Panik vorm Präsentieren?

Es fängt ganz leise an, Tage vor dem Termin. Der Schlaf leidet, man stellt sich immer wieder die Situation vor, in der man da steht, vor der Runde, um etwas Substantielles zu sagen, obwohl das Herz bis zum Hals schlägt und die Stimme versagt. Alle schauen, alle erwarten etwas, und – nichts geht? Das Präsentieren wirkt verhuscht und misslungen, noch bevor es anfängt?

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Karriereberatung – brauche ich sowas?

Gegenfrage: Was passiert, wenn man die „Karriere“, im ursprünglichen Sinn „Rennbahn oder auch Wagen/Karre“, frei und unkontrolliert laufen lässt?
Vielleicht läuft sie gut, vielleicht auch nicht. In Deutschland bekommen Autos vermutlich mehr regelmäßige Aufmerksamkeit als die Steuerung der beruflichen Laufbahn. Eine gelegentliche berufliche Zwischenbilanz kann also nicht schaden.
Hier ein paar weitere Gedanken zum Thema:

Karriere möchte ich eigentlich gar keine machen. Ich bin zufrieden als Fachkraft. Dann brauche ich sowas doch nicht, oder?

• Komisch, dass „Karriere“ in D teils so einen faden Beigeschmack hat. Das kommt wohl von dem Begriff „Karrierist“, der negativ besetzt ist. Dabei geht es bei Karriereberatung ja darum, berufliche Ziele zu erreichen. Das kann auch heißen, als Fachkraft stetig am Ball zu bleiben. Den einen Job fürs Leben gibt es bekanntlich nicht mehr. Durchschnittlich verweilt man in einem Unternehmen nur noch 3,7 Jahre. Danach kommt wieder ein kleiner persönlicher Neuanfang, der viel Professionalität verlangt: Überzeugende Bewerbungsunterlagen, einen guter Auftritt beim potentiellen neuen Arbeitgeber, eine kluge Steuerung der Probezeit. Es schadet also nicht, die eigene „employability“ auch unter dem Aspekt von passenden Weiterbildungen gelegentlich zu reflektieren.

Wo kann Karriereberatung sonst hoch helfen?

• Karriereberatung hat einen Horizont von ca. 3-5 Jahren, Coaching greift weiter. Wenn es also darum geht, kurz-, und mittelfristige Ziele zu erreichen, ist Karriereberatung genau richtig.
• Sie kann helfen, Ihnen den Rücken zu stärken, Ihre Verhandlungskompetenz zu unterstützen. Auch wenn es noch Gewerkschaften gibt: Ihren Arbeitsvertrag und die Konditionen verhandeln Sie direkt und alleine. Genauso ist es bei Zielgesprächen: Auch da kann es helfen, Verhandlungstechniken zu kennen.
• Apropos Verhandlungstechniken: Wo Ressourcen knapp sind, wird gekämpft: Um Verantwortlichkeiten (oder keine), um Entlastung, um Anerkennung. Das Berufsleben ist ein Haifischbecken – auch im Umgang mit Konflikten bietet Karriereberatung ganz individuell Unterstützung.

Wenn es also darum geht, Sie für ein ständig wechselndes berufliches Umfeld zu stärken und Ihre Professionalität zu unterstützen, sind Sie beim Karriereberater ganz richtig.

… es raubt mir den Schlaf! Konflikte bei der Arbeit

„Ich konnte einfach nicht einschlafen. Immer wieder sah ich diese Situation vor mir, als der Kollege mir Inkompetenz vorwarf und ich vor allen saublöd da stand. Danach fielen mir tausend Sachen ein, die ich hätte sagen können. Aber in dem Moment selbst war ich einfach nur platt und sprachlos.“

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Streit in der Gemeinschaftspraxis

Es gibt Professionen, die für Außenstehende so geheimnisvoll erscheinen, dass sie bis heute eine Aura der Perfektion und Anbetungswürdigkeit umgibt. Die des Arztes zum Beispiel. „Hinter den Kulissen“  von Praxen und Kliniken aber geht es, wie der Hesse sagt, de Mensche wie de Leit: In Zeiten der Ressourcenknappheit wird auch hier gekämpft um Arbeitszeiten, Territorien, Geld, um Macht.

Und wie überall gibt es auch in Gemeinschaftspraxen erwartbare Schwierigkeiten, wenn es um die Gestaltung von Übergängen geht: Der/die Neue kommt hinzu, glaubt sich von Anbeginn im Besitz gleicher Rechte, die der/die Alte jedoch nicht zugestehen will: Da werden Befunde vom alteingesessenen Praxispartner kontrolliert, was der/die Neue als Vertrauensbruch sieht, da werden Meetings zu nicht einhaltbaren Zeiten angesetzt.  Da werden Rechnungstricks verheimlicht, weil man das „schon immer so“ gemacht hat, da wird das alte Praxisteam zur Mauer gegen den Neuling…

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, um den hoffnungsvollen Neustart einer Gemeinschaftspraxis in den Sand zu setzen. Das Schlimme für die betroffenen Ärzte, die sonst immer Souveränität und Kompetenz ausstrahlen (müssen): Plötzlich ist beides futsch. Aber die Fassade von Souveränität und Kompetenz muss nach wie vor aufrecht erhalten werden. Das geht an die Substanz, ist ein Energiedieb allererster Kajüte.

Dabei hätte man es ja kommen sehen können. Man hätte schon im Vorfeld die „Klassiker“, also die erwartbaren Streitpunkte und nicht ausgesprochenen Erwartungen, klären können, eventuell auch mit Hilfe eines Coaches oder Mediators.

http://www.chance-praxis.de/aktuelles/streit-in-der-gemeinschaftspraxis-oft-hilft-eine-mediation/

Probleme beim Job – wie kann ich mich wehren?

Woran liegt es, wenn es am Job klemmt?

„Ist nicht meine Schuld!“  Das ist der erste Schritt zur „Ent-Lastung“, in vielen Fällen ein überlebensnotwendiger Schritt und auch durchaus angemessen.

Oft kämpft ein Einzelner in Betrieben gegen Windmühlen. Gegen Strukturen, die Unmögliches erwarten, gegen Kollegen, die mauern, gegen Chefs, die unerreichbare Ziele setzen.

Aber so monokausal, wie man es als Betroffener sehen möchte, ist das dann meist doch nicht.

Ein Chef, der gern an  Mitarbeitern rummäkelt, hat darunter meist auch einen, der überempfindlich ist für Kritik. Eine Vorgesetzte, die zu hohe Ziele setzt, hat meist auch Mitarbeiter, die selbst keine Grenzen setzen können und zu perfektionistisch sind.

Man nennt es das Schlüssel-Schloß-Prinzip.

Oder „die Archilles-Verse treffen.“

Mitmenschen haben einen guten Riecher dafür, wo bei jemandem der wunde Punkt sitzt, und genau den treffen sie.

Es sei denn, man kennt seinen wunden Punkt selbst und kann sich wehren.

Angst vor Kritikgespräch mit dem Mitarbeiter?

 

Ich blicke in ein Gesicht mit Sorgenfalten. Es gehört der Führungskraft eines großen Unternehmens. Ich höre immer wieder die Worte „Vertrauen und Respektlosigkeit“.

Die Führungskraft hat sich eine „Schlange an die Brust“ gesetzt. Sie hat den neuen Mitarbeiter als Stellvertreter für sich ins Unternehmen geholt, ihr vertraut und Freiräume gegeben. Kaum dass die Probezeit beendet ist, kommt es zu massiven Konflikten. Der Mitarbeiter überschreitet seine Kompetenzen, unterschreibt, wo er nicht unterschreiben darf, äußert vor versammelter Mannschaft Kritik am Führungsstil meines Klienten.

Er hat mit großer Treffsicherheit den Nerv getroffen. Mein Klient meinte, mit „Vertrauen und Freiraum“ führen zu können. Die Kehrseite der Medaille: Mein Klient scheut Konflikte, geht ihnen lieber aus dem Weg, meint, das erledigt sich schon von selbst.

Nun hat er den Salat. Er hat ein Kritikgespräch mit seinem Stellvertreter anberaumt, vor dem ihm selbst die Hosen flattern. Er wird, sagt er, „innerlich ganz klein“, wenn er dem entgegensieht. Dies mit Unfähigkeit gleichzusetzen, wäre sträflich – es ist ein „wunder Punkt“ in einem sonst hochkompetenten Persönlichkeitspuzzle.

Was tun? Der Weg, der vor uns liegt ist nicht einfach, aber gangbar und schon erprobt. Und noch etwas. Der Mann ist mit seinem Problem nicht allein; wie dieser Beitrag aus dem Coaching-Newsletter von Christopher Rauen zeigt.

Die Gehaltsfrage – ich sag Dir meins, Du sagst mir Deins?

 

Der sogenannten „Generation Y“ – also den nach 1989 Geborenen –  wird viel Veränderungspotential in der Arbeitswelt nachgesagt. So raunt der deutsche Medienwald, diese junge Generation sei anspruchsvoller in der Arbeitsplatzwahl und achte mehr als alle zuvor auf die work-life-balance. Neu ist jedoch, dass diese um die Dreißigjährigen auch den Umgang mit der Gehaltsfrage umkrempeln sollen.

Während in England schon bei der Veröffentlichung einer Stellenanzeige das Jahresgehalt publik gemacht wird, bleibt dies hierzulande meist ein wohlgehütetes Geheimnis. Unternehmen argumentieren, so Neid unter den Angestellten vermeiden zu wollen – allerdings ist seit einem AG-Urteil von 2010 die Vergleichbarkeit herzustellen, um dem Gleichbehandlungsgrundsatz entsprechen zu können.

Trotzdem wird an dieser Stelle gern laviert – die Vergleichbarkeit von Gehältern könnte auch zulasten von solchen Unternehmen gehen, die von intransparenten Gehaltsstrukturen profitieren. Vielleicht ist es also kein schlechter Zug, wenn die Generation Y wirklich diesen Stein ins Rollen bringt… mehr dazu hier.

Mein Chef ist ’ne Niete

 

Chef sein in Deutschland ist eine schwierige Aufgabe. Alle haben eine Meinung dazu, aber  selbst wollen sie keine Führungsaufgaben übernehmen.  Die Klage, „mein Chef ist nett, aber von Führung hat er keine Ahnung“ höre ich  regelmäßig. Der Stein des Anstoßes fast immer: Streit im Team, der vom Chef „zurück delegiert“ wird. Was steckt dahinter?

Einer meiner Klienten äußerte eine Vermutung: „Ich bin Perfektionist und möchte, dass alles nach meinem Kopf geht – ich ordne mich ungern unter… ob das wohl Teil des Problems ist?“

Wechseln wir mal die Perspektive. Stellen Sie sich vor, Sie sind Chef und haben da ein – wie sagt man so schön? – nicht homogenes Team, in dem es oft „Rangeleien“ gibt.

Jeder Mitarbeiter ist fachlich kompetent, auf der sozialen Seite jedoch hapert es hier und da. Mal kommt der eine, mal der andere Mitarbeiter mit mehr oder weniger offenen Klagen über andere Teammitglieder. Die Erwartung: Ein Schiedsspruch von Ihnen.

Dass Sie mit Konflikten im Team umgehen, gehört zu Ihren Führungsaufgaben. Aber Sie müssen es so machen, dass weder Ihr Ansehen noch die Leistung der Mitarbeiter leidet. Da entscheiden Sie sich für den einfachsten Weg: Macht das unter Euch aus!

Bei den Mitarbeitern aber kommt an: Der drückt sich, der ist kein „Entscheider“. Leider schwingen da oft auch wenig hilfreiche von der Managementliteratur oft servierte Klischees darüber mit, wie ein Chef zu sein hat.

Dabei belegt die neuere Forschung , dass gute Führung mit Allgemeinplätzen wie „visionär“ „entscheidungsfreudig“ „machtbewusst“ kaum etwas zu tun hat. Wichtig ist emotionale Intelligenz und die folgenden Fähigkeiten:

  • Mitarbeiter mit ins Boot nehmen, sie begeistern und überzeugen können für Ziele
  • Individuelle Potentiale bei Mitarbeitern erkennen und fördern
  • Mitarbeiter zu eigenen und neuen Lösungen anregen.

Sie sehen, den „idealen Chef“ gibt es nicht, und den perfekten schon gar nicht. Und wenn Sie gute und neue Ideen haben, wäre das ja vielleicht ein Job für Sie…?

Mein Arbeitgeber, mein Ausbeuter – facebook als Klagemauer?

 

Wohin mit dem Frust, wenn er so richtig frisst? Der Partner kann es längst nicht mehr hören, Freunde auch nicht. Da eignen sich doch die neuen sozialen Netzwerke am besten, oder?

Besser nicht.

Eine neue Verfahrenswelle rollt gerade auf die Arbeitsgerichte zu: Verhaltensbedingte Kündigungen, bei denen es um Arbeitnehmer geht, die sich z.B. bei facebook über ihr Unternehmen beklagten.

Derzeit läuft z.B. beim LAG Hamm die Berufung eines 52-jährigen Arbeiters aus der Stahlindustrie, der auf seiner privaten facebook-Seite über seinen Chef lästerte. Allerdings: Von seinen 70 angemeldeten „Freunden“ arbeiteten die Hälfte im gleichen Betrieb.

Sind Kollegen Freunde?  Aber das ist ein anderes Thema.

Das ArbG Hagen  betrachtete die abfälligen Kommentare in erster Instanz als „quasi betriebsöffentlich“. Dem Mann wurde außerordentlich und ordentlich gekündigt, letztere erkennt das Arbeitsgericht trotz 32-jähriger Betriebszugehörigkeit als gerechtfertigt an.

Nun kann man natürlich fragen, wie doof kann man eigentlich sein?

Aber es soll ja auch schon vorgekommen sein, dass sich Angestellte krank gemeldet und anschließend auf ihrer „Pinwand“ Urlaubsfotos vom Strandleben gepostet haben…

Bedauerlich, wenn Geltungstrieb oder Kränkungen das Hirn ausschalten.

Degradierung – Attacke aufs Selbstwertgefühl

 

Es ging blitzschnell: Herr H., Abteilungsleiter, fehlte ein paar Tage, ungünstigerweise in der Ferienzeit. Ungünstig deshalb, weil seine Fürsprecher gerade in Urlaub waren. Innerhalb von zwei Tagen war seine Degradierung vom direkten Vorgesetzten beschlossen und durchgesetzt – als er aus der Krankheit zurück kam, hatte er sofort sein Büro zu räumen.

Die erste Reaktion aus Sicht von Herrn H.: Dich mach ich fertig! Rache!! Oder noch besser, ich übernehm’ den Laden und Dich schmeiß ich als Ersten raus!! Oder noch besser, ich bestell einen Flashmob vor Deine Haustür! Oder noch besser….

Die zweite Reaktion: Was denken jetzt die anderen von mir? Ich, zurück ins Glied? Ich seh’ schon, wie sie hämisch grinsen und so tun, als ob sie Mitleid hätten… Mitleid! Wirklich das allerletzte!

Die dritte Reaktion: Was bin ich jetzt überhaupt noch wert? Komisch, wie hohl meine Stimme klingt beim Telefonieren… und wieso fange ich jetzt auch noch zu stottern an?

Was Herr H. da durchmacht, ist ein emotionales Wechselbad  – Zorn und Rachegelüste wechseln sich ab mit Ohnmachtsgefühlen und dem Eindruck, sich selbst verloren zu haben. Wie geht man damit um? Beförderungen feiert man, aber Degradierungen hat man mit sich selbst abzumachen? Gerade Männer denken jedenfalls so. Dabei ist es gerade in dieser Situation wichtig, sich Unterstützer zu holen – einen guten Rechtsbeistand sowieso, aber auch jemanden, der objektiv und teilnehmend die emotionalen Wechselbäder in den Griff kriegen hilft. Der vermittelt, dass so etwas kein Weltuntergang ist. Der neue Perspektiven entwickeln hilft.

Ein guter Coach zum Beispiel.