Coach oder Couch? Welche Unterstützung brauche ich?

„Vielleicht bin ich gar nicht richtig bei Ihnen …“ sagt die Stimme am Telefon. Es geht um die Abgrenzung zwischen Coaching und Therapie. In der Tat habe ich schon manche Interessenten in therapeutische Behandlung geschickt. Was unterscheidet Therapie und Coaching?

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Selbstfürsorge lernen… wie geht das?

Zucker ist gut, Margarine und Plastik auch, die Eltern soll man ehren und „Balkonien“ ist ein Ort der Ruhe. Das waren mehrheitsfähige Meinungen in meiner Jugend.

Zucker ist schlecht, Margarine und Plastik auch, die Eltern soll man ehren und Partybalkone soll man haben – das sind mehrheitsfähige Meinungen unsrer Gegenwart.

Wir sehen, so manches hat sich geändert – nur da, wo es um die Eltern geht… da ist alles beim Alten geblieben. Selbstfürsorge lernen… wie geht das? weiterlesen

Selbstständigkeit für Manager – geht das?

 

Als Coach und Karriereberaterin hätte ich manchmal gern ein Megaphon. Damit würde ich dann in die Menschheit rufen wollen: 1. Es gibt keine gradlinigen Lebensläufe mehr. 2. Schaut Euch um: Überall im Bekanntenkreis gibt es Zweitkarrieren, haben Menschen sich neu erfunden. Sie sind angekommen in einem neuen, für sie besseren Leben!

Was würde ich dann sehen? Stirnrunzeln. Man befindet sich in einer Komfort-Zone, was man kennt, ist vertraut und vor einem oder einer liegt erst mal nur Nebel. Wie soll das gehen, sich neu zu erfinden?

Wie kriegt man diesen besonders schwierig erscheinenden kulturellen Wechsel vom Angestellten zum Selbstständigen hin?

Das ist in Deutschland in der Tat ein harter Knochen. Wir Deutschen sind traditionell risikoavers und überversichert. Wir ziehen unser Selbstverständnis aus dem maskulinen Prinzip der Konkurrenz, legen viel Wert auf Status und neigen zu Zynismus, wie Geert Hofstedes kulturelle Untersuchungen zeigen.

Früher Angestellter, jetzt Selbstständig, das erscheint in solch einem Umfeld als riesige Herausforderung: Mit wem soll man sich messen? („Ich hätte schon gern eine Bürogemeinschaft…“) Wie soll man all das aufsetzen, wo man doch bisher eher fremdbestimmt gearbeitet hat? Wird man nicht alle Freunde verlieren?

Der Tenor, mit dem solche Kurswechsel in der deutschen Presse bedacht werden, passt zum kulturellen Wertesystem: Er ist  skeptisch bis warnend.  So sind wir halt. Eine Vollkaskogesellschaft, die wenig bis gar nichts wagt und dem „Selbst“ weniger zutraut als einem Kollektiv.

Dabei hat man hier alles, was es braucht, um einen soliden Neustart  auf die Beine zu stellen. Zeit, Ressourcen, Planungstools und für jedes Thema die richtigen Berater. Hier ist nicht Indien. Allerdings sind dort die Selbstständigen wesentlich rühriger.

Arbeit und Glück

 

Falls Sie, liebe Posting-Leser, mal Lust haben, Großvolumiges zu lesen, das zu Schulterzerrungen führen kann:

Die ZEIT widmet sich diese Woche dem Thema Arbeit und Glück. Für manche von uns schon eine Unterstellung an sich… In episch-akademischer Breite werden Fälle von „glücklichen Menschen“ vorgestellt, die ohnehin im Olymp der Selbstbestimmung leben.

An profanere Arbeitsverhältnisse, die viel Anpassung erfordern, traut man sich nur, wenn es um „den falschen Beruf“ (S. 23) geht. Allerdings wird auch da vieles vereinfacht und wolkig umschrieben – was es heißt, sich den Lebensunterhalt verdienen zu müssen, klingt nur am Schluss kurz durch, als die designbegabte Bankerin beschließt, im Job „vorerst“ zu bleiben.

Und auf die Idee, über Arbeit und Zufriedenheit zu schreiben, kommt eh keiner….

Selbständig, aber womit?

„Ich würde mich gern selbständig machen, aber ich weiß nicht, womit…?“

 Diese Frage höre ich öfters in meinen Beratungen. Nun sind wir in Deutschland ohnehin nicht besonders „unternehmer-lustig“, das heißt, sehr vorsichtig mit dem Gründen. Aber manchmal bekommt man Rückenwind, wenn man/frau sieht, was andere machen, z.B. hier:

 http://www.mycosycottage.de/de/

Jutta von Braunmühl, von Haus aus Kommunikationswissenschaftlerin, stellte vor vier Jahren mit großem Erfolg ihre Idee vom „Kinderhaus“ auf die Beine. Hatte sie selbst als Kind noch ein „Pappkarton-Haus bewohnt“, so bietet sie jetzt Miniatur-Villen für ihre Kundschaft an, Einstiegspreis um die 5000.- Euro. Klein aber fein, der Laden brummt.

Oder schauen Sie hier nach weiteren erfolgreichen Ideen:

http://www.deutscher-gruenderpreis.de/owx_1_3717_1_3_0_00000000000000.html

Oder hier nach speziellen Unterstützungsangeboten für Gründerinnen:

http://www.weiberwirtschaft.de/chefin-werden-chefin-sein/

Typisch deutsch: Die Selbständigkeit soll schwieriger werden

Im Januar 2013 soll im Deutschen Bundestag ein umfassendes Rentenreformpaket beschlossen werden, das eine Rentenversicherungspflicht für Selbständige beinhaltet. Die Veränderungen zielen hauptsächlich auf junge Gründer, die künftig einen einkommensunabhängigen monatlichen Beitrag von ca. 400 EUR zahlen sollen.

Nachdem Deutschland mit der Bereitschaft für die Selbständigkeit ja in Europa ohnehin im unteren Drittel liegt, scheint mir diese Maßnahme besonders geeignet, die Attraktivität dieser selbstbestimmten Arbeitsform zu steigern…

Mehr Informationen dazu.

Näheres zur Petition, um dies zu verhindern.