Wie wichtig ist das Bewerbungsfoto?

Jede Antwort von „Ohne Foto geht gar nichts!“ bis „auf den Inhalt kommt es an“ ist denkbar. Wahrscheinlich ist jedoch eher „sehr wichtig, es sei denn, Sie bewerben sich politisch korrekt ohne Bild.“ Denn das Bewerbungsfoto stellt ohne Worte eine direkte Beziehung zum Betrachter her. Es sagt ihm etwas über Sie, den Bewerber. Man muss kein Psychologe sein, um aus einem Gesichtsausdruck Informationen ableiten zu können. Im Gegenteil, das „Lesen“ von menschlicher Mimik gehört zu unsrem täglichen Verhaltens-, und Überlebensrepertoire. Wie weit diese Interpretationen gehen, zeigt angeblich eine vor kurzem veröffentlichte Studie. Dort wird die These aufgestellt, dass kanadische Studenten aus Fotos von Gesichtern ihrer Altersgruppe ablesen können, ob sie einen „reichen“ oder „armen“ Hintergrund haben.

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Bin ich’s oder die? Rückmeldungen auf Bewerbungen bewerten

Mir sitzt ein echter Profi gegenüber – unser Gesprächspingpong verläuft versiert und entspannt, keine Unsicherheiten.
Nur, als wir auf seinen CV zu sprechen kommen, kommt er ins Stocken. Das sei der wunde Punkt, meint er. Er habe bisher nie davor zurück geschreckt, in seinem Feld unterschiedlichste Erfahrungen zu machen. Immer war seine Devise „lernen, lernen!“, und seine Beweglichkeit war auch über eineinhalb Jahrzehnte lang gefragt. Bis der Stellenabbau kam.
Nun heißt die Devise, einen neuen Job suchen und „das Beste aus dem Lebenslauf machen“ – aber wie? „Die meinen alle, ich sei ein Tausendsassa und könne alles, aber nichts richtig,“ glaubt er nach den ersten Rückmeldungen auf seine Bewerbungen.
Mal angenommen, frage ich zurück, Sie wären ein Spezialist? Wie wären dann die Rückmeldungen?
Vermutlich genau umgekehrt – „zu spezialisiert, zu wenig anpassungsfähig.“
Die eigentliche Kunst ist es, als Bewerber mit solchen Reaktionen umzugehen. Valide Informationen – so sie denn überhaupt kommen – herauszufiltern und zu unterscheiden von rezeptartigen, unverbindlichen und unbrauchbaren Antwortfloskeln.

Wenn Sie spezialisiert sind, geht es darum, für Sie eine Nische zu finden – es gibt sie, diese Nischen. Wenn Sie Generalist sind, geht es darum, für Sie eine Helikopter-Position zu finden, wo Sie die meisten Ihrer Kompetenzen einbringen können. Auch das gibt es.

Sie jedenfalls sollten mit Sicherheit und Stolz auf Ihren Lebenslauf blicken und sagen, das bin ich, das kann ich, und das ist gut so! Natürlich gehört dazu, einen CV auf die Adressaten zu zuschneidern. Aber von Allerwelts-Rückmeldungen sollten Sie sich nicht verunsichern lassen – es sind gute Zeiten für einen Jobwechsel!

Eine gute Bewerbung hinkriegen

Das Thema ist ein Dauerbrenner im Karriereberatungsgeschäft. Es gibt unendlich viele „Tipps“ im Netz darüber, auch „Bewerbungshandbücher“ und dennoch – oder gerade deshalb? – scheint unklar zu sein, wie man sie denn nun wirklich hinkriegt, die „gute Bewerbung“.

Dabei müsste man doch nur mal eben den „gesunden Menschenverstand“ einschalten: Eine gute Bewerbung ist eine, die zu einer Einladung führt, also auf „Stapel A“ landet. Ziel einer jeden Bewerbung ist es, ins Gespräch zu kommen – und nicht, wie es immer heißt, „den Job zu kriegen“.

Vielleicht stellt sich ja beim ersten Gespräch heraus, dass die Stelle oder das Umfeld oder beides sich gar nicht eignen – nicht, weil der mögliche Arbeitgeber „nein“ sagt, sondern weil der Kandidat das tut. Denn das das zweite Ziel, nachdem man sich kennen gelernt hat, lautet: Sondieren, ob Posten und Bedürfnisse des Kandidaten passen – das heißt: Die richtigen Fragen stellen.

Aber eins nach dem anderen – wie gelingt es nun, eingeladen zu werden?
Versetzen Sie als Bewerber sich doch mal eine Sekunde lang in Ihr Gegenüber. Vor Ihnen ein (virtueller) Stapel von Bewerbungen. Was tun Sie? Ihr erster Blick fällt aufs Foto. Binnen Sekunden entscheidet sich: Das ist ein sympathischer Blick, den oder die Bewerbung schau ich mir genauer an.

So einfach ist das: Sorgen Sie als erstes dafür, dass Sie ein ansprechendes Foto haben. Eins, das eine Beziehung zum Betrachter herstellt. Es muss „klick“ machen beim Anschauen. Anders als viele Ratgeber im Netz unterstütze ich hierbei nicht die Gilde der Profi-Fotografen. Wenden Sie sich an einen Freund oder eine Freundin – da haben Sie schon eine Beziehung. Wählen Sie einen neutralen Hintergrund und keine Freizeit-Klamotten – Sie wollen sympathisch und professionell rüberkommen. Bitte keinen hündischen „von-unten-nach-oben-Blick“, auch keinen übertrieben kernigen „Leader-Ausdruck“. Tipp: Sie können mit einem kleinen Handspiegel Ihren Gesichtsausdruck kontrollieren, bevor Ihr „Fotograf“ auf den Auslöser drückt.

Am wichtigsten ist also das Foto, damit der Ansprechpartner überhaupt erst mal zu lesen anfängt. Und dann ein überzeugendes Profil, das zeigt, dass der Kandidat die Bedarfslage des Arbeitgebers beantwortet. Also: Kein CV von der Halde, sondern einer, der individuell zugeschnitten und lesefreundlich ist.
Das sind sie, die Tipps für eine „gute Bewerbung“.

Welche Firma passt zu mir?

Als Beraterin freue ich mich immer, wenn ich diese Frage höre. Warum? Sie zeigt einen eigenverantwortlichen Blick auf die Jobsuche – ich bin am Zug, ich wähle aus, nicht nur die anderen.

Aber wie macht man das, die „richtige Firma“ zu finden? Zunächst sollten Sie herausarbeiten, worauf Sie bei Ihrer Beschäftigung Wert legen. Genauso wie ein Arbeitgeber Profile erstellt für seine Bewerber. Wie sollte der Arbeitsplatz aussehen? Welche harten und weichen Fakten sind wichtig für Sie? Achten Sie dabei darauf, dass Sie auch Punkte mit Verhandlungsspielraum in Ihrer Liste haben. Nicht alles läuft 100% nach Wunsch, manchmal muss man ab und zu geben.

In einem zweiten Schritt können Sie Ihr Zielgebiet nach Arbeitgebern mit diesem Profil absuchen. Das Internet hilft bei dieser Suche. Es gilt, nicht nur die jeweiligen Firmenauftritte genau zu untersuchen – für die Bewerbung etwa – sondern auch Nachrichtenportale und geschäftliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn. Hilfreich ist auch ein Blick „hinter die Kulissen“ bei Arbeitgeber-Bewertungsportalen. Hier stehen zwar oft sehr subjektive Eindrücke, aber genau darum geht es ja, wenn Sie auf der Suche sind nach einem Bauchgefühl für die passende Firma.

Mehr dazu erfahren Sie hier in einem Interview mit dem Arbeitssoziologen Norbert Huchler.

Gutes Bewerber-Coaching, wie funktioniert das?

„Der Kandidat muss überzeugend wirken.“

„Der Bewerber darf nicht ins Stottern kommen.“

„Man muss im Bewerbungsgespräch Augenkontakt halten.“

Und so weiter und so fort. Das Angebot der gut gemeinten „Ratschläge“ im Internet, auf dem Ratgebermarkt und bei Kollege Karriereberater/Coach ist schier unendlich.

Aber helfen die?

Wo ein festes Regelwerk existiert, weiß man, wie man sich verhalten soll.

Keine Regeln zu haben, verunsichert.

Aber nur nach Regeln zu handeln, kann ziemlich daneben gehen. Wenn man überzeugen will und nur einstudierte Monologe hält. Wenn man doch mal ins Stottern kommt und sich dabei immer mehr  verheddert. Wenn man dem Gegenüber so stetig ins Gesicht stiert, dass ihm dies unangenehm wird.

Gut ist, als Kandidat das Genre „Vorstellungsgespräch“ zu kennen und zu wissen, welche Standardinhalte da erwartet werden. Das heißt, beweglich mit diesen Anforderungen umgehen können, sich selbst so präsentieren, dass Sie sich dabei wohl fühlen. Und vor allem: Den Kopf noch frei zu haben für die wichtige Entscheidung, die Sie ja in diesem Kontext fällen wollen. Die richtigen Fragen stellen.

Ein guter Coach wird Sie dabei unterstützen, das Job-Interview selbst zu gestalten, ohne sich dabei „krumm“ zu machen. Schließlich ist es gut, dass Sie so sind, wie Sie sind.

Hilfe, mir fehlt die Qualifikation…

 

Mir stellt sie sich immer wieder, die Frage nach der Henne und dem Ei, wenn ich meine Klienten bei ihren Kursänderungen begleite. Oft höre ich da nämlich „kann ich mich denn darauf bewerben, so ohne Nachweis oder Schein?“

Deutschland wird oft zitiert als das Land, in dem es mehr um den Schein als ums Sein ginge – um Teilnahmescheine, um Zertifikate, um Abschlüsse. Aber das ist doch das Erste, was die Personaler sehen wollen, heißt es dann.

Dabei weiß ich das doch noch gar nicht. Kenne ich den Personaler schon, mit dem ich bei der Bewerbung zu tun haben werde? Was, nur mal angenommen, wenn es umgekehrt wäre, wenn nämlich die Eignung für einen Job an der Fähigkeit, ihn zu leisten gemessen werden würde und daran, wie diese Fähigkeit rüberkommt? Wenn Erfahrung und ihre Vermittlung zählen würde? Wenn also das Ei zuerst wäre?

Unlängst habe ich über einen unglaublich gefragten Berater, 24-jährig, gelesen. Er hat kein Abitur, er hat keinen Uniabschluss. Aber er hat schon eine erfolgreiche Gründung hinter sich und wird von führenden Unternehmen zu seinem Wissen über die neuen Medien konsultiert. Er sagt von sich selbst, „Wikipedia war meine Uni.“

Scheine braucht er nicht. Er ist self-made-Experte, und wer ihn bucht, fragt nicht nach Scheinen. Ich glaube, das ist ein Trend. Künftig wird es immer mehr darauf ankommen, Kompetenz nicht mehr auf dem Papier nachzuweisen, sondern sie abrufbar präsentieren zu können. Kann man das lernen? Ziemlich sicher kann man das, mit oder ohne Zertifikat.

Gutes Bewerbungsgespräch, trotzdem Absage – und nun?

 

Der Hürdenlauf – herausragende Bewerbung verfassen, das Bewerbungsgespräch vorbereiten und mit positiver Rückmeldung bestehen, alle wichtigen Fragen stellen – ist beendet, das Ziel erreicht. Das Treffen verlief professionell, ja, es wurde sogar hier und da gescherzt. „Sie hören von uns!“ heißt es beim Abschied. Der Kandidat ist beschwingt und malt sich aus, demnächst den neuen Arbeitsvertrag in der Tasche zu haben.

Eine Woche vergeht. Noch eine.

Am Ende der dritten Woche – noch immer hat der Kandidat nichts „gehört“ – greift er zum Hörer und erfährt, dass die Position inzwischen leider anderweitig besetzt wurde.

Rrrrrums – da ist er, der Tiefschlag. Man sitzt wie gelähmt neben dem Telefon und vor einem Scherbenhaufen von geplatzten Vorstellungen. Und jetzt?

Das Schlimme an der Prozedur ist nicht mal, dass sie für viele geeignete Bewerber so abläuft, sondern dass der Kandidat erst mal an seiner Wahrnehmung zweifelt. Ist das Gespräch doch anders gelaufen, als ich es in Erinnerung habe? Und: Bin ich jetzt weniger wert als vorher?

Die Enttäuschung ist groß und nagt. Aus der Perspektive des Coachs lässt sich dazu folgendes sagen:

  1. Dass ein Bewerbungsgespräch „gut läuft“, ist zu erwarten.  Personaler sind Profis der Gesprächsführung – sie wissen freilich auch, wie Stressinterviews funktionieren. Aber oft liegt ihnen mehr daran, einen Sympathie-Kontext zu schaffen – dann erfahren sie mehr über ihr Gegenüber, als wenn er nervös ist. Was der Kandidat dann erlebt, ist konventionelle Gesprächsführung im Genre „Job-Interview“. Es hat relativ wenig mit ihm persönlich zu tun.  Sie müssen nur mal kurz die Perspektive wechseln, um das nachzuvollziehen: Personaler führen Dutzende solcher Gespräche,  das ist ihr Job. Das „Einzigartige“ aus Sicht des Kandidaten hat für sie längst Mengenrabatt. Als Kandidat sollten Sie daraus die Konsequenz ziehen und nicht die Sympathie-Herstellung mit einer Zusage gleichsetzen.
  2. Dass sich der Bewerber auch noch selbst den Korb abholen muss, ist schlechter Stil aber leider verbreitet. Personalabteilungen frönen dem „keine-Zeit-Mythos“. Nach absolvierter Pflicht – also Bewerbungsgespräch höflich und sympathisch gestalten – ist oft Schluss mit höflich.
  3. Mit Ihrem Selbstwert hat das nichts zu tun. Es ist ein Spiel, das nicht auf Augenhöhe abläuft, da dem Bewerber entgeht, worauf es eigentlich ankommt und er dies wg. Gleichstellungsgesetz auch nicht erfährt. Die einzig richtige Konsequenz ist: Aufstehen, negative Energie abschütteln und weitermachen!

Was ist erwartbar im Bewerbungsgespräch?

Hunderte von Ratgebern gibt es zu dieser Frage, und doch höre ich sie immer wieder. Klar,  das Genre „Jobinterview“ ist thematisch vorbestimmt durch gegenseitige Erwartungen – über das Sexualleben der Stubenfliege wird man sich vermutlich nicht unterhalten, es sei denn, es ist das Fachgebiet des Kandidaten.

Dennoch, innerhalb des gemeinsamen Erwartungshorizonts gibt es immer noch viel Spielraum – nicht nur über die Inhalte, sondern auch zur Struktur des Gesprächs. Die meisten Bewerber überlassen in dieser Hinsicht dem Gastgeber oder Interviewer die Initiative: Der oder diejenige hat schließlich Erfahrung in diesen Dingen.

Gerade diese Routine birgt jedoch auch Fallstricke – manche Fehler entstehen gerade deshalb. Karl Westhoff von der Uni Dresden („Das Entscheidungsorientierte Gespräch als Eignungsinterview“) sieht auf Seiten der Personaler beispielsweise eine Vorliebe für Suggestivfragen, die die erwünschte Antwort schon mitgeben. Auch von Warum-Fragen rät der Psychologe ab, da die Antworten darauf nur Informationen über „später erdachte Erklärungen“ geben würden.

Was will uns das sagen? Auf beiden Seiten des Tisches sitzen Menschen, beide können Fehler machen. Deshalb ist es für  Kandidaten ratsam, nicht nur „gute Antworten“ parat zu haben, sondern auch mit eventuellen Fehlern des Gegenübers umgehen zu können. Zuviel verlangt für einen Bewerber, der eh schon im Stress ist? Mag sein – aber auch da gilt: Alles eine Frage der Vorbereitung. Und wer gut vorbereitet ist, hat keinen Stress.

Bewerben: Was tun, wenn nur Absagen kommen?

Selbst Personalprofis ist das schon passiert: Man schickt Bewerbung um Bewerbung raus, bekommt aber keine Antwort.  Und weil hier wie anderswo der Satz gilt „keine Antwort ist auch ne Antwort“, wird dann die Frage „woran liegt es nur?“ zu einer Hauptsorge.

Eins vorweg: Den einen, „wahren“ Grund kann es nicht geben. Und selbst wenn, würden Sie ihn nicht erfahren: Das allgemeine Gleichstellungsgesetz steht dieser Forderung im Weg – schriftlich formulierte Absagen sind vage gehalten, um zu verhindern, dass ein verschmähter Kandidat den Klageweg beschreitet.

Mögliche Gründe gibt es dagegen einige. Manche Positionen werden nur der Form halber ausgeschrieben, sind aber im Prinzip schon „intern“ besetzt.  Da Sie als Bewerber so etwas aber nicht erfahren werden, gilt immer: Lassen Sie sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen, bleiben Sie am Ball! Genauso, wenn vermutlich ein anderer Bewerber das Rennen gemacht hat: Sie wissen einfach nicht, woran das gelegen hat und sollten daraus kein düsteres Vorzeichen konstruieren.

Vielleicht ist auch gerade Flaute in Ihrer Branche. Das war noch bis vor kurzem –Stichwort Krise – verbreitet der Fall. Momentan jedoch geht es mit den meisten Personalmärkten wieder aufwärts.

Aber wenn Sie sich schon an die eigene Nase fassen wollen, fragen Sie sich: Sind meine Unterlagen wirklich adressatenorientiert geschrieben und auf die Vakanz zugeschnitten? Ist mein Profil scharf genug und überzeugend formuliert? Habe ich meine Passgenauigkeit mit den Anforderungen herausgearbeitet? Habe ich die richtige Suchstrategie?

Im Zweifel nehmen Sie sich einen Coach oder Karriereberater zur Seite, der Sie aus neutraler Sicht durch die Bewerbungsphase begleitet. Und falls Sie zwischendurch doch mal in den Seilen hängen: Gönnen Sie sich etwas, was Ihnen Spaß macht, nutzen Sie Ihre freie Zeit!

Karriereplanung: Bewerben, auch wenn das Profil nicht ganz passt?

Meinem Gegenüber steht ein Fragezeichen auf der Stirn. „So richtig passe ich nicht auf die Stellenausschreibung,“ meint er. Die mitgedachte Frage lautet: „Soll ich mich trotzdem bewerben?“

Im Reich der Personalarbeit gibt es ja viele Sagen und Legenden. Eine davon ist der „gradlinige Lebenslauf“, eine andere das sogenannte „perfect fit“, das Headhunter ihren Firmenkunden liefern sollen: Die hundertprozentige Übereinstimmung zwischen Kandidat und Stellenausschreibung. Nach meiner Erfahrung –  ich berate seit zehn Jahren – gibt es die selten oder gar nicht. Viel wahrscheinlicher ist eine Übereinstimmung von sechzig bis siebzig Prozent.

Allerdings gehen Kandidaten mit dieser Diskrepanz unterschiedlich um. Männer bewerben sich meist noch, wenn ihr Profil nur zu 50% oder auch weniger übereinstimmt, Frauen scheinen mehr Prozentpunkte fürs Bewerben zu brauchen.

Wenn also so eine erwartbare Abweichung vom Anforderungsprofil da ist, kommt es aus Bewerbersicht darauf an, klug damit umzugehen. Filtern Sie Informationen aus der Stellenanzeige: Welche Anforderungen sind obligatorisch? Welche sind verhandelbar oder durch Ihre Stärken kompensierbar?  

Wenn Sie das klar haben und im Selbstmarketing gut sind – das kann man bekanntlich üben! –  bewerben Sie sich!  Ihr Ziel ist es schließlich, erst mal ins Gespräch zu kommen – also die Gelegenheit zu einem Vorstellungsgespräch zu bekommen.