Beruflicher Neuanfang, aber wie?

Was er jetzt ist, wollte er eigentlich nie werden, sagt mein Klient. Seine Eltern wollten, dass er das wird. Ähnlich geht es einer Klientin, die in den Beruf „irgendwie hinein geschlittert“ ist. Sie macht das jetzt seit 12 Jahren. Es hat längst aufgehört, ihr Spaß zu machen. Sie fragt sich, ob es nicht vielen jungen Leute ähnlich geht, weil sie „einfach kein Konzept“ haben, weder von sich, noch von dem Leben, das sie führen wollen. Die Frage nach einem möglichen beruflichen Neuanfang stellt sich erst, wenn man schon längst auf einem Gleis unterwegs ist.


Menschen, die gestrandet sind in ihrem Beruf, begegnen mir berufsbedingt häufig. Niemand weiß  von der Qual, jeden Morgen aufzustehen und zum Job zu gehen. Sobald sie davon erzählen, glauben sie, Ausgestoßene zu sein. Man würde sie nicht mehr dulden, man würde sie zwingen, zu gehen. Also führen sie weiter ihr Fassaden-Dasein, wie Deserteure beobachten sie sich dabei und verdammen ihren Verrat an sich selbst.
Klingt ziemlich dramatisch – ist es auch. Je länger das dauert, desto mehr steigt der Handlungsbedarf. Endlich etwas ändern. Vielleicht ist da schon eine Idee, aber noch keine Vorstellung über den Weg dahin. Oder eine Schatzsuche in die Vergangenheit ist angezeigt, um liegen gelassene rote Fäden wieder aufzunehmen. Oder, oder, oder. Im Prinzip ist es einfach, sein Leben zu ändern. Man fängt an zu steuern.
Beispiele für Neuanfänge hier.