Weihnachtszeit: Privates und Beruf im Einklang?

Manche meinen, ein Coach habe sich ums Berufliche zu kümmern und sonst um nichts. Das mag bei vielen Coaches so sein, bei mir nicht. Ich will den ganzen Menschen sehen, auch seine private Seite und wie die reagiert, wenn der Klient eine berufliche Veränderung einleitet. Zieht die Familie, zieht die Beziehung mit? Oder gibt es da Widerstand, der zum Aufgabenpaket für den Klienten hinzu kommt? Privates und Beruf im Einklang, das ist besonders zur Weihnachtszeit, wenn man endlich mal wieder zum Durchatmen und Nachdenken kommt, ein Anliegen, wie ich von einer Klientin erfahre.

Weihnachtszeit: Privates und Beruf im Einklang? weiterlesen

Das tolle Angebot ausschlagen?

 

Da ist es, das Angebot, auf das man so lange gewartet hat. Der Riesen-Karrieresprung, ein Angebot, das „man nicht ausschlagen kann“ . Die Arbeitsbedingungen sind klasse, das Geld stimmt, alles prima. Nur einen Haken gibt es: Ein  Umzug wäre erforderlich. Von Süd- nach Nord, von West nach Ost oder anderswohin. Jedenfalls weg aus der gewohnten Umgebung, weg von der Familie, weg von Freunden.

Und plötzlich ist da dieses Bauchgefühl, das sagt „das will ich nicht“. Ich möchte bleiben. Ich möchte kein Jobnomade werden und meine privaten Beziehungen aufs Spiel setzen. Aber den „Traumjob“ zuhause gibt es nicht – was also tun?

Mit genau dieser Frage kam mein Klient in die Beratung . Er hatte sie schon eine Weile hin- und her bewegt, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. All die Pro-und Contra-Listen hat er gemacht, die seit Benjamin Franklin als Weg zur Entscheidung empfohlen werden, aber immer noch flüsterte ihm eine innere Stimme zu: „Ja…. aber!“

Gemeinsam ist es uns gelungen, den Teufelskreis aufzubrechen. Ein Perspektivwechsel hat das ganze innere Hin und Her aufgelöst. Die Entscheidung ist da – jetzt kann wieder gelebt werden.

http://www.pflegewiki.de/wiki/Personalentscheidungen_und_Bauchgef%C3%BChl

Auf ein Neues: Frauen in Führungspositionen!

 

Nie hätte ich gedacht, dass dieses Thema  mich mein ganzes Berufsleben über begleiten würde: Frauen und ihre Gleichberechtigung am Arbeitsplatz. Spätestens seit den 80er Jahren und dem emanzipatorischen Wirbel damals dachte ich, das läuft! Niemand wird sich in ein paar Jahren mehr über weibliche Chefs wundern, und für gleiche Arbeit wird es auch das gleiche Geld geben.

Ein Irrtum, wie sich inzwischen gezeigt hat. Besonders Deutschland zeigt sich in Bezug auf Frauen in leitenden Positionen widerständig.

Warum ist das so?

Am Wochenende war ich als Leiterin eines workshops an eine Universität eingeladen. Das Thema dort war Führung. Einer der Vortragenden sagte, er habe sich auch mit dem Gender-Thema auseinander gesetzt. Widerstrebend, gab er zu. Das sei eigentlich nicht sein Thema, meinte er und man sah es seinem Essig-Gesicht an.  Nachdem er sich nun eingearbeitet habe in die Studien zu dieser Frage, hege er den Verdacht, dass es unter anderem an der Motivation der Frauen hapere.

Natürlich erntete er hier einen Sturm der Entrüstung. Aber vielleicht hat er ja Recht, dachte ich mir. Angesichts der verschwindenden Menge von Frauen, die in Deutschland in Gegenwart ihres Partners Auto fahren und von Männern, die das Klo putzen – angesichts des „traditionellen Rollenverständnisses“ hierzulande also – haben Frauen vielleicht wirklich keine Lust zum Führen.

Mehr dazu:

http://www.boell.de/de/2013/09/24/maennliche-monokultur-ohne-quote-keine-teilhabe-von-frauen-topetagen

 DIW-Managerinnen Barometer

Ist die Firma meine Familie?

 

Es gibt so vieles, was es eigentlich nicht geben sollte – missverstandene Rollen in Unternehmen gehören dazu. Allerdings sind Firmen nicht ganz unbeteiligt an diesem Missverständnis – oftmals wird der „familiäre Gedanke“ von der internen Kommunikation geradezu befeuert nach dem Motto „we care for you.“

Für Menschen mit schwierigem familiärem Hintergrund ist das freilich eine Einladung, den Chef als Vater oder die Vorgesetzte als Mutter misszuverstehen. Und ja, es passiert, obwohl es hier um Erwachsene geht.

Daraus ergeben sich verhängnisvolle Komplikationen – Führungskräfte sind plötzlich innerlich auf die Größe eines Fünfjährigen geschrumpft, der nur noch eins will: Geliebt und anerkannt zu werden. Ergebnis: „Ich kann mich nicht wehren“.

Da heißt es rauskommen aus den Kinderpuschen und merken, dass man als Erwachsener ganz andere Register ziehen kann. Einfach ist das nicht, der Weg führt raus aus der Komfort-Zone. Aber es funktioniert.

Geschickte Männer

 

Die Weihnachtszeit naht und mit ihr eine Welle des Gutmeinens. Der Krawatten und Manschettenknöpfe sind genug verschenkt, man hat auch eigentlich alles, aber irgendetwas fehlt doch: Zeit, Hingabe, Konsens, Sinn?

So oder ähnlich müssen die Gedanken der Ehefrauen lauten, die dieser Tage bei mir anrufen, um für ihre nichtsahnenden Männer nach einem Geschenkgutschein für ein Coaching zu fragen. Dahinter steckt ein Veränderungswunsch – der Ehefrau, nicht unbedingt des Ehemannes. In neunundneunzig Prozent der Fälle höre ich von jenen geschickten Männern nämlich nichts.

Drum, liebe besorgte Ehefrauen, denkt doch bei aller guter Absicht noch mal über Euer Vorgehen nach: Wäre es nicht geschickter, den Männern die Initiative zu überlassen, nämlich dann, wenn sie selbst einen Änderungswunsch verspüren? Dann ist ein Coaching auch erfolgversprechend. Bei geschickten Männern leider nicht.

Gemeinsam einsam: Fernbeziehungen für den Job

„Die Zeit hier geht mit Arbeit drauf“, sagt mein Klient. Unter der Woche sei ohnehin niemand da, der auf ihn warte: „Meine Frau arbeitet in Brüssel – wenn wir Glück haben, sehen wir uns zweimal im Monat. Schon seit sechs Jahren geht das so…“

Anfangs, meint er, habe das noch etwas reizvolles, nomadenhaft-romantisches gehabt: Man hob sich ab von der Tristesse der Häuslebauer, jedes Treffen war ein Date, man sehnte sich, freute sich, weinte beim Abschied.

Eine einzige Gefühls-Berg-und-Talfahrt, wieder und wieder, dazu der anspruchsvolle Job, das Reisen, die doppelte Haushaltsführung – inzwischen sei das nur noch anstrengend.

„Beide sind wir wochentags zu Einzelkämpfern geworden, unsere Freunde kommen zu kurz und haben inzwischen auch keine Zeit mehr…“

Ob dieser Job das wirklich wert sei, fragt sich mein Klient. Ich glaube, die Antwort kennt er schon….