Wie werde ich glücklich und unbekannte Wörter

Glücklich werden müssen, das scheint mittlerweile in jedes persönliche Grundgesetz hinein-gemeißelt zu sein, so wie „the pursuit of happiness,“  in den Vereinigten Staaten  Bestandteil der Verfassung ist. Menschen streben auch hier nach Traumjob, Traumpartner, nach der Traumhochzeit, dem Traumhaus und so weiter und so fort.

Es ist eine verdammt verkrampfte Angelegenheit geworden, diese Suche nach den Traumdingen und dem Glück. Coaches werden konsultiert, weil man bei dieser Suche „nicht erfolgreich“ ist. Der Coach wird befragt, wie man ins Glück steuert.

Im englischen Sprachraum gibt es ein Wort, das hierzulande unbekannt ist: Serendipity.

Es bedeutet so viel wie „glückliche Fügung oder glücklicher Zufall“. Laut Wiki lassen sich viele Begebenheiten auf dieses Prinzip zurückführen – die Entdeckung des Penicillins, des Klettverschlusses und des LSDs zum Beispiel. Schade eigentlich, dass man es in Deutschland nicht kennt…

„Werde was Ordentliches, werde Jurist!“

 

Diesen Appell ihrer Eltern haben manche Volljuristen noch im Ohr. Sie sind ihm gefolgt, teils aus Mangel an eigener Orientierung, teils, weil das Berufsbild „Rechtsanwalt“ Ansehen verspricht. Aber schon während des Studiums kristallisiert sich heraus, dass diese Entscheidung falsch war. Trotzdem, sie beißen sich durch und bringen das Studium „ordentlich“ zu Ende.  Im Berufsleben sieht ja manches anders aus… oder doch nicht?

Schlimmer geht immer, lautet ein Sprichwort. Und tatsächlich treffe ich in der Beratung immer wieder auf Juristen, die mit sich und dem Fassadendasein in ihrem Beruf hadern. Die morgens kaum aus den Federn kommen, weil der Tag, der vor ihnen liegt, so durchgetaktet und ordentlich wie er ist, sie abturnt. Auch Erfolge lassen immer öfter auf sich warten. Die bange Frage beschäftigt sie, „darf ich mir eine berufliche Veränderung erlauben?“

Die Welt der Juristen ist geprägt von einer rigiden Wirklichkeitskonstruktion. Es gibt richtig oder falsch, Gesetze sind zu befolgen, Rangordnungen einzuhalten. Man spricht einen Insider-Jargon, man kennt sich und die ungeschriebenen Gesetze des Umgangs. Entweder man gehört dazu oder nicht. Gibt es jenseits davon überhaupt noch eine Welt?

Es gibt sie. Aber die Erlaubnis, sie zu betreten, ist weder von Eltern noch von irgendwem „draußen“ zu erwarten. Sie kommt von innen oder gar nicht.

Sie wollen Ziele erreichen? Zückerli nicht vergessen!

Manche wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen einem so banal vor, dass man meint, das habe ich mir doch gleich gedacht. Aber man meint das eben nur.

Dass zum Beispiel Marathon-Läufer auf ihren Blutzuckerspiegel achten müssen, ist  weithin bekannt. Aber dass die Banane zwischendurch nicht nur dafür gut ist, die Muskeln zu unterstützen, sondern auch die Willenskraft, ist wohl eher eine neue Erkenntnis.

Roy Baumeister von der Florida State University forscht seit Jahrzehnten zu den Themen Selbst und Selbstkontrolle. Für ihn ist nach langen Versuchsreihen zweierlei klar:

Menschen, die sich selbst kontrollieren können, sind erfolgreicher als andere. Und zweitens: Die Fähigkeit, einer Versuchung zu widerstehen und dagegen zu steuern, gleicht einer Muskelanstrengung. Sie nimmt mit steigender Beanspruchung ab. Der „Muskel“ dafür nennt sich Gehirn – dieses Organ verbraucht ohnehin schon 20 Prozent der Körperenergien, obwohl es nur 2 Prozent der Körpermasse einnimmt. Bei Willensanstrengungen war der Verbrauch deutlich erhöht – mehr dazu lesen Sie hier: Self Control relies on glucose as a limited energy source (pdf-Datei, 136 KB)

Was bedeutet das für das Erreichen von Zielen? Egal, ob es die Gehaltsverhandlung mit dem Vorgesetzten oder das Bestehen des Assessment Centers ist: Denken Sie in jeder Hinsicht an Ihr (Trauben-)Zückerli:  Als Unterstützung Ihres Denkmuskels während der Zielerreichung und danach, im übertragenen Sinn als „Belohnung“:  Gönnen Sie sich etwas Schönes, wenn Sie es geschafft haben!

Selbstmarketing: Von Arbeitsbienen und Schaumschlägern

So eine Biene könnte ja eigentlich prima Schaum schlagen, mit ihrem flotten Flügelantrieb. Aber die gemeine Arbeitsbiene, egal ob männlich oder weiblich, ist da zurückhaltend. Auf ihre Erfolge und Leistungen weist sie keinen hin. Emsig fliegt sie von Blüte zu Blüte und macht ihren Job, stets in dem Glauben, gute Arbeit spreche für sich.

Ganz anders der Schaumschläger: Charmant und wendig nutzt er Gelegenheiten, wenn sie sich bieten, gibt ungeniert fremde Ideen und Ergebnisse als seine aus und bekommt dafür auch noch Anerkennung. „Bescheidenheit ist ne Zier, doch besser lebt sich’s ohne ihr“, lautet sein Motto, auch wenn er nicht auf den Namen Karl-Theodor hört. Er gibt an und schummelt, was das Zeug hält – das bescheidene Bienchen wendet sich ab mit Grausen.

Ende der Parabel. Zu welcher Spezies gehören Sie, was meinen Sie? Die Moral von der Geschicht soll übrigens keineswegs lauten, Leute, werdet alle Schaumschläger. Denn auch das Blender-Dasein hat seine Schattenseiten. Aber gutes Selbstmarketing hilft durchaus dabei, gelegentlich an die Sahneschüssel zu kommen….