Hilfe, jetzt bin ich Boss!

Wer voran kommen will im Berufsleben, kommt auf Dauer an Personalführung nicht vorbei. Mein Klient hat es geschafft: Seit kurzem ist er Teamleiter. Er merkt, dass nun ein anderer Umgangston vorherrscht, dass man ihm mit anderen Erwartungen begegnet. In seinem Wunsch, die Aufgabe gut zu machen, konzentriert er sich sehr auf das Fachliche.  Reicht das?

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Über Führung lästern ist nicht schwer…

…selber führen dagegen sehr!
So lässt sich zusammenfassen, was viele über das Thema Führung denken. Oder anders, in den Worten eines Klienten: „Ich war völlig ahnungslos. Mein Chef rief mich rein, ich dachte, es ist die übliche Wochenbesprechung. Eine halbe Stunde später war ich selbst Chef einer neu gebildeten Abteilung. Ich ging raus und dachte, nanu, träum‘ ich?“
Es ist gar nicht so selten, dass die Führungsaufgabe so plötzlich auf eine/n zukommt, ohne vorherige Entwicklungsprogramme oder dergleichen. Die Freude darüber ist nicht immer ungetrübt, denn selbst führen in ein anspruchsvolles neues Rollenmodell, das ganz eigene Fragen aufwirft:

– Wie mit den vorherigen Kollegen umgehen? Plötzlich gehört man nicht mehr dazu. Was denken die jetzt von mir? Und ich? Wo gehöre ich denn jetzt dazu?
– Politik: Welche Vernetzungen sind gut für mich? Wer kann mich bei der neuen Aufgabe unterstützen, inhaltlich wie mental?
– Eigener Anspruch: Woran orientiere ich meinen Führungsstil? Habe ich ein Vorbild? Oder versuche ich es „nach dem Buch“ (aufgabenorientiert/transformational/transaktional/ Kotter/ Lewin…). Will ich „perfekt“ sein oder kann ich mir Fehler eingestehen? Wie ist überhaupt die Fehlertoleranz im Unternehmen? Will ich fair oder will ich gerecht sein? Kann man das überhaupt immer? Wie gehe ich mit meinem neuen „workload“ um? Will und kann ich weiter auf meine work-life-balance achten? Oder ist jetzt richtig schuften angesagt? Wohin will ich mit der neuen Führungsaufgabe? Wie will ich mich entwickeln?

Und so weiter und so fort. Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr Fragen stellen sich. Da ist es nützlich, sich ab und zu, vielleicht mit Unterstützung von außen, in der neuen Aufgabe zu reflektieren. ..

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