Wenn Vertrauen bei der Arbeit fehlt…

Umstrukturierungsprozesse, wohin man sieht. Es geht um mehr Effizienz, also darum, mehr Arbeit auf weniger Menschen zu verteilen.  In vielen Unternehmen sieht das so aus: Alle Mitarbeiter, auch diejenigen, die seit langem dabei sind, sollen ein Assessment Center durchlaufen. So soll die Zukunftstauglichkeit der Mitarbeiter festgestellt werden. Es gibt offenbar niemanden, kein internes Gremium, das über die Leistung und Eignung der langjährigen Mitarbeiter befinden kann.  Das Urteil über Bleiben oder Gehen wird auf ein für die Geprüften undurchsichtiges Verfahren geschoben. Objektiv soll es sein. Vertrauen auf erbrachte Leistungen? Fehlanzeige.

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Berufliches Profil für die Beförderung schärfen

Mein Klient Herr W. ist „schon eine Weile in dem Laden“ und hat aus seiner Sicht alle Voraussetzungen für eine interne Beförderung: Er hat sich kontinuierlich weitergebildet und ist in seiner bisherigen Position überaus erfolgreich. Die Zeit ist reif, sagt er. Nur: Bei vergangenen Beförderungsrunden hat man ihn übergangen. Huch, hieß es danach, das war nicht so gemeint! Beim nächsten Mal bestimmt….
Woran liegt’s?

Herr W ist, mal abgesehen von den individuellen Konstellationen seines Falls, nicht der Einzige auf der Welt, dem es so geht. Jeder Angestellte macht zwei Phasen in der Vertragsbindung mit seinem Arbeitgeber durch: Die „ich-werde-Teil-des-Rudels-Phase“, in der es darauf ankommt, sich anzupassen und als funktionierendes Rädchen mitzumachen. Und die Profilierungsphase, in der er nach erfolgter Akzeptanz nun wieder sichtbar wird, Kante zeigt und als Beförderungskandidat auf sich aufmerksam macht.

So mancher Angestellter dehnt, ohne es zu merken, die erste Rudelphase zu lange aus. Er will nicht „unangenehm auffallen“, glaubt, sich einzig durch Erfolge „nach oben empfehlen“ zu können. Allerdings sind Erfolge auch eine Empfehlung, an der Stelle zu bleiben, wo man ist…

Wer „sein Profil schärfen“ will, muss politisch tätig werden. Er/Sie sollte sich also nicht nur als Spezialist mit für das Unternehmen unverzichtbarem Können zeigen, sondern auch Allianzen nach oben, seitwärts und (!) nach unten aufbauen – also eventuell sogar einen Nachfolger für die bisherige Position anbieten können. Keine einfache Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl und auch Abgrenzung gegenüber bisherigen Rudelmitgliedern erfordert – denn einen Wadenbeißer will man sich ja auch nicht ranziehen….

Selbstdarstellung und Kommunikation verbessern, aber wie?

In unsrer modernen Marketinggesellschaft sind Kommunikation und Selbstdarstellung das A und O. Das heißt konkret: Zuverlässige Kundenbeziehungen, gutes Netzwerken im Unternehmen, um die eigene Position und das Weiterkommen zu sichern, eine überzeugende Selbstdarstellung in Präsentationen und bei Vorstellungsgesprächen, jederzeit einen „elevator pitch über sich selbst“ im Ärmel haben.
Es gibt Menschen, die haben die Fähigkeit dafür sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. Und viele andere, die genau das nicht können, aber fachlich top sind. Selbst im Hause des Fischers: Ich habe schon ausgezeichnete Marketing-Profis erlebt, die zum grauen Mäuschen wurden, als es um das „Verkaufen“ des „Produkts Ich“ ging.
Dabei ist es im Grunde kein Zauberwerk. Es geht darum, ein paar Regeln zu verinnerlichen und immer wieder anzuwenden. Es geht um Routine und Training, auf den persönlichen Kommunikationsbedarf zugeschnitten. Ein Anwalt hat in dieser Hinsicht andere Erfordernisse als ein Banker. Aber sollten Sie Jurist sein, dann schauen Sie doch mal hier.

Selbstmarketing, das dem Selbst schadet

 

Woran denken Sie bei dem Begriff „Stress im Beruf“? Daran, dass der Termindruck immer mehr steigt? Dass immer mehr Arbeit auf immer weiniger Schultern verteilt wird? Dass Berufstätige rund um die Uhr verfügbar sein müssen?

Alles richtig, aber etwas fehlt.

Der Stress nämlich, der entsteht, wenn eher introvertierte Menschen meinen, sich ständig „gut verkaufen“ zu müssen. Performance mit Halo-Effekt ist das, was in der Marketing-Gesellschaft gefordert wird. Wer kein geborener Schaumschläger ist, hat es deutlich schwerer, bemerkt und gefördert zu werden. Schon allein, in einem Meeting die Stimme zu erheben, kann schwer fallen. Das bedeutet,  dass sich introvertierte Menschen stark „verbiegen“ müssen, um irgendetwas beruflich zu erreichen. Das können sie zwar, aber sie tun es gegen ihre Natur und auf Kosten ihrer Energie-Reserven. Irgendwann „brennen sie aus.“ Eine schwierige, aber unter Umständen heilsame Einsicht zu ihrer Lebensführung ist dann fällig. Die Einsicht nämlich, dass dieses dauernde Fassaden-Leben gar nicht zu ihnen passt und ihnen gesundheitlich schadet.

Selbstmarketing: Von Arbeitsbienen und Schaumschlägern

So eine Biene könnte ja eigentlich prima Schaum schlagen, mit ihrem flotten Flügelantrieb. Aber die gemeine Arbeitsbiene, egal ob männlich oder weiblich, ist da zurückhaltend. Auf ihre Erfolge und Leistungen weist sie keinen hin. Emsig fliegt sie von Blüte zu Blüte und macht ihren Job, stets in dem Glauben, gute Arbeit spreche für sich.

Ganz anders der Schaumschläger: Charmant und wendig nutzt er Gelegenheiten, wenn sie sich bieten, gibt ungeniert fremde Ideen und Ergebnisse als seine aus und bekommt dafür auch noch Anerkennung. „Bescheidenheit ist ne Zier, doch besser lebt sich’s ohne ihr“, lautet sein Motto, auch wenn er nicht auf den Namen Karl-Theodor hört. Er gibt an und schummelt, was das Zeug hält – das bescheidene Bienchen wendet sich ab mit Grausen.

Ende der Parabel. Zu welcher Spezies gehören Sie, was meinen Sie? Die Moral von der Geschicht soll übrigens keineswegs lauten, Leute, werdet alle Schaumschläger. Denn auch das Blender-Dasein hat seine Schattenseiten. Aber gutes Selbstmarketing hilft durchaus dabei, gelegentlich an die Sahneschüssel zu kommen….