Gute Vorsätze, schlechte Vorsätze: Ziele erreichen in 2011

Gerade mal zwei Wochen zählt das neue Jahr, die guten Vorsätze sind noch frisch: Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, den Stress vermindern, sich einen neuen Job suchen und so weiter und so fort. Der Weg zur Hölle ist bekanntlich gepflastert mit guten Vorsätzen. Ist der Veränderungswunsch nämlich nicht wirklich Ihr eigener, dann wird daraus nichts. Das ist wie beim Thema Geschenk-Gutscheine für Coaching: Gut gemeint, bringt aber nichts, solange der oder die Beschenkte keinen eigenen Antrieb dazu hat.

Wenn der aber da ist, sieht das schon ganz anders aus: Dann hat das Vorhaben reelle Chancen, auch umgesetzt zu werden. Um die noch zu verbessern, hier ein paar Tipps:

  • Setzen Sie sich ein erreichbares Ziel und planen Sie die Zwischenschritte dahin.
  • Feiern Sie die Zwischen-Erfolge! Gönnen Sie sich was, auch Eigenlob!
  • Nehmen Sie sich nur etwas vor, das auch unter Ihrer Kontrolle ist. „Chef werden“ ist z.B. ein Vorsatz, der von anderen abhängt.  „Maier und Müller überzeugen, meine Beförderung zu unterstützen“ ist schon eher machbar.
  • Stellen Sie sich immer wieder vor, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. Diese Vision wird Sie beflügeln.
  • Suchen Sie sich Unterstützer – vielleicht auch einen Coach – die Ihnen Rückenwind geben.

 Übrigens, falls Ihr guter Vorsatz sich darum dreht, künftig mehr selbstbestimmte Zeit und mehr Gelassenheit zu erreichen, merken Sie sich doch mein Buch „Runterschalten“ vor! Erscheint im Februar bei Haufe!

Dreissig, mit oder ohne Coaching?

 

Was haben Sie eigentlich für Klienten, werde ich manchmal gefragt, von Interessenten. Sie wollen wissen, bin ich da richtig, kennt der Coach Menschen wie mich. Nun ist Coaching kein Frisörsalon. Diskretion und Vertrauen gehören zu den Grundwerten in meinem Geschäft. Deshalb kann ich an der Stelle bestenfalls Berufsgruppen und Branchen nennen, die allerdings auch niemanden wundern, der den Standort Frankfurt kennt.

 Aber eines kann ich verraten: Die Gruppe der um die Dreissigjährigen ist momentan stark repräsentiert. Warum das so ist? Ich habe eine Vermutung: Während frühere Generationen sich mit Dreissig eher einem Anpassungs-Schock ausgesetzt sahen, kennt diese kaum etwas anderes als Anpassung. Sie sind erfolgreich, arbeiten hart und erreichen ihre Karriereziele. Sie sind in der digitalen wie in der realen Welt zuhaus, verlieren dabei aber den Draht zu sich selbst. Welcher Zeitpunkt ist besser geeignet, das zu bemerken und ändern zu wollen, als der dreissigste Geburtstag?

Feine und amüsante Beobachtungen zur Befindlichkeit der jetzt Dreissigjährigen finden Sie übrigens hier. Da fällt mir noch ein Grund ein für die Coaching-Nachfrage der Dreissiger: Sich Hilfe oder Unterstützung zu suchen, ist für sie selbstverständlich. Fürs Autofahren heisst diese Unterstützung Navi, fürs Leben ist es der Coach. So einfach ist das.

Coachingthema „Wie finde ich Sinn in meinem Leben?“

Mein Klient ist knapp dreissig, und mit sieben Jahren Berufserfahrung in einer Seniorposition angekommen. Er sagt, er hat eigentlich alles. Eigentlich. Was ihm fehlt, ist der Sinn im Leben. Der Job erfüllt ihn nicht, obwohl es sein Traumjob ist. Was er jetzt ist, wollte er immer sein. Er hat manchmal das Gefühl, neben sich zu stehen und sich selbst zu beobachten. Dann fragt er sich: Wozu machst Du das eigentlich?

Eine Generation zuvor erwischte die sogenannte Sinnkrise uns frühestens um die vierzig. Jetzt ist sie eine Dekade früher da. Sie ereilt Menschen, die ihre Ausbildungszeit im Turbotempo absolviert haben. Äußeren Anforderungen haben sie immer schon in höchstem Masse entsprochen. Sie sind  der Stolz ihrer Patchworkfamilien. Sie sind überall schon mal gewesen, sprechen mehrere Sprachen, ohne elektronische Helferlein fühlen sie sich verloren. Was man will, erarbeitet man sich oder kauft man. Nur mit dem Sinn geht das scheinbar nicht.

Mein Klient ahnt, dass Sinn „etwas ganz Individuelles“ ist.  Genau da lauert die Schwierigkeit: Er sagt, er hat die Fühlung zu sich verloren. Wer er selbst ist, weiss er eigentlich nicht. Jetzt will er sich Zeit dafür nehmen, das herauszufinden.

Mit diesem Anliegen ist mein Klient nicht allein. Die Sinnfrage ist ein Produkt unserer standardisierten Arbeitswelt.  Als Coach und Begleiter so mancher Sinnsucher  bin ich – ob ich will oder nicht – Teil  des sogenannten Sinnmarktes geworden, dem eine blühende Zukunft prognostiziert wird. Sinnsuche als Massenbeschäftigung, Sinn im Duzend billiger. Ob das sinnvoll ist?

Mehr zu Thema Sinnmärkte:  

http://www.zukunftsinstitut.de/downloads/rez_sinnmaerkte_wuv0209.pdf

 http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/0,2828,627674,00.html

Ziele setzen und erreichen: Hilfe, mein Chef bremst mich aus!

Einfach ist sie nicht, die Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter, auch wenn sich alle duzen und „locker drauf“ sind. Unsere Kultur des Zeitmangels muss oft als Erklärung dafür herhalten, dass grundsätzliche gegenseitige Erwartungen nie geklärt werden.

Was erwartet der Mitarbeiter? Will er viel oder wenig Führung, also auch das Erkennen und Entwickeln seiner Potentiale? Oder kennt er die selbst und weiss, wo es hingeht?

Umgekehrt, was will der oder die Vorgesetzte? Einen „automatischen“ Mitarbeiter, der ohne viel Zutun funktioniert? Führung auf Autopilot, sozusagen?

Wenn diese Erwartungen nicht geklärt werden, können bei der Zusammenarbeit unangenehme Überraschungen lauern. Ein Klient beklagte sich, sein Vorgesetzter sei auch gleichzeitig sein Mentor und unterlasse es seit Jahren, ihn für eine Beförderung vorzuschlagen. Statt dessen mäkele er nur an der Arbeitsweise des Klienten herum, nicht aber an den von ihm geleisteten Überstunden. Das Verhältnis der beiden war sich zum Selbstläufer geworden – jeder meinte, die Reaktionen des anderen vorhersagen zu können und war deshalb auch im eigenen Verhalten festgefahren.

Wenn es so weit ist, helfen nur sichtbare Interventionen von außen: Im Extremfall der Jobwechsel. Sonst die Vermittlung durch einen betriebsinteren Ansprechpartner im Personal. Denkbar ist natürlich  auch, das eigene Verhaltensrepertoire um neue, unerwartete Register zu erweitern und den Chef mal einfach „in die Tasche zu stecken“ – das kann gelingen, wenn Sie den Mut dazu haben und einen guten Unterstützer an Ihrer Seite.