Multitasking: Zu viel auf einmal?

Klingelnde Telefone, e-mails ohne Pause und die lieben Kollegen nehmen die „open door policy“ auch sehr wörtlich… so sieht modernes Arbeiten im Multitasking aus. Man kommt kaum dazu, mal Dinge in Ruhe und nacheinander abzuarbeiten. Überall und insbesondere im Kopf angefangene Projekte, lose Enden, die nicht vergessen werden dürfen.
Fast jeder, der in so einem Hamsterrad rennt, hat schon Zeitmanagement-Seminare gemacht und weiß, wie das geht, effizient zu arbeiten. Aber die Rahmenbedingungen erlauben das nicht, die Belastung bleibt, Entlastung ist nicht in Sicht. Zu teuer. Geht ja auch so…

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Verschieben oder nicht verschieben…?

Bestimmt kennen Sie das auch. Die Leiche im Keller, das unvollendete Werk – gut ist einfach nicht gut genug, und morgen ist ja auch noch ein Tag. Das kann eine akademische Arbeit sein, oder ein Bericht, der längst fällig ist, oder eine Rechercheaufgabe, bei der noch ein paar Quellen fehlen, oder, oder, oder. Irgendwie gelingt es einfach nicht, die Sache zu Ende zu bringen. Man verschiebt die Angelegenheit, bis keiner mehr danach fragt. Oder bis das Ganze richtig peinlich wird.

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Weihnachtszeit, Stresszeit: Was hilft gegen Stress?

Es ist mal wieder so weit. Das alljährliche Gerenne um Jahresabschluss, Inventur und „letzte“ Kundentermine ist in vollem Gange. Obendrauf noch die Jagd nach Geschenken, die unsäglichen Weihnachtsfeiern, das Karten Verschicken und keinen vergessen… Stress in Reinkultur.

Beschauliche Vorweihnachtszeit? – Eher das Gegenteil.
Wer sich dieser Tage fragt, ob der Stress nicht überhand nimmt, kann Unterstützung aus dem Netz bekommen. Das neue E-Learning-Werkzeug „Gesund Arbeiten“ benennt individuelle Belastungsfaktoren und erstellt eine persönliche Auswertung. Es ist entstanden aus der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ des Bundesarbeitsministeriums und wurde am Institut für Arbeits-, und Sozialmedizin der RWTH Aachen University entwickelt. Nützlich daran sind nicht nur die auf die eigene Situation zugeschnittenen Ergebnisse, sondern auch Vorschläge zur Entlastung… genau richtig in dieser Zeit, falls Sie Zeit dazu haben!

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Urlaub ohne Erholung – immer erreichbar für den Job

 

Urlaubszeit, Zeit für Erholung und Abstand vom Job. Sollte man meinen. Meist ist es aber anders:  Der Körper ist am Urlaubsort, der Geist jedoch immer noch bei der Arbeit. Viele Angestellte  berichten von jenem Berg, der an ihrem Arbeitsplatz lauert: Der e-mail-Berg. Der hat die unerfreuliche Eigenschaft, im Urlaub größer zu werden. Niemand trägt ihn ab, außer dem Adressaten der mails.

Für den ist das ein Dilemma: Kappt er die Verbindung zu den mails,  wird die Rückkehr zur Arbeit ein Fass ohne Boden. Tut er das nicht, hat er auch im Urlaub keinen Abstand vom Job – wie die meisten Deutschen: Nach einer kürzlich erschienenen Studie von BITKOM (Bundesverband für Informationswissenschaft, Telekommunikation und neue Medien) beantworten mehr als drei Viertel der Berufstätigen (76 Prozent) während der Ferienzeit  dienstliche E-Mails oder Anrufe.

76 Prozent der Berufstätigen in Deutschland stecken also in einem Dilemma, das sie „an der langen Leine zum Job“ verharren lässt. Das Muster dafür sieht so aus: Man versucht, bestimmte Dinge zu vermeiden, merkt, das geht nicht, strampelt und kämpft, merkt, das geht auch nicht, dann resigniert man.  Und weiter dreht sich diese Schraube, bis man verzweifelt.  Erst hier, im vierten Stadium einer Zwickmühle, öffnet sich eine Tür: Leider muss man durch diese Phase der empfundenen Ausweglosigkeit durch, um die Tür – die Lösung – zu finden. Sie besteht, abstrakt formuliert, in einer Änderung des Bezugsrahmens.

Was das konkret bedeutet,  lässt sich bei dem Spiel „e-mail-Berg“ auf Anhieb sagen:  Ein anderes System muss her. Innerlich („ich bin unverzichtbar“) und äußerlich:  Auch für die Beantwortung von mails muss eine Vertretung da sein.  Solange das nicht passiert, sind Statements wie die des Präsidenten BITCOM-Verbandes Dieter Kempf, dass man „abschalten“ und den Erholungswert des Urlaubs nicht gefährden solle,  scheinheilige Lippenbekenntnisse.

Werde ich krank oder ist es wirklich zuviel Arbeit?

 

Vielleicht kennen Sie den folgenden Witz, den ich übrigens in Hellmuth Karaseks überaus unterhaltsamem Buch „Das soll ein Witz sein?“ fand:

 Zwei Irre betrachten einen Regenbogen. Sagt der eine zum anderen: „Dafür haben sie Geld! Aber uns studieren lassen sie nicht!“

Die zwei haben aus einer Wahrnehmung den falschen Schluss gezogen. Allerdings „dürfen“ sie das auch, als „Irre“. Meine Klienten haben diese Generalvollmacht fürs Irrationale im allgemeinen nicht, und dennoch formulierte jemand neulich die oben genannte Frage.

Im Klartext: Bin ich irre oder sind die es? Liegt es an mir, dass ich meine Arbeit kaum noch schaffe? Und wie anders als mit Krankheit kann ich darauf reagieren?

Wir haben dann mal sein Tagwerk genau betrachtet, indem wir seine täglichen Aufgaben in Anteilen von Hundert darzustellen versuchten. Zusammengezählt kamen wir auf 130 Prozent. Nebenbei gesagt:  Die meisten Groß-Unternehmen gehen längst von 100 Prozent als Norm-Leistung aus. Die Zielsetzungen für den einzelnen Mitarbeiter liegen weit darüber. Kann es 150 pro Zent Leistung überhaupt geben? – Prozent heißt für Hundert. Alles andere ist  eine irrwitzige Idee, die,  in der Unternehmenssprache verankert, zur „Norm“ wird.

 Aber zurück zu meinem Klienten. Der Mann nimmt wahr, dass er irreal viel arbeitet. Das ist  nicht nur seine „gefühlte Wirklichkeit“, sondern auch eine an Zeit und Aufwand messbare.  In anderen Worten: Entlastung muss her, dringend. Denn krank zu werden, ist keine Alternative.