Kettenbefristung ohne Ende? Urteil des EuGH

Die Klientin  hebt hilflos die Schultern und liest das Wesentliche der Stellenanzeige laut vor: „Wieder befristet!“ Für viele aus ihrer Generation ist das bitter.  Lebensplanung? – Unter diesen Bedingungen Fehlanzeige.  Die Befristung von Arbeitsverträgen auf zwei Jahre ist in Deutschland weit verbreitet. Dagegen als Arbeitnehmer vorzugehen,  eher nicht. Eine spanische Krankenschwester hat das getan. Sie arbeitete vom Februar 2009 und Juni 2013 im Universitätskrankenhaus von Madrid, ihr Vertrag war acht mal befristet worden, danach sollte er enden. Die Krankenschwester klagte, der EuGH gab ihr Recht.


Demnach müssen Arbeitsverträge der europäischen Mitgliedstaaten Grenzen für die Befristung festlegen, was in dem spanischen Vertrag nicht vorgesehen war. Mindestens eine der folgenden Regelungen müsste enthalten sein:
• Sachliche Gründe für die Befristung
• Eine maximale Dauer, für die Kettenbefristungen vereinbart werden
• Eine zulässige Anzahl von Kettenbefristungen
Wird dieses Urteil einen Einfluss auf die Planbarkeit individueller Lebensentwürfe hierzulande haben? Vermutlich nicht.  Auch unter Einhaltung dieser Vorschrift ist es für Unternehmen immer noch einfach genug, sich Arbeitnehmer „an der langen Leine zu halten…“

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