nur 2 Prozent der Körpermasse einnimmt. Bei Willensanstrengungen war der Verbrauch deutlich erhöht – mehr dazu lesen Sie hier: Self Control relies on glucose as a limited energy source (pdf-Datei, 136 KB)

Was bedeutet das für das Erreichen von Zielen? Egal, ob es die Gehaltsverhandlung mit dem Vorgesetzten oder das Bestehen des Assessment Centers ist: Denken Sie in jeder Hinsicht an Ihr (Trauben-)Zückerli:  Als Unterstützung Ihres Denkmuskels während der Zielerreichung und danach, im übertragenen Sinn als „Belohnung“:  Gönnen Sie sich etwas Schönes, wenn Sie es geschafft haben!