Berufliche Zwischenbilanz: Fragen, die Sie sich stellen sollten

Fürs Auto gibt es regelmäßige Wartungsintervalle, für die Zahnhygiene auch. Beide Checks liefern ihren nachvollziehbaren Nutzen – und wenn er nur im Wiederverkaufswert und im Bonusheftchen abzulesen ist. Aber wie steht es mit unsrer körperlichen und seelischen Gesundheit? – Dafür fehlen die vordefinierten Intervalle und Bonusheftchen. Keine „Anreize“ also – und so vieles in unserem Leben funktioniert nur über solche Anreize von außen.

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Jobwechsel: Wann, wenn nicht jetzt?

Ich bin aus der Übung, sagt mein Gegenüber. Er meint damit nicht etwa seine Fitness oder seine Fremdsprachenkompetenz, nein, er spricht über die Fähigkeit, sich zu bewerben. Relativ lange ist er seinem Unternehmen treu geblieben, und ein möglicher Jobwechsel wäre ungewohntes Neuland. Wie macht man das überhaupt, sich darstellen, sich bewerben?

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Ein besseres Gehalt verhandeln – wie geht das?

Wie es ist…

Jeder Karriereschritt sollte von einer Gehaltssteigerung in Höhe von mindestens zehn bis fünfzehn Prozent begleitet sein, manchmal auch mehr. Sollte. Immer wieder begegne ich engagierten Mitarbeitern, die „kurzfristig eingesprungen“ sind. Sie haben für ihr Unternehmen eine Führungsposition übernommen, weil umstrukturiert wurde und „sonst niemand in Frage kam“. Sie haben mehr Verantwortung, mehr Arbeit – mehr Gehalt aber haben sie „erst mal“ nicht. Dieses „erst mal“ dehnt sich dann „überraschenderweise“ so lange aus, bis sich alle dran gewöhnt haben. Bis allein die Frage nach mehr Gehalt durch das eigene Verhalten ausgehebelt wird: Für das Unternehmen geht es ja längst so, wie es geht – warum dann mehr Geld dafür hinlegen?

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Hilfe, jetzt bin ich Boss!

Wer voran kommen will im Berufsleben, kommt auf Dauer an Personalführung nicht vorbei. Mein Klient hat es geschafft: Seit kurzem ist er Teamleiter. Er merkt, dass nun ein anderer Umgangston vorherrscht, dass man ihm mit anderen Erwartungen begegnet. In seinem Wunsch, die Aufgabe gut zu machen, konzentriert er sich sehr auf das Fachliche.  Reicht das?

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Karriereberatung – brauche ich sowas?

Gegenfrage: Was passiert, wenn man die „Karriere“, im ursprünglichen Sinn „Rennbahn oder auch Wagen/Karre“, frei und unkontrolliert laufen lässt?
Vielleicht läuft sie gut, vielleicht auch nicht. In Deutschland bekommen Autos vermutlich mehr regelmäßige Aufmerksamkeit als die Steuerung der beruflichen Laufbahn. Eine gelegentliche berufliche Zwischenbilanz kann also nicht schaden.
Hier ein paar weitere Gedanken zum Thema:

Karriere möchte ich eigentlich gar keine machen. Ich bin zufrieden als Fachkraft. Dann brauche ich sowas doch nicht, oder?

• Komisch, dass „Karriere“ in D teils so einen faden Beigeschmack hat. Das kommt wohl von dem Begriff „Karrierist“, der negativ besetzt ist. Dabei geht es bei Karriereberatung ja darum, berufliche Ziele zu erreichen. Das kann auch heißen, als Fachkraft stetig am Ball zu bleiben. Den einen Job fürs Leben gibt es bekanntlich nicht mehr. Durchschnittlich verweilt man in einem Unternehmen nur noch 3,7 Jahre. Danach kommt wieder ein kleiner persönlicher Neuanfang, der viel Professionalität verlangt: Überzeugende Bewerbungsunterlagen, einen guter Auftritt beim potentiellen neuen Arbeitgeber, eine kluge Steuerung der Probezeit. Es schadet also nicht, die eigene „employability“ auch unter dem Aspekt von passenden Weiterbildungen gelegentlich zu reflektieren.

Wo kann Karriereberatung sonst hoch helfen?

• Karriereberatung hat einen Horizont von ca. 3-5 Jahren, Coaching greift weiter. Wenn es also darum geht, kurz-, und mittelfristige Ziele zu erreichen, ist Karriereberatung genau richtig.
• Sie kann helfen, Ihnen den Rücken zu stärken, Ihre Verhandlungskompetenz zu unterstützen. Auch wenn es noch Gewerkschaften gibt: Ihren Arbeitsvertrag und die Konditionen verhandeln Sie direkt und alleine. Genauso ist es bei Zielgesprächen: Auch da kann es helfen, Verhandlungstechniken zu kennen.
• Apropos Verhandlungstechniken: Wo Ressourcen knapp sind, wird gekämpft: Um Verantwortlichkeiten (oder keine), um Entlastung, um Anerkennung. Das Berufsleben ist ein Haifischbecken – auch im Umgang mit Konflikten bietet Karriereberatung ganz individuell Unterstützung.

Wenn es also darum geht, Sie für ein ständig wechselndes berufliches Umfeld zu stärken und Ihre Professionalität zu unterstützen, sind Sie beim Karriereberater ganz richtig.

Hilfe, mir fehlt der Lebensplan…

Einer meiner Coach-Ausbilder sagte immer, es gibt keine Zufälle. Daran musste ich denken, als ich zwei Anfragen bekam, die mir aus einer Richtung zu kommen schienen.

  • Anfrage eins: Ein sehr bestimmt sprechender Herr, der für seinen Sohn anruft. Den (Anfang zwanzig) will er, da er sich mit seinem Studienfach „vergaloppiert“ habe, zu mir schicken. Ich mache einen Scherz über „geschickte Klienten“. Die Pointe verfängt nicht. Ich muss erklären – und was ist das für ein Witz, den man erklären muss… geschickt, sage ich, weil Sie Ihren Sohn zu mir schicken wollen…Aha. Der Mann versteht nicht, dass sein „väterliches Vorfühlen beim Coach“ keine gute Weichenstellung ist. Ob nicht der Sohn selbst anrufen könne, und ob er überhaupt ein Interesse an einer Beratung habe, frage ich. Eigenmotivation ist die Grundvoraussetzung für das Gelingen eines Coachings. Ich mache noch einen Scherz über Helikoptereltern. Dann verabschiedet sich der Mann.
  • Anfrage zwei: Ein junger Mann Ende zwanzig. Er hat einen „bunten“ Lebenslauf mit unterschiedlichsten Erfahrungen und Ausbildungen. Er will einen Beruf finden, der zu ihm passt. Er möchte „zur Ruhe kommen“, gleichzeitig aber „neugierig bleiben“. Die Frage, was ihn bisher gehindert habe, diesen zu ihm passenden Beruf zu finden, kann er zunächst nicht beantworten. Sein „inneres Kind“ dürfe sich bei ihm austoben, sagt er lachend. Am Ende seines Berufslebens sieht er sich in einem Häuschen im Grünen. Aber für den Weg dahin fehlt ihm der Plan.

In einer Zeit, die nur so überquillt vor Ratgebern, die es „gut meinen“ (in Medien, im Bekanntenkreis), ist es schwer, das Eigene zu finden. Fremdbestimmung überall. Sich von anderen bestimmen lassen, heißt auch, sich anzuvertrauen, weil man über sich noch relativ wenig weiß. Und das heißt, Verantwortung abzugeben. Aber mit Verantwortung fängt er an, der Plan fürs eigene Leben.

Mehr dazu bei Zeit/studium

Kettenbefristung ohne Ende? Urteil des EuGH

Die Klientin  hebt hilflos die Schultern und liest das Wesentliche der Stellenanzeige laut vor: „Wieder befristet!“ Für viele aus ihrer Generation ist das bitter.  Lebensplanung? – Unter diesen Bedingungen Fehlanzeige.  Die Befristung von Arbeitsverträgen auf zwei Jahre ist in Deutschland weit verbreitet. Dagegen als Arbeitnehmer vorzugehen,  eher nicht. Eine spanische Krankenschwester hat das getan. Sie arbeitete vom Februar 2009 und Juni 2013 im Universitätskrankenhaus von Madrid, ihr Vertrag war acht mal befristet worden, danach sollte er enden. Die Krankenschwester klagte, der EuGH gab ihr Recht.

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Als Job-Anfänger „nein“-Sagen zu Überstunden?

Keine einfache Situation, als Berufseinsteiger. Man ist froh über den Job, und doch noch nicht firm in „Firmenpolitik“ und „Selbstmarketing“. Auf jeden Fall will man zeigen, dass sich das Vertrauen des Arbeitgebers lohnt. Also heißt es richtig loslegen, Begeisterung und Einsatz zeigen, und zwar mehr als „normal“: Überstunden! Gerade ein Job-Anfänger will ja wahrgenommen und gesehen werden, mehr noch, will ankommen im neuen System. Versteht sich von selbst, dass man sich erst mal „von der besten Seite“ zeigt, also viel arbeitet – oder nicht?

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Coach, Karriereberaterin, oder was…?

„Wie soll ich Sie nennen, Frau Sponagel,“ lautete die erste Frage der Journalistin. Dazu gab sie mir die Auswahl oben, und fügte nach kurzem Zögern hinzu„… oder doch lieber `Burnout-Coach‘?“ Meine Antwort, dass beide Bezeichnungen okay sind, nur die letzte nicht, kam nicht gut an. Geht gar nicht, sowas. Wir hätten das gern auf den Punkt gebracht. Eindeutig statt mehrdeutig.
Ich beginne also, zu erklären, was der Unterschied zwischen Coaching und Karriereberatung ist. Sage, dass ich beides kann. Bemerke, dass manchmal auch eine – gut abgegrenzte – Kombination von beidem hilfreich ist. Betone, dass der Begriff „Downshifting-Coach“ kaum zutrifft, weil nur ca. ein Viertel meiner Klienten dieses Anliegen mitbringt. „Aber Sie haben doch darüber zwei Bücher publiziert…?!“ Stimmt. Das Schweigen in der Leitung signalisiert: Na bitte – es bleibt beim Etikett „Downshifting-Coach“.

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Was geschieht im assesment-center?

Fast könnte man sagen, es ist chic geworden, das Assessment-Center. Es wird gern und oft angewendet: Um sich  von Menschen zu trennen, die in umstrukturierten Firmen keinen Platz mehr haben, oder um Bewerber anzuheuern. Die Methode soll fair und objektiv sein, sagen die Anwender.  Sie geht  auf Rekrutierungsverfahren der deutschen Wehrmacht und später der US Army zurück.

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