Mein Job macht mich fertig – wirklich nur der Job?

Der Begriff burnout irrlichtert durch die Medien.

Dort finden wir, was „Vordenker“ schreiben, damit wir uns das Nachdenken sparen können.

Nach dieser medial vorverdauten Denkungsart handelt es sich beim burnout um einen „Zustand emotionaler Erschöpfung,… meist durch Stress ausgelöst“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom).  Die Ursache, der Stressauslöser, wird überwiegend in der Arbeitswelt lokalisiert.

Dass diese Sicht der Dinge vielleicht zu kurz greift, zeigt ein Artikel meines lieben Kollegen Peter Gester. Peter ist eine wandelnde Enzyklopädie und verblüfft immer wieder mit seinem Blick aufs Ganze. Dabei mag seine Sprache aufgebläht und kanzelhaft wirken, aber gut, so ist das eben bei Leitwölfen von seinem Schlag. Wenn man diesen Schaum abzieht, kann man wertvolle Perlen finden.

So ging es mir mit diesem Artikel, da wo et um den burnout jeht. Peter beschreibt das Phänomen als Antwort auf ein „längerdauerndes biographisches Unbehagen“,  und mit Blick auf Antonovskys Gesundheitskonzept („Salutogenese“) als Unterbrechung des Kohärenzgefühls, der Stimmigkeit mit sich selbst. Eine Krise, die letztlich zu einer „transzendentalen Obdachlosigkeit“ führt.  Hier ein paar Appetithappen:

[…] man könnte einen Burn-out als die Folge eines seit längerem nicht mehr passenden biographischen Anzugs verstehen, den der Betroffene aber (noch) nicht ablegen wollte […]

In diesem Falle wird der Zusammenbruch meistens jedoch nicht durch die Unterdrückung der eigenen Selbstverwirklichungswünsche ausgelöst, sondern durch eine Verkleinbürgerlichung durch überangepasste und vorwiegend geld- und leistungsgetriebene Karriereverwicklung. Dieser überangepasste Selbstverwirklichungspfad hat sich von den primärprozesshaften Tiefenstrukturen des Eigners so weit entfernt und distanziert, dass dadurch die eigenen Energie-, Kraft- und Kreativitätsquellen aus der Balance geraten sind […]

Mit anderen Worten: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Aber lesen – und denken – Sie selbst: http://www.missing-link-institut.de/pages/de/-latest-n-e-w-s-.php