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Jobwechsel: Wann, wenn nicht jetzt?

Ich bin aus der Übung, sagt mein Gegenüber. Er meint damit nicht etwa seine Fitness oder seine Fremdsprachenkompetenz, nein, er spricht über die Fähigkeit, sich zu bewerben. Relativ lange ist er seinem Unternehmen treu geblieben, und ein möglicher Jobwechsel wäre ungewohntes Neuland. Wie macht man das überhaupt, sich darstellen, sich bewerben?

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Ein besseres Gehalt verhandeln – wie geht das?

Wie es ist…

Jeder Karriereschritt sollte von einer Gehaltssteigerung in Höhe von mindestens zehn bis fünfzehn Prozent begleitet sein, manchmal auch mehr. Sollte. Immer wieder begegne ich engagierten Mitarbeitern, die „kurzfristig eingesprungen“ sind. Sie haben für ihr Unternehmen eine Führungsposition übernommen, weil umstrukturiert wurde und „sonst niemand in Frage kam“. Sie haben mehr Verantwortung, mehr Arbeit – mehr Gehalt aber haben sie „erst mal“ nicht. Dieses „erst mal“ dehnt sich dann „überraschenderweise“ so lange aus, bis sich alle dran gewöhnt haben. Bis allein die Frage nach mehr Gehalt durch das eigene Verhalten ausgehebelt wird: Für das Unternehmen geht es ja längst so, wie es geht – warum dann mehr Geld dafür hinlegen?

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Schlechte Chefs, miese Führung?

Auf ein Neues: Laut Gallup haben wir in Deutschland ziemlich miese Führungskräfte. Das jedenfalls soll die aktuelle von dem Beratungsunternehmen erstellte Studie nach einer Umfrage mit über 1400 deutschen Arbeitnehmern belegen.Will man den Ergebnissen glauben, klafft eine geradezu groteske Lücke zwischen der Selbstwahrnehmung der Führungskräfte und der Fremdwahrnehmung ihrer Mitarbeiter. Während die Untergebenen ihren Chefs überwiegend schlechte Noten geben, sind die Führungskräfte selbst höchst zufrieden mit ihrer Leistung.

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Hilfe, jetzt bin ich Boss!

Wer voran kommen will im Berufsleben, kommt auf Dauer an Personalführung nicht vorbei. Mein Klient hat es geschafft: Seit kurzem ist er Teamleiter. Er merkt, dass nun ein anderer Umgangston vorherrscht, dass man ihm mit anderen Erwartungen begegnet. In seinem Wunsch, die Aufgabe gut zu machen, konzentriert er sich sehr auf das Fachliche.  Reicht das?

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Mein Chef, mein Freund?

Mein Klient schaut mich an, als hätte er in eine Zitrone gebissen. „Mein Chef will unser aller Freund sein. Er erzählt mir Dinge aus seinem Privatleben, die ich eigentlich gar nicht wissen will…“
Das Resultat dieser freundschaftlichen Führung ist, dass der Vorgesetzte in seiner Abteilung als „schlechter Chef“ gesehen wird: Er vermischt private und berufliche Anforderungen und kann sich nach oben und im Team nicht durchsetzen, heißt es. Man nimmt ihn nicht ernst.

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Wer bin ich?

Menschen gibt es in vielen Erscheinungsformen – das ist auch vor David Precht schon einigen aufgefallen. Die Rollen, die wir im Leben spielen – z.B. Eltern sein, Kinder, Schüler, Partner, Kollege, Lösungsagent, Blitzableiter – zeigen uns in unterschiedlichsten Facetten. Zudem ist es in, „etwas Besonderes“ darzustellen, in den sozialen Netzwerken etwa, 15 Minuten Star sein…. und in dem Streben sind dann auch wieder alle gleich. Unser Zeitalter giert nach Individualität, Selbstverwirklichung ist ein „Must“, wie es scheint. Und gar nicht so einfach. Irgendwie macht doch jeder etwas, was andere schon vorher gemacht haben. Oder ist es die Lösung, einen Marathon als Erster rückwärts zu laufen…?

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Karriereberatung – brauche ich sowas?

Gegenfrage: Was passiert, wenn man die „Karriere“, im ursprünglichen Sinn „Rennbahn oder auch Wagen/Karre“, frei und unkontrolliert laufen lässt?
Vielleicht läuft sie gut, vielleicht auch nicht. In Deutschland bekommen Autos vermutlich mehr regelmäßige Aufmerksamkeit als die Steuerung der beruflichen Laufbahn. Eine gelegentliche berufliche Zwischenbilanz kann also nicht schaden.
Hier ein paar weitere Gedanken zum Thema:

Karriere möchte ich eigentlich gar keine machen. Ich bin zufrieden als Fachkraft. Dann brauche ich sowas doch nicht, oder?

• Komisch, dass „Karriere“ in D teils so einen faden Beigeschmack hat. Das kommt wohl von dem Begriff „Karrierist“, der negativ besetzt ist. Dabei geht es bei Karriereberatung ja darum, berufliche Ziele zu erreichen. Das kann auch heißen, als Fachkraft stetig am Ball zu bleiben. Den einen Job fürs Leben gibt es bekanntlich nicht mehr. Durchschnittlich verweilt man in einem Unternehmen nur noch 3,7 Jahre. Danach kommt wieder ein kleiner persönlicher Neuanfang, der viel Professionalität verlangt: Überzeugende Bewerbungsunterlagen, einen guter Auftritt beim potentiellen neuen Arbeitgeber, eine kluge Steuerung der Probezeit. Es schadet also nicht, die eigene „employability“ auch unter dem Aspekt von passenden Weiterbildungen gelegentlich zu reflektieren.

Wo kann Karriereberatung sonst hoch helfen?

• Karriereberatung hat einen Horizont von ca. 3-5 Jahren, Coaching greift weiter. Wenn es also darum geht, kurz-, und mittelfristige Ziele zu erreichen, ist Karriereberatung genau richtig.
• Sie kann helfen, Ihnen den Rücken zu stärken, Ihre Verhandlungskompetenz zu unterstützen. Auch wenn es noch Gewerkschaften gibt: Ihren Arbeitsvertrag und die Konditionen verhandeln Sie direkt und alleine. Genauso ist es bei Zielgesprächen: Auch da kann es helfen, Verhandlungstechniken zu kennen.
• Apropos Verhandlungstechniken: Wo Ressourcen knapp sind, wird gekämpft: Um Verantwortlichkeiten (oder keine), um Entlastung, um Anerkennung. Das Berufsleben ist ein Haifischbecken – auch im Umgang mit Konflikten bietet Karriereberatung ganz individuell Unterstützung.

Wenn es also darum geht, Sie für ein ständig wechselndes berufliches Umfeld zu stärken und Ihre Professionalität zu unterstützen, sind Sie beim Karriereberater ganz richtig.

Qualitätskriterien für Coaching

Woran merke ich als Interessent/Klient, ob der Coach gut ist ?
Die Frage der Qualitätskriterien für Coaching scheint zwischen den Zeilen bei so manchem Vorgespräch durch. Es kreucht und fleucht ja so einiges auf dem Coaching-Markt,  für fast jede Nachfrage scheint es einen Coach zu geben – so z.B. welche, die beim Fahren von „Traumwagen“ coachen, oder welche, die „Burnout-Coaching“  anbieten.
Falls Sie sich noch nicht ganz im klaren sind, was für eine Sorte Coach Sie brauchen, hier ein paar Hinweise bzw. Fragen, die Ihnen bei der Auswahl helfen können:

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Glückwünsche für 2017

Nach einem guten, alten Ritual schenken wir uns zu Neujahr kleine Marzipanschweinchen. Wir sind Pragmatiker – diese Art, Glück zu wünschen, ist nebenbei noch essbar.

Gerade habe ich eins bekommen, und mir fällt auf: Da fehlt was! Das Glückschwein besteht aus einem überdimensionierten Gesicht, einer Art Knödel auf dem Rücken, der wohl das Stummelschwänzchen darstellen soll, und zwei angedeuteten Vorderbeinen. Der Hintern, eigentlich das Schönste an dem Kerlchen, ist samt und sonders weg.

Was, frage ich mich nun, hat das zu bedeuten? Sind Marzipan-Schweinepobäckchen in der postfaktischen Welt obszön, politisch inkorrekt? Kann eigentlich nicht sein, wenn man sieht, wie viel junges Frauen-Fleisch an öffentlichen Plakatwänden hängt. Nein, eine andere Erklärung drängt sich auf: Sparmaßnahmen. Der Hintern wurde von irgendwelchen Controllern als verzichtbar deklariert, nu isser ab.

Schade eigentlich. Die zarten Marzipan-Rundungen fand ich immer besonders entzückend. Na macht nichts. Das Sparschwein ist inzwischen, auch ohne Hintern,  vollkommen verschwunden.

Ganz viel Schwein ohne Sparmaßnahmen und ebensoviel Erfolg für 2017 wünscht Ihnen
Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel

Wiki über Glücksbringer

Kein Gefühl für Erfolg mehr

Mein Gegenüber hat viel geleistet und erreicht in seinem Leben. Er hat sich Ziele gesetzt, hart gearbeitet und sie erreicht. Jetzt ist er da, wo er immer hin wollte. Er könnte zufrieden sein, sich selbst auf die Schultern klopfen. Aber das geht nicht, denn etwas stimmt nicht, sagt er. Er hat das Gefühl verloren, das gute Gefühl, wenn man erfolgreich ist.

Früher, da waren Erfolge immer ein Fest für ihn, sagt er. Er habe sie zuhause oder mit Freunden oder Kollegen gefeiert, habe sich feiern lassen. In letzter Zeit aber habe er davon Abstand genommen. Dieses Verhalten passe nicht mehr zu einem über 40-jährigen, meint er. Auch habe sich seine Umgebung daran gewöhnt, dass ihm fast alles gelingt. Die Erwartungshaltung an ihn sei immer hoch, und seine Erfolge würden dann „abgenickt“ werden – man hat es ja nicht anders erwartet.

Er schaut mich mit einem fragenden Ausdruck an. Der Job, das Gehalt, die Arbeitsbedingungen … all das sei okay, aber irgendwie fad geworden. Wie, fragt er, kann ich das Gefühl zurück bekommen, das gute Gefühl des Erfolgreichen?

Wir haben uns daraufhin auf den Weg gemacht in die Gefühlswelt meines Klienten. Es ist ein Aufbruch zu eher kindlichen Anteilen seiner Persönlichkeit, zu Eigenschaften hinter einer Fassade von Professionalität und Seniorität. Sie bringt überraschende Erkenntnisse, diese Reise. Unter anderem, dass man tatsächlich älter und anders wird, sich dabei aber in keine Erwartungs-Zwangsjacke rein zwängen muss. Dass man Erfolge nach wie vor feiern kann und dass man Jobs, wenn sie fad werden, wechseln kann.