Glückwünsche für 2017

Nach einem guten, alten Ritual schenken wir uns zu Neujahr kleine Marzipanschweinchen. Wir sind Pragmatiker – diese Art, Glück zu wünschen, ist nebenbei noch essbar.

Gerade habe ich eins bekommen, und mir fällt auf: Da fehlt was! Das Glückschwein besteht aus einem überdimensionierten Gesicht, einer Art Knödel auf dem Rücken, der wohl das Stummelschwänzchen darstellen soll, und zwei angedeuteten Vorderbeinen. Der Hintern, eigentlich das Schönste an dem Kerlchen, ist samt und sonders weg.

Was, frage ich mich nun, hat das zu bedeuten? Sind Marzipan-Schweinepobäckchen in der postfaktischen Welt obszön, politisch inkorrekt? Kann eigentlich nicht sein, wenn man sieht, wie viel junges Frauen-Fleisch an öffentlichen Plakatwänden hängt. Nein, eine andere Erklärung drängt sich auf: Sparmaßnahmen. Der Hintern wurde von irgendwelchen Controllern als verzichtbar deklariert, nu isser ab.

Schade eigentlich. Die zarten Marzipan-Rundungen fand ich immer besonders entzückend. Na macht nichts. Das Sparschwein ist inzwischen, auch ohne Hintern,  vollkommen verschwunden.

Ganz viel Schwein ohne Sparmaßnahmen und ebensoviel Erfolg für 2017 wünscht Ihnen
Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel

Wiki über Glücksbringer

Zurück zur Leichtigkeit!

„Zurück zur Leichtigkeit, darüber solltest du mal schreiben“, meinte meine Freundin, und verabschiedete sich in den Urlaub. Recht hat sie. Wie oft habe ich schon den Satz „ich sollte es einfach leichter nehmen, oder“ von meinen Klienten gehört.

Nur leider ist das ziemlich schwer, mit der Leichtigkeit. Kulturell bedingt will sie uns Deutschen einfach nicht leicht fallen. Wir haben nämlich, will man Kulturforschern wie Geert Hofstede glauben, einen ziemlich hohen Wert in dem, was er „Unsicherheitsvermeidung“ nennt: Der Grad, bis zu dem Mitglieder einer Kultur sich durch mehrdeutige oder unbekannte Situationen bedroht fühlen. Das heißt, wie sind schon kulturell bedingt so „programmiert“, dass wir „vorbauen“, uns wappnen wollen gegen das Übel in der Welt. Leicht nehmen wir’s nicht. Wir sind eine Vollkasko-Gesellschaft.

Und dann dieser Appell, dieser Allzweck-Rat, „zurück zur Leichtigkeit“! Als gäbe es eine Art Naturzustand, den man wieder bekommt, wenn man sich nur dazu entschließt. Wer das nicht hinkriegt, hadert. Mannomann, warum funktioniert das denn nicht? Ich will doch! Ich will leicht sein, will glücklich sein…

Dabei ist ja weidlich bekannt: Was man krampfhaft will, geht sowieso nicht und  „leicht“ ist es schon gar nicht. Und ob Leichtigkeit überhaupt ein Zustand ist…auch daran habe ich meine Zweifel. Natürlich ist der Wechsel. Gutes Wetter, schlechtes Wetter, dur, moll, hell, dunkel. Vielleicht hat die Schwere ja ihren Grund, bei genauerem Hinsehen. Und vielleicht kann man ja gegen diese Gründe etwas t u n, statt sich nur zu mehr „Leichtigkeit“ zu entschließen?
Leicht zu nehmender Filmtipp zum Thema.

Beruflicher Neustart mitten im Leben?

Mein Klient schaut auf den Boden neben sich, stockend sagt er „… ich glaube, dafür fehlt mir die Fantasie …“ Eine Vision seines künftigen beruflichen Selbst jenseits der bisherigen Inhalte zu entwerfen, empfindet er als kaum zu bewerkstelligende Herausforderung.

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Schlechte Nachrichten zu Weihnachten – was tun?

Es ist wieder die Zeit der guten Wünsche – man ist damit beschäftigt, niemanden zu vergessen und alle zu bedenken. Das Leben soll gut sein, für diese drei Festtage zumindest. Ruhe soll sein, Frieden und Glück.

Nur dass sich das Leben nicht immer daran hält. Gerade hat ein Klient „kurzfristig“ um einen Termin gebeten, er habe schlechte Nachrichten erhalten, es ginge um seinen Arbeitsplatz. So ganz „aus dem Blauen“ kam das nicht, schon seit einem halben Jahr ist „das neue Management“ drin, und „Change“ ist angekündigt. Aber trotzdem, so eine Nachricht, jetzt?

Mein Klient ist nicht alleine. Veränderungen gehen weiter, egal, welche Feiertage die Menschheit ausruft. Viele Angestellte werden die eigentlich „harmonisch“ geplanten Feiertage als wenig willkommene Zeit der Unsicherheit und als Zwangspause erleben. Hinzu kommt, dass gerade der Wunsch nach Harmonie genau das Gegenteil hervorbringen kann: Zoff und Streitereien unterm Baum, im Nachgang jedes Mal Hochbetrieb für Therapeuten und Scheidungsanwälte.

Dabei könnte es so einfach sein: Übersteigerte Ansprüche an diese drei Tage loslassen, und tun, was gut ist für eine/n und die Lieben. Eigene Grenzen erkennen und sich an sie halten. Das Beste draus machen. Es ist wie beim Schlafen gehen: Sie können die ganze Nacht Probleme wälzen oder sich sagen, ich schlafe lieber gut, dann meistere ich sie morgen besser. Denn morgen sind sie bestimmt auch noch da.

In diesem Sinne: Schöne Weihnachten und kommen Sie mit viel Schwung ins Neue Jahr!

Karrierecheck: Wo bin ich grad, wo will ich hin?

Machen und Tun, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche – das ist für die Meisten von uns Programm. Die allgemeine Machseligkeit führt dazu, dass die Lemmingmasse meint, Nachdenken sei irgendwie uncool. Man macht halt immer weiter, beobachtet sich dabei irgendwie, kurz vor dem Eischlafen vielleicht, und denkt, so kann’s nicht weiter gehen.
„Wenn ich nur erst mal das und das hinter mir hab, dann gönne ich mir die Ruhepause zum Überlegen,“ sagt man sich. Und am nächsten Tag geht’s weiter wie bisher.
Die inneren Fragen „wo bin ich grad und wo will ich hin“ machen aber auch keine Pause. Sie werden immer lauter, verstummen werden sie nicht. Dabei braucht es gar nicht sooo viel Zeit, um mal eine Zwischenbilanz zu ziehen. Man kann das auch in kleinen Häppchen tun, mit einem neutralen Gesprächspartner…und jetzt, wo die Tage dunkler werden, ist sicher guter Moment dafür.

Kernfragen:
Ist, was ich tagtäglich tue, sinnvoll?
Welche Rollen in meinem Leben fülle ich mit Überzeugung, welche würde ich lieber loswerden?
Weiß ich, was Muße ist?
Wie gehe ich mit meiner Lebenszeit um – oder geht sie mit mir um?
Wenn ich meiner momentanen Lebensphase einen Buchtitel geben würde, wie hieße der?
Welche Ziele habe ich, privat und in der Karriere?
Wie viel von meinem Leben gehört mir, wie viel davon anderen?

Mit über vierzig nochmal durchstarten

 

In den Staaten ist es ganz normal, dass man sich mitten im Leben noch mal neu erfindet, eine neue Karriere startet. Hier nicht. Wir Deutsche glauben immer noch an die gradlinige Karriere und andererseits an den  Karriereknick.

 Was wäre, wenn wir diesen Glauben einfach mal ad acta legen würden?

Plötzlich wären wir beweglich. Wir könnten neue berufliche Perspektiven entdecken und einschlagen. Der Haken daran:  Wir müssten diese Wendung im Leben womöglich anderen, die diesem Glauben vermeintlich noch anhängen, erklären.

Und, weiter?? Da kann ich mir Schlimmeres vorstellen….zum Beispiel, auf einem Posten versauern, der einem keine Befriedigung mehr gibt…

Bin ich etwa der Sklave meines Lebenslaufs?

 

Eine starke Frage. Eine Klientin stellte sie, um sie umgehend selbst zu beantworten: „Ich lebe nicht mehr für meinen Lebenslauf.“

 Klasse. Ich habe ihr dafür gratuliert. Spätestens (!) in der Mitte des Berufslebens merkt man: Außer, dass es gradlinige Lebensläufe eh kaum mehr gibt, wer will denn überhaupt so einen CV? 

Die sogenannten Anforderungen für einen gradlinigen CV sind ja ohnehin meist von außen Konstruierte, am echten Leben orientieren sie sich nicht. Wir müssen heut extrem beweglich sein, um den steten Wandel in der Arbeitswelt mitzumachen, und sind das auch. Aber ab einer bestimmten Stufe auf der Karriereleiter merken wir, dass wir eigene Anforderungen ans Leben haben. Dann ändert sich der Mensch und der CV. Und dann ist keiner mehr „Sklave seines Lebenslaufs.“

Der Job, der mich glücklich macht

„Ich hätte gern einen Job, der mich glücklich macht“ – so drücken es viele meiner Klienten aus, wonach sie suchen.

Eine große britische Organisation für berufliche Weiterbildung untersucht regelmäßig, welche Jobs am meisten geeignet sind, Menschen glücklich zu machen und warum. Das Ergebnis, der „Careers-Happiness-Index 2012“, ist hier  zu sehen.

Am wenigsten glücklich sind demnach Banker und IT-Fachkräfte. Am glücklichsten – Floristen.

Wer hätte das gedacht?

Allerdings ist Glück eine sehr persönliche und auch zeitlich begrenzte Sache, was leicht vergessen wird. Zufriedenheit zu erreichen ist möglicherweise das erfolgversprechendere Projekt…

Gute Wünsche an alle

Es ist wieder Hochzeit fürs Wünschen. Alle im Bekanntenkreis müssen mit guten Wünschen bedacht werden, als wenn die Welt enden würde. Ach ja, der Weltuntergang: Der ist ja, so sagt das neuzeitliche Orakel (Internet), am Freitag. Was haben Sie da so vor? Ich werde mich mit englischen Crisps, meinem Mann und einem Bier vor die Glotze setzen und „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ von DVD gucken, da kommen ja dann die Vogons und retten einen.

Falls Sie ein tiefergehendes Interesse an diesem Ereignis haben, empfehle ich Ihnen, mal im Fachbereich Soziologie der Uni Koblenz vorbei zu schauen, da finden Sie unter anderem diesen beeindruckenden Satz:

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojektes wird untersucht, wie in diesem Amalgam eine Chance entsteht, die Aufmerksamkeit einer allgemeinen Öffentlichkeit auf periphere Wissensgebiete zu lenken, indem etwa die Theorien der „morphogenetischen Felder“ (Rupert Sheldrake), der „instrumentellen Transkommunikation“ (Ernst Senkowski) oder der bio-physischen Bedeutung elektromagnetischer Felder (Dieter Broers) in ihrem innovativen Potential ausgelotet und gegebenenfalls als Wissenskulturen allgemein anerkannt werden.

Alles klar?

Ich wünsche Ihnen, daß Sie die Wunschtirade gut überstehen und Ihre Vorsätze im neuen Jahr umsetzen können – mit oder ohne „morphogenetischen“ Schnickschnack.

Wie werde ich glücklich und unbekannte Wörter

Glücklich werden müssen, das scheint mittlerweile in jedes persönliche Grundgesetz hinein-gemeißelt zu sein, so wie „the pursuit of happiness,“  in den Vereinigten Staaten  Bestandteil der Verfassung ist. Menschen streben auch hier nach Traumjob, Traumpartner, nach der Traumhochzeit, dem Traumhaus und so weiter und so fort.

Es ist eine verdammt verkrampfte Angelegenheit geworden, diese Suche nach den Traumdingen und dem Glück. Coaches werden konsultiert, weil man bei dieser Suche „nicht erfolgreich“ ist. Der Coach wird befragt, wie man ins Glück steuert.

Im englischen Sprachraum gibt es ein Wort, das hierzulande unbekannt ist: Serendipity.

Es bedeutet so viel wie „glückliche Fügung oder glücklicher Zufall“. Laut Wiki lassen sich viele Begebenheiten auf dieses Prinzip zurückführen – die Entdeckung des Penicillins, des Klettverschlusses und des LSDs zum Beispiel. Schade eigentlich, dass man es in Deutschland nicht kennt…