Bin ich etwa der Sklave meines Lebenslaufs?

 

Eine starke Frage. Eine Klientin stellte sie, um sie umgehend selbst zu beantworten: „Ich lebe nicht mehr für meinen Lebenslauf.“

 Klasse. Ich habe ihr dafür gratuliert. Spätestens (!) in der Mitte des Berufslebens merkt man: Außer, dass es gradlinige Lebensläufe eh kaum mehr gibt, wer will denn überhaupt so einen CV? 

Die sogenannten Anforderungen für einen gradlinigen CV sind ja ohnehin meist von außen Konstruierte, am echten Leben orientieren sie sich nicht. Wir müssen heut extrem beweglich sein, um den steten Wandel in der Arbeitswelt mitzumachen, und sind das auch. Aber ab einer bestimmten Stufe auf der Karriereleiter merken wir, dass wir eigene Anforderungen ans Leben haben. Dann ändert sich der Mensch und der CV. Und dann ist keiner mehr „Sklave seines Lebenslaufs.“