Bewerbung ohne Antwort – Durchhalten!

Die Irritation ist meinem Klienten anzumerken: Er hat sich aus einer leitenden Position ein paar Mal beworben, und darauf bisher keine Antwort bekommen. Da ist es auch kein Trost, dass das Bewerben ohne Antwort häufig vorkommt.
Wann sollte er da nachfragen oder vielleicht lieber gar nicht?
Sind die überlastet oder einfach nur unhöflich?
Wissen die eigentlich, wie viel Zeit und Mühen es kostet, eine richtig gute Bewerbung zu machen?

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Jobwechsel: Wann, wenn nicht jetzt?

Ich bin aus der Übung, sagt mein Gegenüber. Er meint damit nicht etwa seine Fitness oder seine Fremdsprachenkompetenz, nein, er spricht über die Fähigkeit, sich zu bewerben. Relativ lange ist er seinem Unternehmen treu geblieben, und ein möglicher Jobwechsel wäre ungewohntes Neuland. Wie macht man das überhaupt, sich darstellen, sich bewerben?

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Kein Gefühl für Erfolg mehr

Mein Gegenüber hat viel geleistet und erreicht in seinem Leben. Er hat sich Ziele gesetzt, hart gearbeitet und sie erreicht. Jetzt ist er da, wo er immer hin wollte. Er könnte zufrieden sein, sich selbst auf die Schultern klopfen. Aber das geht nicht, denn etwas stimmt nicht, sagt er. Er hat das Gefühl verloren, das gute Gefühl, wenn man erfolgreich ist.

Früher, da waren Erfolge immer ein Fest für ihn, sagt er. Er habe sie zuhause oder mit Freunden oder Kollegen gefeiert, habe sich feiern lassen. In letzter Zeit aber habe er davon Abstand genommen. Dieses Verhalten passe nicht mehr zu einem über 40-jährigen, meint er. Auch habe sich seine Umgebung daran gewöhnt, dass ihm fast alles gelingt. Die Erwartungshaltung an ihn sei immer hoch, und seine Erfolge würden dann „abgenickt“ werden – man hat es ja nicht anders erwartet.

Er schaut mich mit einem fragenden Ausdruck an. Der Job, das Gehalt, die Arbeitsbedingungen … all das sei okay, aber irgendwie fad geworden. Wie, fragt er, kann ich das Gefühl zurück bekommen, das gute Gefühl des Erfolgreichen?

Wir haben uns daraufhin auf den Weg gemacht in die Gefühlswelt meines Klienten. Es ist ein Aufbruch zu eher kindlichen Anteilen seiner Persönlichkeit, zu Eigenschaften hinter einer Fassade von Professionalität und Seniorität. Sie bringt überraschende Erkenntnisse, diese Reise. Unter anderem, dass man tatsächlich älter und anders wird, sich dabei aber in keine Erwartungs-Zwangsjacke rein zwängen muss. Dass man Erfolge nach wie vor feiern kann und dass man Jobs, wenn sie fad werden, wechseln kann.

Wenn Vertrauen bei der Arbeit fehlt…

Umstrukturierungsprozesse, wohin man sieht. Es geht um mehr Effizienz, also darum, mehr Arbeit auf weniger Menschen zu verteilen.  In vielen Unternehmen sieht das so aus: Alle Mitarbeiter, auch diejenigen, die seit langem dabei sind, sollen ein Assessment Center durchlaufen. So soll die Zukunftstauglichkeit der Mitarbeiter festgestellt werden. Es gibt offenbar niemanden, kein internes Gremium, das über die Leistung und Eignung der langjährigen Mitarbeiter befinden kann.  Das Urteil über Bleiben oder Gehen wird auf ein für die Geprüften undurchsichtiges Verfahren geschoben. Objektiv soll es sein. Vertrauen auf erbrachte Leistungen? Fehlanzeige.

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Plötzlicher Karrierestop – woran liegt’s?

Manche Menschen machen alles richtig. Sie studieren erfolgversprechende Fächer, sie suchen rechtzeitig nach den aussichtsreichsten Praktika, sie bekommen den passenden Arbeitsplatz, sie arbeiten sich gut ein, und kommen ein, zwei Karriereschritte voran.

Doch dann plötzlich geht es nicht mehr weiter. Es ist, als wenn eine imaginäre und nicht überwindbare Schranke da wäre. STOP, sagt sie, bis hierhin und nicht weiter. Plötzlicher Karrierestop – woran liegt’s? weiterlesen

Beruflicher Neustart mitten im Leben?

Mein Klient schaut auf den Boden neben sich, stockend sagt er „… ich glaube, dafür fehlt mir die Fantasie …“ Eine Vision seines künftigen beruflichen Selbst jenseits der bisherigen Inhalte zu entwerfen, empfindet er als kaum zu bewerkstelligende Herausforderung.

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Bin ich’s oder die? Rückmeldungen auf Bewerbungen bewerten

Mir sitzt ein echter Profi gegenüber – unser Gesprächspingpong verläuft versiert und entspannt, keine Unsicherheiten.
Nur, als wir auf seinen CV zu sprechen kommen, kommt er ins Stocken. Das sei der wunde Punkt, meint er. Er habe bisher nie davor zurück geschreckt, in seinem Feld unterschiedlichste Erfahrungen zu machen. Immer war seine Devise „lernen, lernen!“, und seine Beweglichkeit war auch über eineinhalb Jahrzehnte lang gefragt. Bis der Stellenabbau kam.
Nun heißt die Devise, einen neuen Job suchen und „das Beste aus dem Lebenslauf machen“ – aber wie? „Die meinen alle, ich sei ein Tausendsassa und könne alles, aber nichts richtig,“ glaubt er nach den ersten Rückmeldungen auf seine Bewerbungen.
Mal angenommen, frage ich zurück, Sie wären ein Spezialist? Wie wären dann die Rückmeldungen?
Vermutlich genau umgekehrt – „zu spezialisiert, zu wenig anpassungsfähig.“
Die eigentliche Kunst ist es, als Bewerber mit solchen Reaktionen umzugehen. Valide Informationen – so sie denn überhaupt kommen – herauszufiltern und zu unterscheiden von rezeptartigen, unverbindlichen und unbrauchbaren Antwortfloskeln.

Wenn Sie spezialisiert sind, geht es darum, für Sie eine Nische zu finden – es gibt sie, diese Nischen. Wenn Sie Generalist sind, geht es darum, für Sie eine Helikopter-Position zu finden, wo Sie die meisten Ihrer Kompetenzen einbringen können. Auch das gibt es.

Sie jedenfalls sollten mit Sicherheit und Stolz auf Ihren Lebenslauf blicken und sagen, das bin ich, das kann ich, und das ist gut so! Natürlich gehört dazu, einen CV auf die Adressaten zu zuschneidern. Aber von Allerwelts-Rückmeldungen sollten Sie sich nicht verunsichern lassen – es sind gute Zeiten für einen Jobwechsel!

Über Führung lästern ist nicht schwer…

…selber führen dagegen sehr!
So lässt sich zusammenfassen, was viele über das Thema Führung denken. Oder anders, in den Worten eines Klienten: „Ich war völlig ahnungslos. Mein Chef rief mich rein, ich dachte, es ist die übliche Wochenbesprechung. Eine halbe Stunde später war ich selbst Chef einer neu gebildeten Abteilung. Ich ging raus und dachte, nanu, träum‘ ich?“
Es ist gar nicht so selten, dass die Führungsaufgabe so plötzlich auf eine/n zukommt, ohne vorherige Entwicklungsprogramme oder dergleichen. Die Freude darüber ist nicht immer ungetrübt, denn selbst führen in ein anspruchsvolles neues Rollenmodell, das ganz eigene Fragen aufwirft:

– Wie mit den vorherigen Kollegen umgehen? Plötzlich gehört man nicht mehr dazu. Was denken die jetzt von mir? Und ich? Wo gehöre ich denn jetzt dazu?
– Politik: Welche Vernetzungen sind gut für mich? Wer kann mich bei der neuen Aufgabe unterstützen, inhaltlich wie mental?
– Eigener Anspruch: Woran orientiere ich meinen Führungsstil? Habe ich ein Vorbild? Oder versuche ich es „nach dem Buch“ (aufgabenorientiert/transformational/transaktional/ Kotter/ Lewin…). Will ich „perfekt“ sein oder kann ich mir Fehler eingestehen? Wie ist überhaupt die Fehlertoleranz im Unternehmen? Will ich fair oder will ich gerecht sein? Kann man das überhaupt immer? Wie gehe ich mit meinem neuen „workload“ um? Will und kann ich weiter auf meine work-life-balance achten? Oder ist jetzt richtig schuften angesagt? Wohin will ich mit der neuen Führungsaufgabe? Wie will ich mich entwickeln?

Und so weiter und so fort. Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr Fragen stellen sich. Da ist es nützlich, sich ab und zu, vielleicht mit Unterstützung von außen, in der neuen Aufgabe zu reflektieren. ..

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Goldfische pflegen

Frauen und Führung

Zur (K)Lage der Nation bei der Arbeit

Jobwechsel: Hilfe, ich habe mich falsch entschieden!

Zunächst fühlt es sich richtig gut an: Man hat den Absprung geschafft, ein neuer Jobvertrag ist unterschrieben, man freut sich auf die neue Arbeit.

Nach kurzer Zeit im neuen Job jedoch stellt sich heraus: Die Entscheidung war falsch, der Job passt ganz und gar nicht. Gründe dafür gibt es viele, von der Unter-, bis zur Überforderung, auch atmosphärisch kann einiges im Argen liegen.

Und jetzt? Reflexartig werden die Bekannten sagen „nun wart doch erst mal ab, Du bist doch erst ein paar Wochen da, vielleicht wird es ja noch besser…“
Aber Abwarten und Tee trinken ist nicht immer die passende Antwort. Besonders wenn Unterforderung der Grund ist fürs Unwohlsein im Job – das kann sich schnell zum „boreout“ steigern, eine tiefe Motivationskrise also, bei der man morgens kaum mehr aus den Federn kommt.

Statt dessen sollte man „wach“ bleiben, nicht in eine „Lieber-nicht-auffallen-Trance“ fallen und selbst gestalten, wo es geht. Gibt es Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen zu verändern? Gespräche mit Vorgesetzten und oder Kollegen? Versetzungs-, oder Tauschmöglichkeiten? Schlimmstenfalls sollte man rechtzeitig die „Notbremse“ ziehen und eine „Exit-Strategie“ suchen.

Warum? Sie sind verantwortlich für Ihr Wohlergehen und für Ihre Karriere. Klar, Sie können auch mal eine Fehlentscheidung treffen. Aber für die Konsequenzen sollten Sie grade stehen. Verantwortlich handeln und beweglich bleiben, das ist die Devise.

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Eine gute Bewerbung hinkriegen

Das Thema ist ein Dauerbrenner im Karriereberatungsgeschäft. Es gibt unendlich viele „Tipps“ im Netz darüber, auch „Bewerbungshandbücher“ und dennoch – oder gerade deshalb? – scheint unklar zu sein, wie man sie denn nun wirklich hinkriegt, die „gute Bewerbung“.

Dabei müsste man doch nur mal eben den „gesunden Menschenverstand“ einschalten: Eine gute Bewerbung ist eine, die zu einer Einladung führt, also auf „Stapel A“ landet. Ziel einer jeden Bewerbung ist es, ins Gespräch zu kommen – und nicht, wie es immer heißt, „den Job zu kriegen“.

Vielleicht stellt sich ja beim ersten Gespräch heraus, dass die Stelle oder das Umfeld oder beides sich gar nicht eignen – nicht, weil der mögliche Arbeitgeber „nein“ sagt, sondern weil der Kandidat das tut. Denn das das zweite Ziel, nachdem man sich kennen gelernt hat, lautet: Sondieren, ob Posten und Bedürfnisse des Kandidaten passen – das heißt: Die richtigen Fragen stellen.

Aber eins nach dem anderen – wie gelingt es nun, eingeladen zu werden?
Versetzen Sie als Bewerber sich doch mal eine Sekunde lang in Ihr Gegenüber. Vor Ihnen ein (virtueller) Stapel von Bewerbungen. Was tun Sie? Ihr erster Blick fällt aufs Foto. Binnen Sekunden entscheidet sich: Das ist ein sympathischer Blick, den oder die Bewerbung schau ich mir genauer an.

So einfach ist das: Sorgen Sie als erstes dafür, dass Sie ein ansprechendes Foto haben. Eins, das eine Beziehung zum Betrachter herstellt. Es muss „klick“ machen beim Anschauen. Anders als viele Ratgeber im Netz unterstütze ich hierbei nicht die Gilde der Profi-Fotografen. Wenden Sie sich an einen Freund oder eine Freundin – da haben Sie schon eine Beziehung. Wählen Sie einen neutralen Hintergrund und keine Freizeit-Klamotten – Sie wollen sympathisch und professionell rüberkommen. Bitte keinen hündischen „von-unten-nach-oben-Blick“, auch keinen übertrieben kernigen „Leader-Ausdruck“. Tipp: Sie können mit einem kleinen Handspiegel Ihren Gesichtsausdruck kontrollieren, bevor Ihr „Fotograf“ auf den Auslöser drückt.

Am wichtigsten ist also das Foto, damit der Ansprechpartner überhaupt erst mal zu lesen anfängt. Und dann ein überzeugendes Profil, das zeigt, dass der Kandidat die Bedarfslage des Arbeitgebers beantwortet. Also: Kein CV von der Halde, sondern einer, der individuell zugeschnitten und lesefreundlich ist.
Das sind sie, die Tipps für eine „gute Bewerbung“.