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Wie erkenne ich gutes Coaching?

„Coaching“ ist in aller Munde, aber was leistet es? Was darf der Klient vom Coach erwarten? Und umgekehrt? Wie sieht ein gelungener Coaching-Prozess aus?

Fragen über Fragen. Eine Studie der Trigon Entwicklungsberatung bringt etwas  Licht ins Dunkel.

Befragt wurden insgesamt 297 Ansprechpartner: Klienten, Personalentwickler und Coaches. Demnach  hat ein optimales Coaching die folgenden Charakteristika:  Ein  professionelles Gespräch, gefolgt von flexiblem Vorgehen und einem ganzheitlichen Bezug. Wichtig ist, dass der Klient das Coaching freiwillig in Anspruch nimmt.  Weitere Qualitätsmerkmale sind kontinuierliche Zielarbeit, eine zeitlich begrenzte Begleitung und der notwendige Mix aus Sach- und Personenaspekten. Coaching per Telefon, Internet oder Mails wurde als weniger optimal angesehen.

Was zeichnet einen guten Coach aus?

Ein guter Coach achtet die Verschwiegenheit und verfügt über ein breites Lebensspektrum und Erfahrungen. Er oder sie ist empathisch, lässt  seinen Kunden Raum  und hält sich zurück, geht  aber strukturiert und geordnet vor.  Gefragt ist die Meta-Perspektive, der Coach soll den Blick von oben liefern können, erst an achter Stelle erwartet man von ihm  Feld- und Fachkenntnis.  Gar nicht gut kommt es an, wenn der Coach indiskret ist oder sich in Geschäfte einmischt.

Welche Inhalte sind nachgefragt für Coachings?

Inhaltlich stehen für 21 Prozent der Befragten Zielfindung, Karriere, Selbstwert, und berufliche-persönliche Entwicklung wie neue Rollen im Vordergrund. Kommunikation, Verhaltensweisen und Gesprächsführung sind für 14 Prozent die Themen. Beziehungsfragen, Konflikte und Umgang mit schwierigen Situationen gaben weitere 14 Prozent an. An vierter Stelle mit zwölf Prozent rangieren Themen wie Arbeitsorganisation und Selbstmanagement. Alltags- und aktuelle Themen nennen zehn Prozent der Befragten als ihr Anliegen.

Wie lange dauert ein Coaching?

Der typische Coaching-Prozess umfasst etwa vier bis fünf Gesprächseinheiten, Tendenz steigend. Zu 98 Prozent wird Einzel-Coaching genutzt. Dabei ist die 90-Minuten-Einheit die Regel. 98 Prozent der befragten Kunden würden Coaching weiterempfehlen.

Wie werde ich schlagfertiger?

 

Mein Klient,  ein aufmerksamer, kompetenter Seniorberater bei einem großen Beratungsunternehmen,  ist „nicht auf den Mund gefallen“: Er liefert professionelle Präsentationen ab, ist versiert am Telefon und in anderen beruflichen Situationen.

Nur in einem Fall versagt ihm regelmäßig die Sprache: Wenn er seinem „Chefchef“ begegnet, der ihn gern mit ironischen Kommentaren herausfordert.

Mein Klient beschreibt das, was dann in ihm abläuft, so: „Ich sehe ihn auf mich zukommen und ahne schon, jetzt kommt wieder irgend ein saudummer Spruch, auf den mir nichts einfällt. Dann geht in meinem Kopf die rote Lampe an, alle Gedanken frieren ein und rrrums, schon habe ich wieder eine volle Breitseite kassiert. Ohne Gegenwehr.“

 Schlagfertigkeit ist eine gefragte rhetorische Kompetenz im Berufsleben.  Sie erfordert  Schnelligkeit,  Wachheit und  Witz. Aber vor allem zwei Dinge sind nötig: Respektlosigkeit – also keine Angst vor großen Tieren, sondern innerliche Augenhöhe! – und die Fähigkeit, auf der „Metaebene“ blitzgeschwind zu analysieren: Was macht dieser Ausspruch mit mir? Welche Funktion hat er, und wie will der Sprecher erscheinen?  Wenn Sie das schnell erfassen und in Ihrer Replik spiegeln, ist das Gegenüber entwaffnet. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Die Fähigkeit zur Blitz-Analyse kann man, z.B. im Coaching,  relativ zügig trainieren, nur das mit der Respektlosigkeit dauert eventuell etwas länger…

Arbeiten bei Hitze: „Hitzefrei“ ab 35 Grad?

Der von vielen herbeigesehnte Sommer – endlich Rudelgrillen! Party! – ist da, allerdings anders als erwünscht: Nicht nur an den Badeseen rinnt der Schweiß, auch  in Werkhallen und Büros. Für alle, die in nicht klimatisierten Räumen arbeiten, kann das unerträglich werden.

Seit dem 23. Juni 2010 gilt eine neue sogenannte „Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3,5 Raumtemperatur“, die das Arbeiten bei Hitze regelt.

Laut dieser Arbeitsstättenverordnung dürfen Arbeitnehmer keinen Gefahren für Sicherheit und Gesundheit ausgesetzt sein. Nach wie vor soll bei der Arbeit ein Wert von 26 Grad –außer, wenn es betriebsnotwendig ist – nicht überschritten werden.  Falls die Außentemperaturen höher liegen, muss der Arbeitgeber Schutzmassnahmen ergreifen. Wird es drinnen heißer als 30 Grad, kann der Arbeitnehmer darauf bestehen, einen kühleren Arbeitsplatz zugewiesen zu bekommen.  Bei mehr als 35 Grad und ohne besonderen Schutz ist ein Raum zum Arbeiten „nicht geeignet“. Ein eindeutiges Verbot  hört sich anders an.

Wer hat bei diesen Regelungen wohl „Pate“ gestanden und sich den Ring küssen lassen? Besonders gesundheitsorientiert sind sie jedenfalls nicht –  bleibt abzuwarten, ob Arbeitnehmer nun gegen zu heiße Arbeitsräume klagen werden.

Selbstständig, das Gegenteil von Unselbstständig!

Es gibt wohl kein anderes Land, das der Selbstständigkeit so skeptisch gegenüber steht wie Deutschland. Im europäischen Vergleich gehören wir zu den Schlusslichtern, was die Bereitschaft angeht, zu gründen oder Solounternehmer zu werden. Vor der Selbstständigkeit wird überwiegend gewarnt: Ein Drittel der  Selbstständigen geben nach zwei bis drei Jahren auf, heißt es. Dass dies bedeutet, dass zwei Drittel erfolgreich am Markt bleiben, hört man nicht.

Ich hatte gerade eine Solounternehmerin in der Beratung – es ging ihr um Zeitmanagement, denn der Laden brummt, wie sie sagt. Sie kennt den Vergleich mit dem Angestelltendasein und ihr Fazit lautet: Endlich selbstständig – nie wieder angestellt!

Den „blöden Spruch“ mit „ständig selbst“ wehrt sie ab: Sie genießt es, ihre Zeitplanung und ihre Prozesse selbst gestalten zu können. Das „Selbst“ sieht sie als hohen Wert, für den ihrer Meinung nach die meisten nicht taugen, weil sie „unselbstständig“ sind.

Hinzu kommt, dass viele Menschen viel darüber meinen, aber wenig darüber wissen.  Wenn Sie das Ziel haben, sich selbstständig zu machen, ist es wichtig, sich gut vorzubereiten und zu informieren, hier zum Beispiel. Dann sagen Sie vielleicht auch in ein paar Jahren: Endlich selbstständig!

Downshifting erst recht in der Krise, meint die Haufe-Akademie

Die gefühlte Krise ist in Deutschland schlimmer als die gemessene, soviel ist klar. Aber jetzt gibt es zu einer Frage, die viele in diesem Zusammenhang bewegt, endlich auch Messbares: Die Frage lautet, „Darf man in der Krise überhaupt noch Downshiften oder an work-life-balance denken?“

Das alte Bild, dass man in Krisenzeiten „die Ärmel aufkrempeln“ müsse und  anzupacken habe, hält sich hartnäckig in den Hinterköpfen. Das kann es ja auch gern –  denn Downshiften heisst nicht Aussteigen.

Gemeinsam mit der Uni Detmold hat die Haufe Akademie 92 Führungskräfte zum Thema work-life-balance in Krisenzeiten befragt. Einige der Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Aber um es kurz zu machen, das Fazit lautet „jetzt erst recht“. Und darüber bin ich froh. Denn gerade, wenn  Angst den Menschen in den Knopflöchern steckt, tendieren sie dazu, ohne Nachzudenken zu  „funktionieren“  und sich selbst zu vernachlässigen. Die Folge davon ist auch messbar: Burnout und Herzkrankheiten, wie eine Langzeitstudie mit Namen „Whitehall II“ bestätigt. Also: Achten Sie auf sich, seien Sie sich selbst ein guter Coach!

Downshifting, erlebt und zum Nachlesen

Ist Downshifting in Zeiten staatlich verordneter Kürzungen überhaupt noch ein Thema?, wurde ich kürzlich in einem Interview gefragt. Gerade wenn man das Leben als überwiegend fremdbestimmt erlebt, ist es ein Thema, war meine Antwort. Und in so genannten Krisenzeiten ist diese Fremdbestimmtheit besonders stark: Man macht Kompromisse, die man sonst nur als  faule bezeichnen würde, man schenkt dem Arbeitgeber Überstunden, weil man meint, nur so den Arbeitsplatz erhalten zu können, und so weiter und so fort. Ein selbstbestimmtes Leben sieht anders aus.

 Glücklicherweise sehen das die Meinungsmacher auch so und zeigen uns immer wieder Einblicke in das Leben von erfolgreichen Downshiftern. So kürzlich wieder der WDR 5 mit einem Portrait des seit dreißig Jahren in Köln lebenden Briten John Sykes – schauen Sie doch mal vorbei.

Karriereplanung: Bewerben, auch wenn das Profil nicht ganz passt?

Meinem Gegenüber steht ein Fragezeichen auf der Stirn. „So richtig passe ich nicht auf die Stellenausschreibung,“ meint er. Die mitgedachte Frage lautet: „Soll ich mich trotzdem bewerben?“

Im Reich der Personalarbeit gibt es ja viele Sagen und Legenden. Eine davon ist der „gradlinige Lebenslauf“, eine andere das sogenannte „perfect fit“, das Headhunter ihren Firmenkunden liefern sollen: Die hundertprozentige Übereinstimmung zwischen Kandidat und Stellenausschreibung. Nach meiner Erfahrung –  ich berate seit zehn Jahren – gibt es die selten oder gar nicht. Viel wahrscheinlicher ist eine Übereinstimmung von sechzig bis siebzig Prozent.

Allerdings gehen Kandidaten mit dieser Diskrepanz unterschiedlich um. Männer bewerben sich meist noch, wenn ihr Profil nur zu 50% oder auch weniger übereinstimmt, Frauen scheinen mehr Prozentpunkte fürs Bewerben zu brauchen.

Wenn also so eine erwartbare Abweichung vom Anforderungsprofil da ist, kommt es aus Bewerbersicht darauf an, klug damit umzugehen. Filtern Sie Informationen aus der Stellenanzeige: Welche Anforderungen sind obligatorisch? Welche sind verhandelbar oder durch Ihre Stärken kompensierbar?  

Wenn Sie das klar haben und im Selbstmarketing gut sind – das kann man bekanntlich üben! –  bewerben Sie sich!  Ihr Ziel ist es schließlich, erst mal ins Gespräch zu kommen – also die Gelegenheit zu einem Vorstellungsgespräch zu bekommen.

Umgang mit der Krise: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Wirtschaftskrise, Bankenkrise, Euro-Krise, Kreditkrise, Vertrauenskrise…Unser Leben scheint, will man den Medien glauben, zur Dauerkrise geworden zu sein, von persönlichen Krisen (Midlife? Sinn? Partnerschaft?) mal  ganz zu schweigen.

Was macht das mit uns? Ein Coaching-Klient sagte neulich, „Ich kann es schon nicht mehr hören, dieses Krisengeschwafel. Früher gab es das nicht. Ich dreh dann einfach weg, und hör Musik.“

Auch eine Lösung. Sie steuern so aus der Perma-Krisenberieselung, allerdings ist das Ergebnis kein Zurück in den Ursprungszustand, sondern ein bewusstes Ausblenden.  Der Angstmacher ist zwar noch da, aber irgendwo im Nebulösen, wo er auf den Alltag nicht mehr so deutlich zugreifen kann. Dadurch kann der Alltag leichter und unbeschwerter werden. 

Eine Freundin macht es ganz anders. Seit sie durch eine handfeste Lebenskrise gegangen ist,  ist sie Krisenfan geworden. Sie sagt, „Krise als Chance, das kann zwar keiner mehr hören – aber es ist so!“ Obwohl sie selbst an diesen System-Krisen nichts ändern kann, hat sie keine Angst davor. Menschen haben immer in Krisenzeiten gelebt, meint sie, einen paradiesischen Urzustand gab es nie. Und irgendwie haben viele Menschen auch viele Krisen gemeistert. Sie geht mit dem „Krisengefühl“ um wie mit einer Schwäche: Sie kennt sie, achtet auf die Schwäche und gibt ihr manchmal auch Raum. Die Schwäche gehört zu ihr. Genauso, wie das Krisengefühl zu unsrer Zeit gehört. Es hilft uns, achtsam und beweglich zu bleiben, meint meine Freundin. Was meinen Sie?

Alles neu macht der Juni: Mein neuer Blog

Die Zeit war reif, liebe Leser, den Anbieter für meine regelmäßigen Postings zu wechseln. Nach fünf Jahren Blogger erscheinen meine Postings jetzt bei wordpress – da habe ich einfach mehr gestalterische Möglichkeiten.

Das umfangreiche Blog-Archiv, das in diesen fünf Jahren zusammen gekommen ist, können Sie nach wie vor durchstöbern, indem Sie rechts auf den Hinweis „Archiv 2005-Mai 2010“ klicken. Hier eine kleine Auswahl von früheren  Postings, die für Sie vielleicht noch interessant sein könnten:

 

Eins brauche ich wohl nicht zu betonen: Ich freue mich nach wie vor über Ihre Rückmeldungen und Kommentare! – Herzlichst, Ihre Wiebke Sponagel

Ziele setzen und erreichen: Hilfe, mein Chef bremst mich aus!

Einfach ist sie nicht, die Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter, auch wenn sich alle duzen und „locker drauf“ sind. Unsere Kultur des Zeitmangels muss oft als Erklärung dafür herhalten, dass grundsätzliche gegenseitige Erwartungen nie geklärt werden.

Was erwartet der Mitarbeiter? Will er viel oder wenig Führung, also auch das Erkennen und Entwickeln seiner Potentiale? Oder kennt er die selbst und weiss, wo es hingeht?

Umgekehrt, was will der oder die Vorgesetzte? Einen „automatischen“ Mitarbeiter, der ohne viel Zutun funktioniert? Führung auf Autopilot, sozusagen?

Wenn diese Erwartungen nicht geklärt werden, können bei der Zusammenarbeit unangenehme Überraschungen lauern. Ein Klient beklagte sich, sein Vorgesetzter sei auch gleichzeitig sein Mentor und unterlasse es seit Jahren, ihn für eine Beförderung vorzuschlagen. Statt dessen mäkele er nur an der Arbeitsweise des Klienten herum, nicht aber an den von ihm geleisteten Überstunden. Das Verhältnis der beiden war sich zum Selbstläufer geworden – jeder meinte, die Reaktionen des anderen vorhersagen zu können und war deshalb auch im eigenen Verhalten festgefahren.

Wenn es so weit ist, helfen nur sichtbare Interventionen von außen: Im Extremfall der Jobwechsel. Sonst die Vermittlung durch einen betriebsinteren Ansprechpartner im Personal. Denkbar ist natürlich  auch, das eigene Verhaltensrepertoire um neue, unerwartete Register zu erweitern und den Chef mal einfach „in die Tasche zu stecken“ – das kann gelingen, wenn Sie den Mut dazu haben und einen guten Unterstützer an Ihrer Seite.