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Qualitätskriterien für Coaching

Woran merke ich als Interessent/Klient, ob der Coach gut ist ?
Die Frage der Qualitätskriterien für Coaching scheint zwischen den Zeilen bei so manchem Vorgespräch durch. Es kreucht und fleucht ja so einiges auf dem Coaching-Markt,  für fast jede Nachfrage scheint es einen Coach zu geben – so z.B. welche, die beim Fahren von „Traumwagen“ coachen, oder welche, die „Burnout-Coaching“  anbieten.
Falls Sie sich noch nicht ganz im klaren sind, was für eine Sorte Coach Sie brauchen, hier ein paar Hinweise bzw. Fragen, die Ihnen bei der Auswahl helfen können:

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Glückwünsche für 2017

Nach einem guten, alten Ritual schenken wir uns zu Neujahr kleine Marzipanschweinchen. Wir sind Pragmatiker – diese Art, Glück zu wünschen, ist nebenbei noch essbar.

Gerade habe ich eins bekommen, und mir fällt auf: Da fehlt was! Das Glückschwein besteht aus einem überdimensionierten Gesicht, einer Art Knödel auf dem Rücken, der wohl das Stummelschwänzchen darstellen soll, und zwei angedeuteten Vorderbeinen. Der Hintern, eigentlich das Schönste an dem Kerlchen, ist samt und sonders weg.

Was, frage ich mich nun, hat das zu bedeuten? Sind Marzipan-Schweinepobäckchen in der postfaktischen Welt obszön, politisch inkorrekt? Kann eigentlich nicht sein, wenn man sieht, wie viel junges Frauen-Fleisch an öffentlichen Plakatwänden hängt. Nein, eine andere Erklärung drängt sich auf: Sparmaßnahmen. Der Hintern wurde von irgendwelchen Controllern als verzichtbar deklariert, nu isser ab.

Schade eigentlich. Die zarten Marzipan-Rundungen fand ich immer besonders entzückend. Na macht nichts. Das Sparschwein ist inzwischen, auch ohne Hintern,  vollkommen verschwunden.

Ganz viel Schwein ohne Sparmaßnahmen und ebensoviel Erfolg für 2017 wünscht Ihnen
Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel

Wiki über Glücksbringer

Kein Gefühl für Erfolg mehr

Mein Gegenüber hat viel geleistet und erreicht in seinem Leben. Er hat sich Ziele gesetzt, hart gearbeitet und sie erreicht. Jetzt ist er da, wo er immer hin wollte. Er könnte zufrieden sein, sich selbst auf die Schultern klopfen. Aber das geht nicht, denn etwas stimmt nicht, sagt er. Er hat das Gefühl verloren, das gute Gefühl, wenn man erfolgreich ist.

Früher, da waren Erfolge immer ein Fest für ihn, sagt er. Er habe sie zuhause oder mit Freunden oder Kollegen gefeiert, habe sich feiern lassen. In letzter Zeit aber habe er davon Abstand genommen. Dieses Verhalten passe nicht mehr zu einem über 40-jährigen, meint er. Auch habe sich seine Umgebung daran gewöhnt, dass ihm fast alles gelingt. Die Erwartungshaltung an ihn sei immer hoch, und seine Erfolge würden dann „abgenickt“ werden – man hat es ja nicht anders erwartet.

Er schaut mich mit einem fragenden Ausdruck an. Der Job, das Gehalt, die Arbeitsbedingungen … all das sei okay, aber irgendwie fad geworden. Wie, fragt er, kann ich das Gefühl zurück bekommen, das gute Gefühl des Erfolgreichen?

Wir haben uns daraufhin auf den Weg gemacht in die Gefühlswelt meines Klienten. Es ist ein Aufbruch zu eher kindlichen Anteilen seiner Persönlichkeit, zu Eigenschaften hinter einer Fassade von Professionalität und Seniorität. Sie bringt überraschende Erkenntnisse, diese Reise. Unter anderem, dass man tatsächlich älter und anders wird, sich dabei aber in keine Erwartungs-Zwangsjacke rein zwängen muss. Dass man Erfolge nach wie vor feiern kann und dass man Jobs, wenn sie fad werden, wechseln kann.

Weihnachtszeit: Privates und Beruf im Einklang?

Manche meinen, ein Coach habe sich ums Berufliche zu kümmern und sonst um nichts. Das mag bei vielen Coaches so sein, bei mir nicht. Ich will den ganzen Menschen sehen, auch seine private Seite und wie die reagiert, wenn der Klient eine berufliche Veränderung einleitet. Zieht die Familie, zieht die Beziehung mit? Oder gibt es da Widerstand, der zum Aufgabenpaket für den Klienten hinzu kommt? Privates und Beruf im Einklang, das ist besonders zur Weihnachtszeit, wenn man endlich mal wieder zum Durchatmen und Nachdenken kommt, ein Anliegen, wie ich von einer Klientin erfahre.

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Hilfe, mir fehlt der Lebensplan…

Einer meiner Coach-Ausbilder sagte immer, es gibt keine Zufälle. Daran musste ich denken, als ich zwei Anfragen bekam, die mir aus einer Richtung zu kommen schienen.

  • Anfrage eins: Ein sehr bestimmt sprechender Herr, der für seinen Sohn anruft. Den (Anfang zwanzig) will er, da er sich mit seinem Studienfach „vergaloppiert“ habe, zu mir schicken. Ich mache einen Scherz über „geschickte Klienten“. Die Pointe verfängt nicht. Ich muss erklären – und was ist das für ein Witz, den man erklären muss… geschickt, sage ich, weil Sie Ihren Sohn zu mir schicken wollen…Aha. Der Mann versteht nicht, dass sein „väterliches Vorfühlen beim Coach“ keine gute Weichenstellung ist. Ob nicht der Sohn selbst anrufen könne, und ob er überhaupt ein Interesse an einer Beratung habe, frage ich. Eigenmotivation ist die Grundvoraussetzung für das Gelingen eines Coachings. Ich mache noch einen Scherz über Helikoptereltern. Dann verabschiedet sich der Mann.
  • Anfrage zwei: Ein junger Mann Ende zwanzig. Er hat einen „bunten“ Lebenslauf mit unterschiedlichsten Erfahrungen und Ausbildungen. Er will einen Beruf finden, der zu ihm passt. Er möchte „zur Ruhe kommen“, gleichzeitig aber „neugierig bleiben“. Die Frage, was ihn bisher gehindert habe, diesen zu ihm passenden Beruf zu finden, kann er zunächst nicht beantworten. Sein „inneres Kind“ dürfe sich bei ihm austoben, sagt er lachend. Am Ende seines Berufslebens sieht er sich in einem Häuschen im Grünen. Aber für den Weg dahin fehlt ihm der Plan.

In einer Zeit, die nur so überquillt vor Ratgebern, die es „gut meinen“ (in Medien, im Bekanntenkreis), ist es schwer, das Eigene zu finden. Fremdbestimmung überall. Sich von anderen bestimmen lassen, heißt auch, sich anzuvertrauen, weil man über sich noch relativ wenig weiß. Und das heißt, Verantwortung abzugeben. Aber mit Verantwortung fängt er an, der Plan fürs eigene Leben.

Mehr dazu bei Zeit/studium

Berufliche Entscheidung- was soll ich tun?

Bei vielen Coachings geht es um das Für und Wider einer beruflichen Entscheidung. Wer sich für etwas entscheidet, entscheidet zugleich gegen etliches andere. Da liegt die Schwierigkeit. Es ist ja so schön, noch ein paar Bälle in der Luft zu haben. Man möchte doch Auswahl haben beim Entscheiden. Und in manchen Fällen führt das dazu, dass man lieber gar nicht entscheidet, oder das Entscheiden aufschiebt, bis sich „irgendetwas“ geändert hat. Da macht man auch nichts falsch… oder?

Alltagsentscheidungen sind unser täglich Brot, sie fallen leicht, wir denken gar nicht mehr lang darüber nach. Aber eine Entscheidung für oder gegen einen Job, den beruflichen Umstieg oder ähnliches sprengt den Rahmen unserer Entscheidungsroutinen.

Eine solche Entscheidung schüttelt man nicht unbedingt aus dem Ärmel, es sei denn, man hat schon lange auf sie hingearbeitet. Wer kontinuierlich eine bestimmte Position angestrebt hat, wird sie ohne langes Zögern annehmen, wenn das Angebot da ist. Von diesen Menschen heißt es dann, sie wissen, was sie wollen – sie sind auf die Entscheidungssituation vorbereitet.

Manche Entscheidungen brauchen einfach Zeit und vielleicht einen Sparringpartner, der neutral , strukturiert und aus unterschiedlichen Perspektiven mit auslotet, worum es geht. In dieser Phase der Abwägung dürfen wir ruhig auch mal nicht wissen, was wir wollen. Nehmen wir uns die Zeit, es herauszufinden.

Mehr übers Entscheiden

Wenn Vertrauen bei der Arbeit fehlt…

Umstrukturierungsprozesse, wohin man sieht. Es geht um mehr Effizienz, also darum, mehr Arbeit auf weniger Menschen zu verteilen.  In vielen Unternehmen sieht das so aus: Alle Mitarbeiter, auch diejenigen, die seit langem dabei sind, sollen ein Assessment Center durchlaufen. So soll die Zukunftstauglichkeit der Mitarbeiter festgestellt werden. Es gibt offenbar niemanden, kein internes Gremium, das über die Leistung und Eignung der langjährigen Mitarbeiter befinden kann.  Das Urteil über Bleiben oder Gehen wird auf ein für die Geprüften undurchsichtiges Verfahren geschoben. Objektiv soll es sein. Vertrauen auf erbrachte Leistungen? Fehlanzeige.

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Beruflicher Neuanfang, aber wie?

Was er jetzt ist, wollte er eigentlich nie werden, sagt mein Klient. Seine Eltern wollten, dass er das wird. Ähnlich geht es einer Klientin, die in den Beruf „irgendwie hinein geschlittert“ ist. Sie macht das jetzt seit 12 Jahren. Es hat längst aufgehört, ihr Spaß zu machen. Sie fragt sich, ob es nicht vielen jungen Leute ähnlich geht, weil sie „einfach kein Konzept“ haben, weder von sich, noch von dem Leben, das sie führen wollen. Die Frage nach einem möglichen beruflichen Neuanfang stellt sich erst, wenn man schon längst auf einem Gleis unterwegs ist.

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Zurück zur Leichtigkeit!

„Zurück zur Leichtigkeit, darüber solltest du mal schreiben“, meinte meine Freundin, und verabschiedete sich in den Urlaub. Recht hat sie. Wie oft habe ich schon den Satz „ich sollte es einfach leichter nehmen, oder“ von meinen Klienten gehört.

Nur leider ist das ziemlich schwer, mit der Leichtigkeit. Kulturell bedingt will sie uns Deutschen einfach nicht leicht fallen. Wir haben nämlich, will man Kulturforschern wie Geert Hofstede glauben, einen ziemlich hohen Wert in dem, was er „Unsicherheitsvermeidung“ nennt: Der Grad, bis zu dem Mitglieder einer Kultur sich durch mehrdeutige oder unbekannte Situationen bedroht fühlen. Das heißt, wie sind schon kulturell bedingt so „programmiert“, dass wir „vorbauen“, uns wappnen wollen gegen das Übel in der Welt. Leicht nehmen wir’s nicht. Wir sind eine Vollkasko-Gesellschaft.

Und dann dieser Appell, dieser Allzweck-Rat, „zurück zur Leichtigkeit“! Als gäbe es eine Art Naturzustand, den man wieder bekommt, wenn man sich nur dazu entschließt. Wer das nicht hinkriegt, hadert. Mannomann, warum funktioniert das denn nicht? Ich will doch! Ich will leicht sein, will glücklich sein…

Dabei ist ja weidlich bekannt: Was man krampfhaft will, geht sowieso nicht und  „leicht“ ist es schon gar nicht. Und ob Leichtigkeit überhaupt ein Zustand ist…auch daran habe ich meine Zweifel. Natürlich ist der Wechsel. Gutes Wetter, schlechtes Wetter, dur, moll, hell, dunkel. Vielleicht hat die Schwere ja ihren Grund, bei genauerem Hinsehen. Und vielleicht kann man ja gegen diese Gründe etwas t u n, statt sich nur zu mehr „Leichtigkeit“ zu entschließen?
Leicht zu nehmender Filmtipp zum Thema.

Kettenbefristung ohne Ende? Urteil des EuGH

Die Klientin  hebt hilflos die Schultern und liest das Wesentliche der Stellenanzeige laut vor: „Wieder befristet!“ Für viele aus ihrer Generation ist das bitter.  Lebensplanung? – Unter diesen Bedingungen Fehlanzeige.  Die Befristung von Arbeitsverträgen auf zwei Jahre ist in Deutschland weit verbreitet. Dagegen als Arbeitnehmer vorzugehen,  eher nicht. Eine spanische Krankenschwester hat das getan. Sie arbeitete vom Februar 2009 und Juni 2013 im Universitätskrankenhaus von Madrid, ihr Vertrag war acht mal befristet worden, danach sollte er enden. Die Krankenschwester klagte, der EuGH gab ihr Recht.

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