Welcher Job ist richtig für mich?

Leider erlebe ich es in der Beratung immer wieder, dass Jobeinsteiger mit einem Seufzer sagen: „Ich hab damals einfach die falsche Wahl getroffen… jetzt bin ich in einem Job gelandet, der gar nicht zu mir passt.“

Damals, das war beim Schulabschluss, als Eltern, Freunde und Bekannte in irgendeiner Form mitmischten bei der Berufswahl – und sei es nur als abschreckendes Beispiel.

Zwei wichtige Tipps für die Berufswahl gibt es: 1. Hören Sie auf Ihren Bauch – der sagt Ihnen, was längerfristig tragfähig ist in Ihrem Leben. 2. Informieren Sie sich gründlich!

Für letzteres gibt es viele Anlaufstellen im Netz, unter anderem diese. www.studienwahl.de. Hier werden Fragen rund um die Studien-und Berufswahl mit monatlichen Schwerpunktthemen gebündelt dargestellt.

„Werde was Ordentliches, werde Jurist!“

 

Diesen Appell ihrer Eltern haben manche Volljuristen noch im Ohr. Sie sind ihm gefolgt, teils aus Mangel an eigener Orientierung, teils, weil das Berufsbild „Rechtsanwalt“ Ansehen verspricht. Aber schon während des Studiums kristallisiert sich heraus, dass diese Entscheidung falsch war. Trotzdem, sie beißen sich durch und bringen das Studium „ordentlich“ zu Ende.  Im Berufsleben sieht ja manches anders aus… oder doch nicht?

Schlimmer geht immer, lautet ein Sprichwort. Und tatsächlich treffe ich in der Beratung immer wieder auf Juristen, die mit sich und dem Fassadendasein in ihrem Beruf hadern. Die morgens kaum aus den Federn kommen, weil der Tag, der vor ihnen liegt, so durchgetaktet und ordentlich wie er ist, sie abturnt. Auch Erfolge lassen immer öfter auf sich warten. Die bange Frage beschäftigt sie, „darf ich mir eine berufliche Veränderung erlauben?“

Die Welt der Juristen ist geprägt von einer rigiden Wirklichkeitskonstruktion. Es gibt richtig oder falsch, Gesetze sind zu befolgen, Rangordnungen einzuhalten. Man spricht einen Insider-Jargon, man kennt sich und die ungeschriebenen Gesetze des Umgangs. Entweder man gehört dazu oder nicht. Gibt es jenseits davon überhaupt noch eine Welt?

Es gibt sie. Aber die Erlaubnis, sie zu betreten, ist weder von Eltern noch von irgendwem „draußen“ zu erwarten. Sie kommt von innen oder gar nicht.