Ein besseres Gehalt verhandeln – wie geht das?

Wie es ist…

Jeder Karriereschritt sollte von einer Gehaltssteigerung in Höhe von mindestens zehn bis fünfzehn Prozent begleitet sein, manchmal auch mehr. Sollte. Immer wieder begegne ich engagierten Mitarbeitern, die „kurzfristig eingesprungen“ sind. Sie haben für ihr Unternehmen eine Führungsposition übernommen, weil umstrukturiert wurde und „sonst niemand in Frage kam“. Sie haben mehr Verantwortung, mehr Arbeit – mehr Gehalt aber haben sie „erst mal“ nicht. Dieses „erst mal“ dehnt sich dann „überraschenderweise“ so lange aus, bis sich alle dran gewöhnt haben. Bis allein die Frage nach mehr Gehalt durch das eigene Verhalten ausgehebelt wird: Für das Unternehmen geht es ja längst so, wie es geht – warum dann mehr Geld dafür hinlegen?

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Lügenmärchen im Jobinterview – vom Unternehmen?

Als Beraterin höre ich es immer wieder: Das Einstellungsgespräch war vielversprechend – im wörtlichen Sinn. Da werden dem Kandidaten Zusagen gemacht – auf Aufstiegsmöglichkeiten, Gehaltssteigerungen, etc. – die später, wenn der Vertrag geschlossen ist, nicht eingehalten werden.
Das Dumme dabei: Einen Rechtsanwalt oder Zeugen mitzunehmen zum Vorstellungsgespräch, wäre zwar ratsam, aber „das macht man nicht.“ Der Kandidat ist allein, die „andere Seite“ in der Überzahl. Auch ideologisch scheint das so zu sein: Eine Internetsuche zum Stichwort „Lügenmärchen im Einstellungsgespräch“ bringt schier endlose Ergebnisse zu Gaukeleien auf Seiten des Bewerbers. Hier wird der Betrug von Anfang an mitgedacht und unterstellt. Ausgeklügelte Durchleuchtungssysteme, Assessments genannt, sollen verhindern, dass sich der Arbeitgeber auf ein faules Ei einlässt.

Wie aber kann sich der Bewerber vor falschen Versprechungen auf Seiten des potentiellen Arbeitgebers schützen?

1. Indem Sie sich im Vorfeld möglichst gut über den künftigen Arbeitgeber informieren. Seien Sie Ihr eigener Job-Agent. Besuchen Sie die Webseiten des Arbeitgebers, um die offizielle Selbstdarstellung zu untersuchen. Was fehlt? Sind Umstrukturierungen abzusehen? Haben Ihre Ansprechpartner die Kompetenzen für verbindliche Zusagen? Scannen Sie die Presse zu dem Arbeitgeber und lassen Sie auch Portale wie www.glassdoor.com nicht aus. Haben Sie sonstige Kontakte ins Unternehmen? Welche Repräsentanten gibt es bei Xing u.ä.? Stellen Sie sich aus diesem Scan einen Fragenkatalog zusammen, den Sie im Einstellungsgespräch anbringen. Auch sie können Fragen stellen.

2. Wenn beide Seiten zu einem Vertragsabschluss kommen wollen, stellen Sie die Verbindlichkeit der Zusagen sicher, indem Sie auf ihre schriftliche Fixierung bestehen. Sollte das „nicht möglich sein“, haben Sie die Luftnummer Ihres künftigen Arbeitgebers schon entlarvt. Wie Sie dann weitermachen, ist Ihre Entscheidung.
Mehr dazu:

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/gebrochene-aufstiegsversprechen-von-wegen-befoerdert-11803227.html

http://www.ra-uwe-jahn.de/archiv/Arbeitsrecht/individualarbeitsrecht/abgeworben.pdf

Null Bock auf den Job – Motivationskrise

Mein Klient erwischt sich dabei, morgens bleischwer im Bett zu liegen – die Nacht war nicht erholsam, die Probleme am Job und er, sie lassen einander nicht los. Er sagt, er hat keinen Bock mehr, zur Arbeit zu gehen. Täglich erwarten ihn mehr Probleme als Lösungen.

Was tun?

Wer sich dazu im Internet umtut, findet  unter „der Chef will hinschmeißen“  diesen relativ frischen Artikel bei ZEIT-Karriere . Da empfiehlt eine Beraterin  dem betroffenen Vorgesetzten  ein vier-Punkte-Programm, um mit dem Motivationstief umzugehen. Hilft‘s?  Die Kommentare jedenfalls legen das Gegenteil nahe. Aber diese Erwartung ist auch einfach zu hoch gegriffen – Empfehlungen in einem Artikel können wohl kaum eine handfeste Motivationskrise lösen.

Interessantere Fragen blieben leider auch außen vor. Was, wenn mein Klient oder der Vorgesetzte im Artikel wirklich hinschmeissen würden? Brauchen sie dafür eine Erlaubnis von außen? Heißt „Hinschmeißen“ versagen? Oder Auf-sich-Achten? Kann man unter Stress die Folgen einer solchen Entscheidung überhaupt sehen? Oder steckt man dafür zu sehr im Nebel? Ist dann also weitermachen die einzige Alternative oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Mein Klient hat inzwischen seine Lösung gefunden – allerdings nicht in der Zeitung.

Probleme beim Job – wie kann ich mich wehren?

Woran liegt es, wenn es am Job klemmt?

„Ist nicht meine Schuld!“  Das ist der erste Schritt zur „Ent-Lastung“, in vielen Fällen ein überlebensnotwendiger Schritt und auch durchaus angemessen.

Oft kämpft ein Einzelner in Betrieben gegen Windmühlen. Gegen Strukturen, die Unmögliches erwarten, gegen Kollegen, die mauern, gegen Chefs, die unerreichbare Ziele setzen.

Aber so monokausal, wie man es als Betroffener sehen möchte, ist das dann meist doch nicht.

Ein Chef, der gern an  Mitarbeitern rummäkelt, hat darunter meist auch einen, der überempfindlich ist für Kritik. Eine Vorgesetzte, die zu hohe Ziele setzt, hat meist auch Mitarbeiter, die selbst keine Grenzen setzen können und zu perfektionistisch sind.

Man nennt es das Schlüssel-Schloß-Prinzip.

Oder „die Archilles-Verse treffen.“

Mitmenschen haben einen guten Riecher dafür, wo bei jemandem der wunde Punkt sitzt, und genau den treffen sie.

Es sei denn, man kennt seinen wunden Punkt selbst und kann sich wehren.

Welche Firma passt zu mir?

Als Beraterin freue ich mich immer, wenn ich diese Frage höre. Warum? Sie zeigt einen eigenverantwortlichen Blick auf die Jobsuche – ich bin am Zug, ich wähle aus, nicht nur die anderen.

Aber wie macht man das, die „richtige Firma“ zu finden? Zunächst sollten Sie herausarbeiten, worauf Sie bei Ihrer Beschäftigung Wert legen. Genauso wie ein Arbeitgeber Profile erstellt für seine Bewerber. Wie sollte der Arbeitsplatz aussehen? Welche harten und weichen Fakten sind wichtig für Sie? Achten Sie dabei darauf, dass Sie auch Punkte mit Verhandlungsspielraum in Ihrer Liste haben. Nicht alles läuft 100% nach Wunsch, manchmal muss man ab und zu geben.

In einem zweiten Schritt können Sie Ihr Zielgebiet nach Arbeitgebern mit diesem Profil absuchen. Das Internet hilft bei dieser Suche. Es gilt, nicht nur die jeweiligen Firmenauftritte genau zu untersuchen – für die Bewerbung etwa – sondern auch Nachrichtenportale und geschäftliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn. Hilfreich ist auch ein Blick „hinter die Kulissen“ bei Arbeitgeber-Bewertungsportalen. Hier stehen zwar oft sehr subjektive Eindrücke, aber genau darum geht es ja, wenn Sie auf der Suche sind nach einem Bauchgefühl für die passende Firma.

Mehr dazu erfahren Sie hier in einem Interview mit dem Arbeitssoziologen Norbert Huchler.

Wieviel Privatsphäre gibt es am Arbeitsplatz?

 

Wie ist das eigentlich in Zeiten der Verfügbarkeit rund um die Uhr: Muss ich meine private Handynummer dem Arbeitgeber mitteilen? Wie sieht es mit privaten e-mails aus, oder gar mit Überwachungskameras – wie weit darf ein Unternehmen gehen mit dem Kontrollieren seiner Belegschaft?

Ein schwieriges und oft wenig beachtetes Feld aus Sicht der Angestellten. Allerdings kann Ignoranz in dieser Hinsicht schnell zu Konflikten führen.

Besser, man informiert sich rechtzeitig. Die Arbeitskammer des Saarlandes hat ein elektronisches Handbuch über Fragen zum Datenschutz am Arbeitsplatz herausgegeben. Kostenfreier Download hier.

Ist mein Coach ein Profi? Wie finde ich einen guten Coach?

 „Ich war noch nie beim Coach“, höre ich manchmal von Coachinginteressenten, dazu ein schräges Lächeln, fast, als säße da jemand auf einem Zahnarztstuhl. Nun sind meine Sessel wesentlich bequemer, aber ich kann es nachempfinden, das Gefühl, nicht genau zu wissen, was da auf eine/n zu kommt.

Genau dafür ist das „Vorgespräch“ oder Kennenlerngespräch da – man spricht über Inhalte, Regeln und Erwartungen des möglichen Beratungsprojektes. Aber auch jenseits dieses individuellen Einstiegs gibt es ein paar Eckdaten, die helfen, einen Profi-Coach zu erkennen.

In einer brancheninternen Umfrage (Coaching-Umfrage Deutschland“ des Büros für Coaching und Organisationsberatung (BCO) und des deutschen Chapters der International Coach Federation (ICF-Deutschland) heißt es dazu: 

Der Professionalisierungstrend kommt insbesondere in puncto Berufserfahrung und Stundenhonorar der Coaches zum Ausdruck. Wiesen die Befragten im Jahr 2002 durchschnittlich noch 5,4 Jahre Coaching-Erfahrung auf, sind es aktuell 9,4 Jahre. Auch die generelle Berufserfahrung vor einer Tätigkeit als Coach ist in dieser Zeitspanne stark angestiegen und beträgt aktuell durchschnittlich 16 Jahre.

Als weitere Kennzahlen des Professionalisierungstrends werden die durchschnittlichen Stundenhonorare der Profis und die sinkende Bereitschaft, für unter 100 EUR zu coachen, genannt. Mehr dazu hier

Fazit: Nicht überall sind Schnäppchenpreise eine gute Investition, aber Zahnarztpreise sind im Coaching noch nicht angekommen…

Enttäuschung für Bewerber: Das Versprochene war ein Versprecher

 

Ein Kurswechsel im Leben ist immer eine Herausforderung. Allerhand Neues und Unbekanntes wartet auf einen: Schon allein, die passenden Jobanzeigen zu finden, den richtigen Ton in der Bewerbung anzuschlagen, Ausdauer zu zeigen, wenn Absagen kommen, ist schwierig.

Häufig aber machen Bewerber zu alledem eine besonders ärgerliche Erfahrung; Es werden Zusagen gemacht, die nicht eingehalten werden.  Eine telefonische Einladung zum zweiten Vorstellungsgespräch, zum Beispiel. Und einen Tag später liegt die schriftliche Absage im Briefkasten. Oder ein Firmenwagen wird zugesagt, bei Stellenantritt aber ist plötzlich kein Budget mehr dafür da. Oder ein bestimmter Ansprechpartner für die Einarbeitung, der beim Jobantritt nicht mehr im Unternehmen ist. Oder, oder, oder…

Bei manchen dieser Zusagen hört man dann, dumm gelaufen, das war ein Missverständnis. Damit ist die Verantwortung geschickt auf den Zuhörer, also auf den „Neuen“ abgewälzt. Nachdem ich immer wieder von meinen Klienten davon höre, muss ich schließen, dass nicht nur unprofessionelles Verhalten, sondern oft auch Kalkül dahinter steckt. Ist der Bewerber erst mal geködert, stellt sich das Versprochene als Versprecher heraus. Eine rechtliche Handhabe hat der Neuzugang in den seltensten Fällen . Vertrauensvolle Arbeitsbeziehungen entstehen unter solchen Vorzeichen nicht. Aber wer so handelt, legt darauf auch keinen gesteigerten Wert…

Lassen Sie daher gemachte Zusagen im Vertrag festhalten, empfiehlt Ihnen Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel.

Mein Job langweilt mich

Seit sieben Jahren mache ich diesen Job, sagt mein Klient. Ich kenne ihn in-, und auswendig. Es sind immer neue Inhalte, mit denen ich zu tun habe, aber die Aufgabenstellung ist immer gleich. Das mache ich mit links. Inzwischen sträubt sich alles in mir, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen… was tun?

Gute Frage. Wenn Sie dies lesen, haben Sie sicher eine Antwort parat: Na, einen neuen Job suchen! Auch mein Klient und andere mit dieser Ausgangslage kennen natürlich diese Antwort. Doch plötzlich kommen die „abers“ ins Spiel: Ein ganz beliebtes „aber“ bei diesen Anfragen ist die Feststellung, dass der Job ja außergewöhnlich sicher sei – ein unbefristeter Vertrag, ein Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst oder ähnliches. Ein warmes Nest halt.

Das Dumme ist nur: Durch das lange Arbeiten am gleichen Arbeitsplatz und das Arbeiten „mit links“ verliert man das Vertrauen in die Qualität des Geleisteten. Was so leicht von der Hand geht, kann ja nicht besonders wertvoll sein… wie würde sich das in einem weniger gemütlichen Nest ausmachen, unter Konkurrenz und Erfolgsdruck? Könnte das überhaupt gelingen? Soll man das wirklich wagen, aus dem warmen Nest heraus?

Auch eine gute Frage. Gegenfrage: Wie weit kommen Nesthocker?

Deutsche Angst – aber sonst geht’s uns gut

Wie verhält man sich dazu, wenn man plötzlich mit Tod und Verderben konfrontiert ist, daheim auf dem Sofa? Man ist betroffen. Man nimmt gedanklich Anteil und beisst in die Chips. Die Fernseh-Nation hat umgedacht (und Gott hat gelacht?): Plötzlich dreht sich der Wind der öffentlichen Meinung, keiner will mehr Atomkraftwerke – die Halbwertszeit dieses Stimmungswandels ist allerdings ungewiss. Das gefragteste Produkt hierzulande, im Land der Sicherheits-Affinen, 10000 km entfernt von der Katastrophe, sind zur Zeit Geigerzähler. Sie sind ausverkauft.    

Da frage ich mich, geht’s noch? Haben die Briten recht, die uns gern die „German Angst“ andichten? Brauchen wir eine Katastrophen-Sehnsucht, um wieder zu merken, wer wir sind? Ist unsere Urteilskraft vollkommen zum Fähnchen im Wind der Medienberieselung degeneriert?

Ich habe keine Antwort auf diese Fragen, allerdings  ein paar Anregungen zur Reflektion oder Selbst-Coaching.

Etwa diese Geschichte aus der griechischen Mythologie. Pan, der lustige Gott mit Hörnern und Ziegenbeinen, freut sich auf eine Liebesnacht. Beim Lupfen der Bettdecke allerdings ergreift ihn das blanke Entsetzen, er flieht: Seine vermeintliche Gespielin hat männliche Geschlechtsteile, ist ein Hermaphrodit. Daher das Wort Panik. Panik ist entstanden aus einer Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit.

Und hier noch links zur kulturell entgegengesetzten Haltung, die wir derzeit wieder bei den von der Katastrophe betroffenen Japanern beobachten, zur Disziplin bis zur Selbstverleugnung:

Tod bei der Arbeit 

Nickerchen von der Arbeit

Shimpū Tokkōtai