Kompetenz ohne Zertifikat?

Wir brauchen Anerkennung von anderen und möchten gern alles schriftlich haben. Das gilt besonders für die Bescheinigung eigener Kompetenzen – ohne Arbeitszeugnis oder Belege für Abschlüsse und Weiterbildungen kann man sich hinten anstellen. Seltsam allerdings finde ich, dass manche Klienten auch selbst erarbeiteten Kenntnissen gegenüber skeptisch sind: „Das habe ich mir selbst beigebracht, das kann ich gar nicht richtig,“ höre ich dann oft.

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Qualitätskriterien für Coaching

Woran merke ich als Interessent/Klient, ob der Coach gut ist ?
Die Frage der Qualitätskriterien für Coaching scheint zwischen den Zeilen bei so manchem Vorgespräch durch. Es kreucht und fleucht ja so einiges auf dem Coaching-Markt,  für fast jede Nachfrage scheint es einen Coach zu geben – so z.B. welche, die beim Fahren von „Traumwagen“ coachen, oder welche, die „Burnout-Coaching“  anbieten.
Falls Sie sich noch nicht ganz im klaren sind, was für eine Sorte Coach Sie brauchen, hier ein paar Hinweise bzw. Fragen, die Ihnen bei der Auswahl helfen können:

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Beruflicher Neuanfang, aber wie?

Was er jetzt ist, wollte er eigentlich nie werden, sagt mein Klient. Seine Eltern wollten, dass er das wird. Ähnlich geht es einer Klientin, die in den Beruf „irgendwie hinein geschlittert“ ist. Sie macht das jetzt seit 12 Jahren. Es hat längst aufgehört, ihr Spaß zu machen. Sie fragt sich, ob es nicht vielen jungen Leute ähnlich geht, weil sie „einfach kein Konzept“ haben, weder von sich, noch von dem Leben, das sie führen wollen. Die Frage nach einem möglichen beruflichen Neuanfang stellt sich erst, wenn man schon längst auf einem Gleis unterwegs ist.

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Zurück zur Leichtigkeit!

„Zurück zur Leichtigkeit, darüber solltest du mal schreiben“, meinte meine Freundin, und verabschiedete sich in den Urlaub. Recht hat sie. Wie oft habe ich schon den Satz „ich sollte es einfach leichter nehmen, oder“ von meinen Klienten gehört.

Nur leider ist das ziemlich schwer, mit der Leichtigkeit. Kulturell bedingt will sie uns Deutschen einfach nicht leicht fallen. Wir haben nämlich, will man Kulturforschern wie Geert Hofstede glauben, einen ziemlich hohen Wert in dem, was er „Unsicherheitsvermeidung“ nennt: Der Grad, bis zu dem Mitglieder einer Kultur sich durch mehrdeutige oder unbekannte Situationen bedroht fühlen. Das heißt, wie sind schon kulturell bedingt so „programmiert“, dass wir „vorbauen“, uns wappnen wollen gegen das Übel in der Welt. Leicht nehmen wir’s nicht. Wir sind eine Vollkasko-Gesellschaft.

Und dann dieser Appell, dieser Allzweck-Rat, „zurück zur Leichtigkeit“! Als gäbe es eine Art Naturzustand, den man wieder bekommt, wenn man sich nur dazu entschließt. Wer das nicht hinkriegt, hadert. Mannomann, warum funktioniert das denn nicht? Ich will doch! Ich will leicht sein, will glücklich sein…

Dabei ist ja weidlich bekannt: Was man krampfhaft will, geht sowieso nicht und  „leicht“ ist es schon gar nicht. Und ob Leichtigkeit überhaupt ein Zustand ist…auch daran habe ich meine Zweifel. Natürlich ist der Wechsel. Gutes Wetter, schlechtes Wetter, dur, moll, hell, dunkel. Vielleicht hat die Schwere ja ihren Grund, bei genauerem Hinsehen. Und vielleicht kann man ja gegen diese Gründe etwas t u n, statt sich nur zu mehr „Leichtigkeit“ zu entschließen?
Leicht zu nehmender Filmtipp zum Thema.

Darf ich krank sein?

Es passiert immer wieder. Kranke Menschen gehen zur Arbeit. Irgendwas wollen sie sich und anderen beweisen. Dass ihnen das „Team“ über alles geht. Dass ohne sie nichts geht. Dass sie bereit sind, ihre Gesundheit auf dem Altar der Arbeit zu opfern und im Grippefall die lieben Kollegen anzustecken. Dass sie es sich nicht erlauben, krank zu sein.

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Meine Firma will mich los werden

Da hat sich jemand Jahre lang im Unternehmen hoch gearbeitet, hat dabei weder Überstunden noch Mehrarbeit gescheut und neue Kunden gewonnen. Nutzt alles nichts, sagt er, jetzt will das Unternehmen ihn los werden. Die Gegenseite sagt, da sei ein Mitarbeiter mit Konzentrationsschwächen, der nicht mehr so effizient arbeitet wie früher, der zum „Under-Performer“ geworden sei. Hat da einer Recht oder beide? Wer wird sich am Ende durchsetzen?

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Richtig Führen, wie geht das?

Haben Sie auch schon bemerkt, dass fast jede Volksweisheit ihre „Gegenweisheit“ hat? „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ – „Man lernt nie aus“. „Gegensätze ziehen sich an“ – „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ „Am Abend wird der Faule fleißig“ und so weiter und so fort. Es ist ein stetes „sowohl als auch“, je nach Situation. Dass sich diese Sprüche im Grunde widersprechen, stört nicht wirklich. Ähnlich ist es mit den Erwartungen, die an das „Richtige Führen“ von Mitarbeitern gestellt werden.

So sollen Führungskräfte zugleich durchsetzungs- und teamfähig sein, empathisch und charismatisch, Mitarbeiter- und Kundenorientiert, Rückgrat beweisen und sensibel sein, Biss haben und geduldig sein, unternehmerisch denken und handeln, und nach zwei Jahren auf ihre eigene Karriere achten und weiter ziehen.

Für manche, die sich nach eindeutigen Regeln sehnen, ist das ein Tanz auf dünnem Eis. In meinen Beratungen höre ich oft die Frage, „Wie soll ich eigentlich führen? Autoritär oder demokratisch oder wie?“ Es geht die Mär, dass es den einen, den richtigen Führungsstil gibt. Entweder – oder. Dabei wäre „sowohl als auch“ doch viel praxisorientierter, oder?

Mehr zu Führen und Verantwortung bei Bernd Schmid

Wohin mit dem Frust bei der Arbeit?

Überall ist der Wurm drin. Prozesse laufen nicht so, wie sie sollen, Kollegen verhalten sich ablehnend und unkooperativ, altbekannte strukturelle Probleme bleiben unverändert, obwohl doch alle wissen, wie es besser ginge. Was tun, wenn der Frust bei der Arbeit zu überwiegen scheint, und man sich morgens schon wünscht, es wäre Abend?

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Coach, Karriereberaterin, oder was…?

„Wie soll ich Sie nennen, Frau Sponagel,“ lautete die erste Frage der Journalistin. Dazu gab sie mir die Auswahl oben, und fügte nach kurzem Zögern hinzu„… oder doch lieber `Burnout-Coach‘?“ Meine Antwort, dass beide Bezeichnungen okay sind, nur die letzte nicht, kam nicht gut an. Geht gar nicht, sowas. Wir hätten das gern auf den Punkt gebracht. Eindeutig statt mehrdeutig.
Ich beginne also, zu erklären, was der Unterschied zwischen Coaching und Karriereberatung ist. Sage, dass ich beides kann. Bemerke, dass manchmal auch eine – gut abgegrenzte – Kombination von beidem hilfreich ist. Betone, dass der Begriff „Downshifting-Coach“ kaum zutrifft, weil nur ca. ein Viertel meiner Klienten dieses Anliegen mitbringt. „Aber Sie haben doch darüber zwei Bücher publiziert…?!“ Stimmt. Das Schweigen in der Leitung signalisiert: Na bitte – es bleibt beim Etikett „Downshifting-Coach“.

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Selbstmarketing mal anders

Man kann es sich bildlich vorstellen, das Lächeln, mit dem Princeton-Professor Johannes Haushofer seinen „CV of failures“ („Lebenslauf der Misserfolge“) veröffentlicht hat. Der Mann hat „es“ geschafft, ist angekommen in der Top-Riege der akademischen Welt. Da fällt es leicht, den Blick auf Misserfolge, sonst die „private parts“ eines Lebenslaufs, zu gestatten. Seine Selbstoffenbarung mit der Botschaft, „Leute, das Leben besteht auch aus Zufällen, macht Euch nichts draus, steht auf und macht weiter!“ kommt gut an. Der Mann aus Princeton, „ein Mensch wie Du und ich.“ Erfolgreiches Selbstmarketing ist, wenn die Botschaft verstanden wird und die Beliebtheit steigt.

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