Gutes Bewerber-Coaching, wie funktioniert das?

„Der Kandidat muss überzeugend wirken.“

„Der Bewerber darf nicht ins Stottern kommen.“

„Man muss im Bewerbungsgespräch Augenkontakt halten.“

Und so weiter und so fort. Das Angebot der gut gemeinten „Ratschläge“ im Internet, auf dem Ratgebermarkt und bei Kollege Karriereberater/Coach ist schier unendlich.

Aber helfen die?

Wo ein festes Regelwerk existiert, weiß man, wie man sich verhalten soll.

Keine Regeln zu haben, verunsichert.

Aber nur nach Regeln zu handeln, kann ziemlich daneben gehen. Wenn man überzeugen will und nur einstudierte Monologe hält. Wenn man doch mal ins Stottern kommt und sich dabei immer mehr  verheddert. Wenn man dem Gegenüber so stetig ins Gesicht stiert, dass ihm dies unangenehm wird.

Gut ist, als Kandidat das Genre „Vorstellungsgespräch“ zu kennen und zu wissen, welche Standardinhalte da erwartet werden. Das heißt, beweglich mit diesen Anforderungen umgehen können, sich selbst so präsentieren, dass Sie sich dabei wohl fühlen. Und vor allem: Den Kopf noch frei zu haben für die wichtige Entscheidung, die Sie ja in diesem Kontext fällen wollen. Die richtigen Fragen stellen.

Ein guter Coach wird Sie dabei unterstützen, das Job-Interview selbst zu gestalten, ohne sich dabei „krumm“ zu machen. Schließlich ist es gut, dass Sie so sind, wie Sie sind.

Auf der Suche nach… dem Bauchgefühl

 

Als ich meinen Klienten kennen lernte, war er sichtbar zur Gelassenheit entschlossen. Sein Lachen war einen Tick zu laut, seine Körperhaltung etwas zu locker, sein Blick eher antrainiert gerade. Er sei eigentlich, sagte er, total entspannt, was seine berufliche Situation beträfe. Mit Mitte fünfzig hatte er eine verantwortungsvolle Position in einer Bank. Nur eins fehle ihm: Die Perspektive. Sollte das jetzt bis zur Pensionierung so weiter gehen oder sollte er noch mal “ranklotzen“ und sich eine neue Herausforderung suchen? Zurück in das Vielflieger-Leben, das er früher so gern geführt hatte? Um genau zu sein, meinte er, habe er nämlich etwas ganz wichtiges verloren: Sein Bauchgefühl.

Früher habe er eine innere Kompassnadel gehabt, die ihn immer zur richtigen Zeit an den richtigen Ort brachte. Aber jetzt? Es gebe ja viele interessante Stellenanzeigen momentan, aber irgendwie wisse er im Moment nicht recht, was oben und was unten ist.

Irgendwann in seinem anspruchsvollen Berufsleben hatte sich seine Intuition unbemerkt verabschiedet.  Wir kann man so was wieder finden? Gibt es da einen Erfahrungswert, a la recherche du Bauchgefühl? Kann man so was Unterbewusstes überhaupt bewusst ansteuern?

Ein Zeitschritt nach vorn. Kürzlich hatten wir unsere Abschluss-Sitzung. Das Coaching, meinte er, habe ihm viel gegeben, am besten: Sein Bauchgefühl sei wieder da. Es habe sich ja schon so eine Tendenz in unseren Sitzungen ausgeprägt, aber nun sei er sicher. Erstaunt hörte ich von einem unglaublich realistischen Traum, den er sich notiert hatte. Da ging es um unterschiedliche Wege in einen hellen, lichten Raum und um einen Beraterkoffer, der darauf wartete, mitgenommen zu werden.  Jetzt kenne er seinen Weg, sagte er mit einem echt entspannten Lächeln. Vielflieger-Dasein? Das hatte er ja zur Genüge.

Berufliche Neuorientierung: Wann ist die Zeit reif dafür?

Wir Deutsche sind nicht gerade bekannt dafür, dass wir Hasardeure wären. Wir bauen sichere Autos, sind eher über-, als unterversichert und als Anleger besonders vorsichtig. Wenn es um Entscheidungen wie einen grundlegenden Kurswechsel im Leben geht, warten die meisten sehr lang, bis sie die Sache anpacken. In den USA ist es seit Jahren selbstverständlich, dass man zwei bis drei Karrieren hat im Leben, hier immer noch nicht.

Die Frage, die in jedem Orientierungswilligen lange gärt ist, was gebe ich auf und was bekomme ich dafür. Darauf gibt es, wenn wir ehrlich sind, keine Antwort – das gilt es herauszufinden. Aber ein paar Fragen helfen, zu erkennen, wann die Zeit reif ist für eine Neuorientierung. Hier sind sie:

  • Haben Sie Ihren Berufsweg auf Empfehlung anderer begonnen?
  • Finden Sie inzwischen im Berufsleben oft, dass Sie „im falschen Film“ sind?
  • Bekommen Sie wenig Anerkennung im Beruf?
  • Suchen Sie Anerkennung hauptsächlich über den Beruf?
  • Sind die Verantwortlichkeiten bei Ihrem Job unklar?
  • Sind Sie unter-, oder überfordert?
  • Führt Ihr Job zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen?
  • Sind Sie mit den Prozessen/Entscheidungen in Ihrer Firma unzufrieden?
  • Hätten Sie gern mehr Gestaltungs-, und Einflussmöglichkeiten?
  • Bietet Ihr Arbeitgeber Ihnen keine geeigneten Entwicklungsmöglichkeiten?
  • Haben Sie innerlich gekündigt?
  • Können Sie nachts mitunter nicht „abschalten“?
  • Würden Sie gern mehr selbst gestaltete Zeit haben?
  • Würden Sie gern einen Job haben, der besser zu Ihnen passt?
  • Wollen Sie persönlich wachsen und mehr über sich erfahren?

Wenn Sie zu fast allen dieser Fragen „ja“ sagen, sollten Sie nicht länger zögern und sich auf den Weg machen, neue berufliche Perspektiven für sich zu finden. Es lohnt sich!