Qualitätskriterien für Coaching

Woran merke ich als Interessent/Klient, ob der Coach gut ist ?
Die Frage der Qualitätskriterien für Coaching scheint zwischen den Zeilen bei so manchem Vorgespräch durch. Es kreucht und fleucht ja so einiges auf dem Coaching-Markt,  für fast jede Nachfrage scheint es einen Coach zu geben – so z.B. welche, die beim Fahren von „Traumwagen“ coachen, oder welche, die „Burnout-Coaching“  anbieten.
Falls Sie sich noch nicht ganz im klaren sind, was für eine Sorte Coach Sie brauchen, hier ein paar Hinweise bzw. Fragen, die Ihnen bei der Auswahl helfen können:

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Ist mein Coach ein Profi? Wie finde ich einen guten Coach?

 „Ich war noch nie beim Coach“, höre ich manchmal von Coachinginteressenten, dazu ein schräges Lächeln, fast, als säße da jemand auf einem Zahnarztstuhl. Nun sind meine Sessel wesentlich bequemer, aber ich kann es nachempfinden, das Gefühl, nicht genau zu wissen, was da auf eine/n zu kommt.

Genau dafür ist das „Vorgespräch“ oder Kennenlerngespräch da – man spricht über Inhalte, Regeln und Erwartungen des möglichen Beratungsprojektes. Aber auch jenseits dieses individuellen Einstiegs gibt es ein paar Eckdaten, die helfen, einen Profi-Coach zu erkennen.

In einer brancheninternen Umfrage (Coaching-Umfrage Deutschland“ des Büros für Coaching und Organisationsberatung (BCO) und des deutschen Chapters der International Coach Federation (ICF-Deutschland) heißt es dazu: 

Der Professionalisierungstrend kommt insbesondere in puncto Berufserfahrung und Stundenhonorar der Coaches zum Ausdruck. Wiesen die Befragten im Jahr 2002 durchschnittlich noch 5,4 Jahre Coaching-Erfahrung auf, sind es aktuell 9,4 Jahre. Auch die generelle Berufserfahrung vor einer Tätigkeit als Coach ist in dieser Zeitspanne stark angestiegen und beträgt aktuell durchschnittlich 16 Jahre.

Als weitere Kennzahlen des Professionalisierungstrends werden die durchschnittlichen Stundenhonorare der Profis und die sinkende Bereitschaft, für unter 100 EUR zu coachen, genannt. Mehr dazu hier

Fazit: Nicht überall sind Schnäppchenpreise eine gute Investition, aber Zahnarztpreise sind im Coaching noch nicht angekommen…

Mein Chef, mein Coach?

Einer aktuellen Umfrage eines Personaldienstleisters  zufolge bemängeln 42 Prozent der befragten 6000 Angestellten, dass ihr Chef kein „effektiver Karrierecoach“ für sie sei.

Die Herausgeber der Studie halten dies für eine großes Versäumnis, da ein „professionelles Karriere-Coaching“ ja die Produktivität steigere.

 Da stellen sich dem lesenden Coach außer den Nackenhaaren doch gleich mehrere Fragen:

  1. Ist Produktivitäts-Steigerung der Zweck von Coaching?
  2. Ist es die Aufgabe eines Chefs, Coach zu sein?
  3. Und wenn ja, was hat die Menschheit für ein Bild von Coaching?

Die Antwort auf die dritte Frage ist einfach: Ein eher diffuses Bild, aber wen wundert’s? Es gibt auch ein diffuses Anbieterbild – das Coach-Leben ist bunt. Dennoch, woher kommt die Erwartung, der Chef müsse Coach sein?  Anders gefragt – kann jemand, der Teil der Organisationsstruktur ist, dort also auch eigene Interessen verfolgt, einen direkten Untergebenen in seinem Sinn „coachen“?

Ich habe da so meine Zweifel. Ich finde, eine der obersten Tugenden des Coaches ist seine Neutralität, seine unparteiische Haltung. Der Blick „von außen“, der einen Klienten eben nicht notwendigerweise dahin steuert, noch produktiver zu sein. Vielleicht wäre es ja sinnvoll,  genau das eine Zeit lang nicht zu sein…

Gutes Coaching: Wenn es gelingt

 

Neulich auf dem Postamt. Schlangestehen. Wieder einen Schritt vor. Vier Rückenpartien vor mir steht eine gepflegte Dame im bordeaux-roten Kostüm, sie ist gerade am Knick zur Zielgeraden. Sie wirft einen Blick zurück, schaut mich an, lächelt kurz.

Frau M., denke ich, eine frühere Klientin von mir. Coaching ist ein diskretes Geschäft. Wer in der Öffentlichkeit dem Coach begegnet, zeigt das nicht unbedingt.

Plötzlich verlässt sie ihre Position, kommt gerade auf mich zu, hält beide Hände wie jubelnd hoch und raunt mir zu: „Es geht mir gut!!“

Und sofort ist sie wieder an ihrem Platz.

Habe ich nicht den schönsten Beruf der Welt?

Gutes Coaching ist, wenn es gelingt.