Darf ich krank sein?

Es passiert immer wieder. Kranke Menschen gehen zur Arbeit. Irgendwas wollen sie sich und anderen beweisen. Dass ihnen das „Team“ über alles geht. Dass ohne sie nichts geht. Dass sie bereit sind, ihre Gesundheit auf dem Altar der Arbeit zu opfern und im Grippefall die lieben Kollegen anzustecken. Dass sie es sich nicht erlauben, krank zu sein.

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Neuer Trend „Burnout-Coaching“?

Der Burnout ist in aller Munde. Es scheint trendy geworden zu sein, über „burnout“ zu reden, mitzuteilen, dass Bekannte einen hatten, oder sogar selbst betroffen gewesen zu sein. Der Begriff „burnout“  hat sich als feste Vokabel im Befindlichkeitsdeutsch etabliert.

Allerdings, obwohl alle darüber reden und die Medizin noch keine brauchbare Definition dafür geliefert hat: Das Phänomen „ausgebrannt-sein“ ist eine ernste Sache.  Wer davon betroffen ist, braucht eine Therapie, die „ans Eingemachte“ geht.

Da fragt sich, was denn das zur Zeit ebenfalls allgegenwärtige  „Burnout-Coaching“ sein soll. Aus meiner Sicht ein gefährlicher, weil missverständlicher Begriff. Denn ein Coach hat eine klare Grenze zu ziehen – er oder sie hat Klienten, keine Patienten.

Alle Aufträge, die in Richtung Therapie gehen, muss ein Coach ablehnen. Er hat immer noch genug zu tun mit  Problemen aus der Arbeitswelt, offenen Entscheidungen, Weichenstellungen im Leben etc – alles Fragen, für deren Klärung der Klient gesund und veränderungsbereit sein muss.

 Wer unter burnout leidet, ist weder das eine noch das andere: Da sind die Batterien leer.

Um die wieder aufzuladen, heißt die Devise: Erst eine Therapie machen – und mit den pragmatischen Fragen warten, bis man dafür wieder offen und handlungsfähig ist.  Bedauerlich, dass manche Anbieter dieses Vorher-Nachher verwursteln und als „Burnout-Coaches“ suggerieren, sie könnten Menschen mit akutem Erschöpfungssyndrom helfen.