Selbstmarketing: Schlagfertigkeit als Kompetenz

Mir sitzt ein Seniorberater bei einem großen Beratungsunternehmen gegenüber, kompetent und eloquent: Seine Präsentationen sind professionell, erzählt er, er hat eine angenehme Telefonpräsenz, die Meetings laufen prima. Nur bei einer Sache versagt ihm regelmäßig die Sprache: Wenn er seinem „Chefchef“ begegnet, der gern provoziert, oder einfach nur verbal abwatscht. Was ihm fehlt: Schlagfertigkeit.

Mein Klient beschreibt das so: „Er geht auf mich zu und ich ahne schon, gleich kommt wieder irgend ein saudummer Spruch, auf den mir nichts einfällt. Und zack geht in meinem Kopf die rote Lampe an, alle Gedanken frieren ein und eine Sekunde später habe ich wieder eine volle Breitseite kassiert. Ohne Gegenwehr.“

Schlagfertigkeit ist eine gefragte Kompetenz im Berufsleben. Schnelligkeit, Wachheit und Witz kommen da zusammen. Aber vor allem sind zwei Dinge nötig: Respektlosigkeit – also keine Angst vor großen Tieren – und die Fähigkeit, auf der „Metaebene“ blitzgeschwind zu analysieren: Was macht dieser Ausspruch mit mir? Welche Funktion hat er, und wie will der Sprecher erscheinen? Wenn Sie das schnell erfassen und in Ihrer Replik spiegeln, ist das Gegenüber entwaffnet.
Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Die Fähigkeit zur Blitz-Analyse kann man relativ zügig trainieren, nur das mit der Respektlosigkeit dauert möglicherweise etwas länger…