Coach, Karriereberaterin, oder was…?

„Wie soll ich Sie nennen, Frau Sponagel,“ lautete die erste Frage der Journalistin. Dazu gab sie mir die Auswahl oben, und fügte nach kurzem Zögern hinzu„… oder doch lieber `Burnout-Coach‘?“ Meine Antwort, dass beide Bezeichnungen okay sind, nur die letzte nicht, kam nicht gut an. Geht gar nicht, sowas. Wir hätten das gern auf den Punkt gebracht. Eindeutig statt mehrdeutig.
Ich beginne also, zu erklären, was der Unterschied zwischen Coaching und Karriereberatung ist. Sage, dass ich beides kann. Bemerke, dass manchmal auch eine – gut abgegrenzte – Kombination von beidem hilfreich ist. Betone, dass der Begriff „Downshifting-Coach“ kaum zutrifft, weil nur ca. ein Viertel meiner Klienten dieses Anliegen mitbringt. „Aber Sie haben doch darüber zwei Bücher publiziert…?!“ Stimmt. Das Schweigen in der Leitung signalisiert: Na bitte – es bleibt beim Etikett „Downshifting-Coach“.

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Podcast über „Runterschalten!“: Es ist nützlich!

Was kann man nicht alles mit Büchern anstellen. Wackelnde Tischbeine stützen, sie als Wurfgeschoss nutzen, und mit ihnen, ohne je einen Blick rein zu werfen, Regale füllen. Man kann sie aber auch lesen. Und wenn’s sich um Ratgeber handelt, anwenden und besprechen. Und wenn man die Buchkritik dann auch noch hören kann – um so besser. Ein Kollege von mir, Marc Kummer aus Ravensburg, hat all das getan und – DANKESCHÖN! – dazu einen Podcast über „Runterschalten!“ ins Netz gestellt.

Da spricht eine warme, leicht schwäbisch gefärbte Stimme geraderaus von seinen Erfahrungen über die Anwendbarkeit von „Runterschalten!“. Dass er das nicht nur als Coach tut, sondern auch als „User“, der meine Anregungen selbst angewendet hat, ist dabei besonders wertvoll. Mich hat sein Statement zum Nutzen des Buchs echt berührt, wie es das immer tut, wenn Menschen sagen, Frau Sponagel, es ist gut, was Sie machen… 😉

Zum Reinhören bitte hier klicken.

Neu: Spazier-Coaching – das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden

Eine Klientin brachte mich auf die Idee: „Eigentlich schade,“ sagte sie, „bei dem schönen Wetter drinnen zu sein. Ich sitze schon den ganzen Tag auf dem Hintern….“

Seitdem spazieren wir zusammen. Der Spaziergang als Möglichkeit, das Angenehme (Bewegung, Aufatmen im Grünen, Erholung vom Stress) mit dem Nützlichen  (gedankliche Bewegung, Perspektivwechsel, Reflektion, Ideenfindung)  zu verbinden, ist ja nicht gerade neu: Schon die alten Philosophen ambulierten gern für sich hin. Für mich als Coach ist es trotzdem spannend: Unbequem, sich nicht gleich Notizen machen zu können, ungewohnt, der „Schulterschluss“ mit Menschen, die sonst mein „Gegenüber“ sind. Gehen wir miteinander oder gibt eine/r das Tempo vor?  Wohin gehen unsere Gedanken beim Gehen?

 Meine Klientin ist jedenfalls begeistert. „Das Spaziercoaching ist super,“ sagt sie. „Das sollten Sie unbedingt weiter an den Mann bzw. an die Frau bringen…“

Gute Vorsätze, schlechte Vorsätze: Ziele erreichen in 2011

Gerade mal zwei Wochen zählt das neue Jahr, die guten Vorsätze sind noch frisch: Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, den Stress vermindern, sich einen neuen Job suchen und so weiter und so fort. Der Weg zur Hölle ist bekanntlich gepflastert mit guten Vorsätzen. Ist der Veränderungswunsch nämlich nicht wirklich Ihr eigener, dann wird daraus nichts. Das ist wie beim Thema Geschenk-Gutscheine für Coaching: Gut gemeint, bringt aber nichts, solange der oder die Beschenkte keinen eigenen Antrieb dazu hat.

Wenn der aber da ist, sieht das schon ganz anders aus: Dann hat das Vorhaben reelle Chancen, auch umgesetzt zu werden. Um die noch zu verbessern, hier ein paar Tipps:

  • Setzen Sie sich ein erreichbares Ziel und planen Sie die Zwischenschritte dahin.
  • Feiern Sie die Zwischen-Erfolge! Gönnen Sie sich was, auch Eigenlob!
  • Nehmen Sie sich nur etwas vor, das auch unter Ihrer Kontrolle ist. „Chef werden“ ist z.B. ein Vorsatz, der von anderen abhängt.  „Maier und Müller überzeugen, meine Beförderung zu unterstützen“ ist schon eher machbar.
  • Stellen Sie sich immer wieder vor, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. Diese Vision wird Sie beflügeln.
  • Suchen Sie sich Unterstützer – vielleicht auch einen Coach – die Ihnen Rückenwind geben.

 Übrigens, falls Ihr guter Vorsatz sich darum dreht, künftig mehr selbstbestimmte Zeit und mehr Gelassenheit zu erreichen, merken Sie sich doch mein Buch „Runterschalten“ vor! Erscheint im Februar bei Haufe!

Hilfe, habe ich einen Burnout?

Diese Frage höre ich, da ich auch Beratung zum Thema „Downshifting“ anbiete, häufig. Das Runterschalten, zu dem im März ein Buch von mir erscheint, bietet allerhand Möglichkeiten für eine selbstbestimmte Zeitgestaltung – allerdings keine für akut vom Burnout Betroffene. 

 Obwohl der Begriff „burnout“ seit Mitte der siebziger Jahre etabliert ist, hat es die Medizin  noch nicht geschafft, überhaupt zu definieren, was damit gemeint ist (siehe neue Studie  dazu).

Aber soviel ist klar: Wer berufsbedingt unter Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Selbstentfremdung und verminderter Leistungsfähigkeit leidet, braucht Hilfe von erfahrenen Therapeuten, nicht vom Coach.

 Und da beginnt für Betroffene eine zusätzliche Pein. Denn Therapieplätze für dieses für Mediziner unklare Phänomen, unter dem laut Krankenkassen ca. 9 Millionen Deutsche leiden, sind rar. Es gibt ein paar Kliniken, die sich auf Burnout-Betroffene spezialisiert haben, z.B.  das Gezeitenhaus in Bonn Bad Godesberg . In Frankfurt steht Wolfgang Merkle am Hostpital zum Heiligen Geist in dem Ruf, für diese Symptomatik Spezialist zu sein.

 Mein Rat für Sie: Vermeiden Sie diesen arbeitsbedingten Erschöpfungszustand von vornherein. Achten Sie auf Ihre work-life-balance. Dabei unterstütze ich Sie gern.

Downshifting erst recht in der Krise, meint die Haufe-Akademie

Die gefühlte Krise ist in Deutschland schlimmer als die gemessene, soviel ist klar. Aber jetzt gibt es zu einer Frage, die viele in diesem Zusammenhang bewegt, endlich auch Messbares: Die Frage lautet, „Darf man in der Krise überhaupt noch Downshiften oder an work-life-balance denken?“

Das alte Bild, dass man in Krisenzeiten „die Ärmel aufkrempeln“ müsse und  anzupacken habe, hält sich hartnäckig in den Hinterköpfen. Das kann es ja auch gern –  denn Downshiften heisst nicht Aussteigen.

Gemeinsam mit der Uni Detmold hat die Haufe Akademie 92 Führungskräfte zum Thema work-life-balance in Krisenzeiten befragt. Einige der Ergebnisse können Sie hier nachlesen.

Aber um es kurz zu machen, das Fazit lautet „jetzt erst recht“. Und darüber bin ich froh. Denn gerade, wenn  Angst den Menschen in den Knopflöchern steckt, tendieren sie dazu, ohne Nachzudenken zu  „funktionieren“  und sich selbst zu vernachlässigen. Die Folge davon ist auch messbar: Burnout und Herzkrankheiten, wie eine Langzeitstudie mit Namen „Whitehall II“ bestätigt. Also: Achten Sie auf sich, seien Sie sich selbst ein guter Coach!