Weihnachtszeit: Privates und Beruf im Einklang?

Manche meinen, ein Coach habe sich ums Berufliche zu kümmern und sonst um nichts. Das mag bei vielen Coaches so sein, bei mir nicht. Ich will den ganzen Menschen sehen, auch seine private Seite und wie die reagiert, wenn der Klient eine berufliche Veränderung einleitet. Zieht die Familie, zieht die Beziehung mit? Oder gibt es da Widerstand, der zum Aufgabenpaket für den Klienten hinzu kommt? Privates und Beruf im Einklang, das ist besonders zur Weihnachtszeit, wenn man endlich mal wieder zum Durchatmen und Nachdenken kommt, ein Anliegen, wie ich von einer Klientin erfahre.

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Selbstfürsorge lernen… wie geht das?

Zucker ist gut, Margarine und Plastik auch, die Eltern soll man ehren und „Balkonien“ ist ein Ort der Ruhe. Das waren mehrheitsfähige Meinungen in meiner Jugend.

Zucker ist schlecht, Margarine und Plastik auch, die Eltern soll man ehren und Partybalkone soll man haben – das sind mehrheitsfähige Meinungen unsrer Gegenwart.

Wir sehen, so manches hat sich geändert – nur da, wo es um die Eltern geht… da ist alles beim Alten geblieben. Selbstfürsorge lernen… wie geht das? weiterlesen

„Change“ – aber bitte nicht beim Rollenverhalten!

Wir sind ja grad alle in Ferienlaune. Endlich mal „an nichts denken müssen“ … die „schönsten Wochen des Jahres“ stehen bevor. In eben solcher Laune stolpere ich über einen Artikel in der aktuellen Manager-Seminare, Titel: „Schöne Scheinwelt!“ Da geht es um die Behauptung vieler Unternehmen, „familienfreundliche Arbeitsplätze“ zur Verfügung zu stellen. In verblüffender Deutlichkeit weist Autor Axel Gloger nach, dass unsere deutsche Arbeitswelt genau das Gegenteil, nämlich familienfeindlich ist: Teilzeitarbeit machen zu 80% schlecht bezahlte Frauen, die Babypause ist immer ein Karriereknick… und so weiter, und so fort.
Der Artikel ist lesenswert und bestätigt vor allem eins: Deutschland ist „veränderungsresistent“ in Bezug auf die klassischen Rollenmodelle. Kein bisschen „Change“, sonst allgegenwärtiges Zauberwort im Managementsprech, wenn es um Männer und Frauen bei der Arbeit geht. Männer bevölkern die oberen Etagen. Familie und billige Arbeit ist Frauensache.
Tja. Some things never change. Schönen Urlaub!

Zeitmanagement: Mehr Zeit für mich!

Eine Frau verlässt um fünf Uhr ihren Arbeitsplatz ohne weitere Erklärungen. Was denken ihre Kollegen? – Aha, die geht nach Hause zur Familie.
Ein Mann tut das Gleiche. Was denken die Kollegen? Aha, der geht zu einem Kundenbesuch.
Das liegt, wie Erin Reid, Dozentin an der Uni Boston, herausgefunden hat, nur zum Teil daran, wie die Rollenverteilung im öffentlichen Denken verankert ist. Es liegt auch daran, dass Männer besser im Schummeln sind. Die unausgesprochenen Regeln des Karrieremachens, zu denen es gehört, „keine Zeit“ zu haben, werden von ihnen nicht in Frage gestellt, sondern mit kleinen Tricks unterlaufen.
Die „Jackett-überm-Stuhl-Strategie“ ist eine der bekannteren Varianten, mal gemütlich einen Espresso zu trinken, aber gleichzeitig irgendwie „präsent“ zu sein. Vor allem gehört zu dieser Zeitmanagementstrategie, jedem, der es hören will oder nicht, um die Ohren zu hauen, wie (beruflich!) überlastet man ist, und wie opferbereit dazu. „Alles für die Firma geben“, auch wenn man(n) zu Hause im home office – oder im Garten sitzt.
Das System des gegenseitigen zur-Schaustellens von beruflicher Nachgefragtheit haben Frauen offenbar nicht durchdrungen. Sie sind zu ehrlich, „werben“ statt dessen um Akzeptanz für familiäre Belange.
Aber es gibt, wie Frau Reid meint, einen Hoffnungsschimmer: Die Zeiten ändern sich, glaubt sie. Ihre Studie beweise, dass Menschen, die weniger arbeiten (also auch die, die nur so tun als ob) genauso geschätzt werden wie Rund-um-die-Uhr-Malocher. Und dass Firmen keine Unterwürfigkeit mehr von ihren Angestellten erwarten könnten. Warum? Weil die nicht unbedingt zu besserer Leistung führe…
Mehr dazu: NYtimes

Das tolle Angebot ausschlagen?

 

Da ist es, das Angebot, auf das man so lange gewartet hat. Der Riesen-Karrieresprung, ein Angebot, das „man nicht ausschlagen kann“ . Die Arbeitsbedingungen sind klasse, das Geld stimmt, alles prima. Nur einen Haken gibt es: Ein  Umzug wäre erforderlich. Von Süd- nach Nord, von West nach Ost oder anderswohin. Jedenfalls weg aus der gewohnten Umgebung, weg von der Familie, weg von Freunden.

Und plötzlich ist da dieses Bauchgefühl, das sagt „das will ich nicht“. Ich möchte bleiben. Ich möchte kein Jobnomade werden und meine privaten Beziehungen aufs Spiel setzen. Aber den „Traumjob“ zuhause gibt es nicht – was also tun?

Mit genau dieser Frage kam mein Klient in die Beratung . Er hatte sie schon eine Weile hin- und her bewegt, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. All die Pro-und Contra-Listen hat er gemacht, die seit Benjamin Franklin als Weg zur Entscheidung empfohlen werden, aber immer noch flüsterte ihm eine innere Stimme zu: „Ja…. aber!“

Gemeinsam ist es uns gelungen, den Teufelskreis aufzubrechen. Ein Perspektivwechsel hat das ganze innere Hin und Her aufgelöst. Die Entscheidung ist da – jetzt kann wieder gelebt werden.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Personalentscheidungen_und_Bauchgef%C3%BChl

Auf ein Neues: Frauen in Führungspositionen!

 

Nie hätte ich gedacht, dass dieses Thema  mich mein ganzes Berufsleben über begleiten würde: Frauen und ihre Gleichberechtigung am Arbeitsplatz. Spätestens seit den 80er Jahren und dem emanzipatorischen Wirbel damals dachte ich, das läuft! Niemand wird sich in ein paar Jahren mehr über weibliche Chefs wundern, und für gleiche Arbeit wird es auch das gleiche Geld geben.

Ein Irrtum, wie sich inzwischen gezeigt hat. Besonders Deutschland zeigt sich in Bezug auf Frauen in leitenden Positionen widerständig.

Warum ist das so?

Am Wochenende war ich als Leiterin eines workshops an eine Universität eingeladen. Das Thema dort war Führung. Einer der Vortragenden sagte, er habe sich auch mit dem Gender-Thema auseinander gesetzt. Widerstrebend, gab er zu. Das sei eigentlich nicht sein Thema, meinte er und man sah es seinem Essig-Gesicht an.  Nachdem er sich nun eingearbeitet habe in die Studien zu dieser Frage, hege er den Verdacht, dass es unter anderem an der Motivation der Frauen hapere.

Natürlich erntete er hier einen Sturm der Entrüstung. Aber vielleicht hat er ja Recht, dachte ich mir. Angesichts der verschwindenden Menge von Frauen, die in Deutschland in Gegenwart ihres Partners Auto fahren und von Männern, die das Klo putzen – angesichts des „traditionellen Rollenverständnisses“ hierzulande also – haben Frauen vielleicht wirklich keine Lust zum Führen.

Mehr dazu:

http://www.boell.de/de/2013/09/24/maennliche-monokultur-ohne-quote-keine-teilhabe-von-frauen-topetagen

 DIW-Managerinnen Barometer

Arbeiten nach der Familienpause: Informationsquellen

 

Wenn Sie diese Überschrift lesen, woran denken Sie da? An Väter, die zurück kehren in ihren Job? Sicher nicht.

Richtig gedacht:  Darum geht es auch nicht. Vielmehr zielt die vom Bundesfamilienministerium, der Arbeitsagentur und dem Europäischen Sozialfonds geschaltete Seite auf den „Normalfall“ hierzulande: Frauen, die nach mehrjähriger Familienphase wieder zurück in den Job wollen.

Nach der Mütterrente nun also eine interaktive Seite, die den Wiedereinstieg der Mütter unterstützen soll. Keine schlechte Idee an sich, denn unserer Wirtschaft gehen durch ausscheidende Mütter hochqualifizierte Fachkräfte abhanden. Allerdings könnten diese Fachkräfte etwas anderes gebrauchen als anklickbare „Erfolgsgeschichten“ und „Motivation“, deren Botschaft ist, „wo ein Wille ist,….“

Nämlich Strukturen, die den sich verweigernden Firmen auf die Finger hauen.  www.perspektive-wiedereinstieg.de

Unter Feinden – wenn das Arbeitsklima unfreundlich wird

Es ist ein alter Hut, dass Menschen hoffen, an ihrer Arbeitsstelle ein gutes Klima anzutreffen. Mehr noch, viele haben – bewusst oder unbewusst – Erwartungen von freundschaftlichem, ja familiärem Umgang. Als wenn in der Familie alles eitel Sonnenschein wäre…

Zumindest „fair“ sollte der Umgang sein: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andren zu…

Leider entspricht diese Erwartung selten der Wirklichkeit – auch wenn der Begriff „Mobbing“ manchmal verfehlt ist.  Kollegen und Vorgesetzte sind keine Freunde, geschweige denn Familienmitglieder, auch wenn die Firma das symbolisch heraufbeschwört. Sie zeigen mitunter Verhaltensweisen, die mehr als unfair sind und die den Betroffenen „auf dem falschen Fuß“ erwischen: Verblüfft – wehrlos – ausgeliefert.

Aber etwas Gutes hat es: Verwandte wird man ja nicht mehr los, Kollegen schon. Man muss sich nur zu wehren wissen.

 Mehr dazu.

Perspektiven für deutsche Jungwissenschaftler: mangelhaft

 

Trotz wiederholter Lippenbekenntnisse der Politik, in die Bildung investieren zu wollen, ist es ein Armutszeugnis, was an vielen deutschen Universitäten passiert.

Hat man es erst mal geschafft, sich durch das verschulte Bologna-System zum Abschluss zu wurschteln, und ist trotzdem ein kleines Flämmchen für wissenschaftliches Arbeiten entzündet, fängt der Ärger an:

Prekäres Arbeiten in Zeitverträgen, Jungwissenschaftler, die nomadenhaft von Uni zu Uni ziehen und weder Garantien noch Zeit für ein Familienleben haben.

Eine ausgerechnet vom Ministerium für Bildung in Auftrag gegebene Studie zeigt das überdeutlich. Interessant und auf der anderen Seite traurig, wie hier Jungforscher-Typen unterschieden werden:

„Kulturkritische“, „Dynamiker“, „Entschleuniger“, „Hoffnungsvolle“, „Fatalisten“…

Mehr dazu hier.