Ich habe zuviel Arbeit – Überstunden in Deutschland

 

Dafür bekommst Du ein Fleißkärtchen, sagte mal jemand zu mir. Es sollte eine Anerkennung sein. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, was das ist, ein Fleißkärtchen.

Die Mehrheit der Deutschen aber scheint es zu wissen. Seit Jahren und jetzt wieder geistert die Nachricht durch den Blätter-, und Medienwald, die Deutschen seien „Meister der Überstunden“ im europäischen Vergleich.

Das Besondere daran: Das Gros der Überstunden wird dem Arbeitgeber hierzulande geschenkt, sie sind unbezahlt. Nun ist auch diese Nachricht nicht gerade neu.  Aber das Wissen, dass der alte psychologische Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr existiert, braucht wohl lang, um einzusickern. Im Klartext: Die ganze Plackerei nutzt nichts, wenn der Arbeitgeber Stellen abbauen will – dann ist es egal, wie viele Fleißkärtchen Sie haben.

 http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-09/ueberstunden-deutschland

Ich bin dann mal weg, auf Dienstreise

 

Der moderne Berufstätige ist beweglich – nicht nur insofern, als er gern für den Arbeitgeber umzieht. Nein, die Beweglichkeit ist auch Teil des Arbeitens – „von Montag  bis Donnerstag bin ich beim Kunden“, heißt es beispielsweise für Berater, die die Züge und Flugzeuge bevölkern.

Für genau diese Jobnomaden stellt die Böckler-Stiftung jetzt ein PDF zur Verfügung, das umfangreich über Reise-und Arbeitszeiten und den Umgang mit Reisekosten informiert.

http://www.boeckler.de/pdf/mbf_bvd_dienstreisen.pdf

Weihnachten und so.

 

Es ist mal wieder so weit. Uns klingeln die Ohren vor lauter gut gemeinten Wünschen. In allen Varianten hört man sie: Politisch korrekt „Frohe Festtage“, überschwänglich „Du, und echt schööööne Weihnachten wünsch ich Dir,“ unbeholfen „also, dann mach’s mal gut an Weihnachten und so.“

Schon merkwürdig, dass dabei nicht, dem allgemeinen Sprachtrend folgend, nach Kräften abgekürzt wird. Redet doch jeder, als wären so fünf Sekunden Lebenszeit zu gewinnen, nur noch von „Infos“, „GroKo“ (in Hessen früher „RoKo“), „aeM“, LG, usw.

Also „FroFe und GuRu“?

Nee, soviel Zeit muss sein:

Ihnen, meine lieben Leser und Klienten, Frohe Weihnachten,  einen Guten Rutsch ins Neue Jahr und die besten Perspektiven für 2014!

Das wünscht Ihnen Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel

Gute Wünsche an alle

Es ist wieder Hochzeit fürs Wünschen. Alle im Bekanntenkreis müssen mit guten Wünschen bedacht werden, als wenn die Welt enden würde. Ach ja, der Weltuntergang: Der ist ja, so sagt das neuzeitliche Orakel (Internet), am Freitag. Was haben Sie da so vor? Ich werde mich mit englischen Crisps, meinem Mann und einem Bier vor die Glotze setzen und „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ von DVD gucken, da kommen ja dann die Vogons und retten einen.

Falls Sie ein tiefergehendes Interesse an diesem Ereignis haben, empfehle ich Ihnen, mal im Fachbereich Soziologie der Uni Koblenz vorbei zu schauen, da finden Sie unter anderem diesen beeindruckenden Satz:

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsprojektes wird untersucht, wie in diesem Amalgam eine Chance entsteht, die Aufmerksamkeit einer allgemeinen Öffentlichkeit auf periphere Wissensgebiete zu lenken, indem etwa die Theorien der „morphogenetischen Felder“ (Rupert Sheldrake), der „instrumentellen Transkommunikation“ (Ernst Senkowski) oder der bio-physischen Bedeutung elektromagnetischer Felder (Dieter Broers) in ihrem innovativen Potential ausgelotet und gegebenenfalls als Wissenskulturen allgemein anerkannt werden.

Alles klar?

Ich wünsche Ihnen, daß Sie die Wunschtirade gut überstehen und Ihre Vorsätze im neuen Jahr umsetzen können – mit oder ohne „morphogenetischen“ Schnickschnack.

Darf es wahr sein? Ingenieure zu Dumping-Preisen

Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich manchmal die Augen reiben, weil Sie Dinge sehen, die Sie nicht glauben wollen?

Das Gefühl „das darf doch nicht wahr sein“ haben viele meiner Klienten. Als Coach habe die Wahl, mich ganz auf einen neutralen Standpunkt zurück zu ziehen oder mich auch gelegentlich „einzubringen“. Gar nicht so selten entscheide ich mich für letzteres.

Was viele meiner Klienten in letzter Zeit mit einer Mischung aus Verwunderung, Ungläubigkeit und Zorn ansprechen, ist das Funktionsprinzip der globalisierten Wirtschaft,  Kosten und Lasten möglichst auf die „kleinen Leute“ zu verteilen. 

Beispiele dafür gibt es viele, jeder kennt sie. Aber es sind zwei paar Schuh, ob  ich mich über versandete Steuer-Milliarden ärgere, oder ob ich an Einzelschicksalen sehe, wie im Namen des „Strukturwandels“ Menschen ins Aus geschickt werden, die einen hochqualifizierten Beitrag leisten könnten.

So beobachte ich seit langem, dass der Markt für Ingenieure und Techniker immer mehr erodiert und in die Hände von Zeitarbeitsfirmen gelangt, mit allen für diese Branche offenkundigen „Vorteilen“: Geringer Lohn, befristete Verträge, „Standort-Flexibilität“, unbezahlte Wartezeiten, etc. Als Argument dafür wird gern der so genannte „Fachkräftemangel“ zitiert. Mehr dazu hier.

Darf das wahr sein, im Land des viel gepriesenen „German Engineering?“

Für antibakterielle Lebensführung: Tipps von Juliane Vieregge

Wie sollen wir leben? Wer gibt uns Führung, nachdem die klassischen Anbieter auf diesem Markt (Kirche, Philosophen, Psychologen, Meteorologen) auch so oft überfragt sind?

Gut, dass wir mit diesem Anliegen nicht ganz allein gelassen werden: Juliane Vieregge hat ein Plädoyer für die Leidenschaft geschrieben.

Nun kenne ich das Buch nicht, nur die Ankündigung des Verlags, aber die gefällt mir so gut, dass ich sie hier weitergebe, zu Ihrer Erheiterung:

 Wer sich vor eventueller Leidenschaft schützen will, erhält von Juliane Vieregge verlässlichen Expertenrat: 

1.       Machen Sie sich klein und unbedeutend.

2.       Verwenden Sie nur weiße Gewürze.

3.       Essen Sie Tofu.

4.       Blättern Sie während des Beischlafes in einer Formelsammlung.

5.       Hören Sie Zwölftonmusik.

6.       Fragen Sie sich grundsätzlich zuerst, was Kant tun würde.

7.       Relativieren Sie alles.

8.       Denken Sie bei Sonne an das Ozonloch.

9.       Bedenken Sie, dass jeder Kuss ein hohes bakterielles Risiko birgt.

10.   Schließen Sie die Augen und denken Sie an Ihre letzte Darmspiegelung.

11.   Verachten Sie rote Fingernägel, Rockkonzerte und schnelle Autos.

12.   Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Lurch. 

Mit besten Wünschen für Ihr Leben als Lurch und gelegentlichem Schalk im Nacken,

Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel

Frühlingsgefühle

Die Vöglein zwitschern, die Knospen sprießen,  der Frühling ist da! 

Wer jetzt nicht drauf kommt, dass es außer Bilanzen, Präsentationen und Projekten noch andere (lebens-)wichtige  Inhalte gibt, dem sei mit diesem Klassiker von Eartha Kitt als Zaunpfahl gewunken:

Birds do it

Bees do it

Even educated fleas do it

Let’s do it

Let’s fall in love

 

In Spain, the best upper sets do it

Lithuanians and Letts do it

Let’s do it

Let’s fall in love

 

The Dutch in ol Amsterdam do it

No to mention the Finns

Folks in Siam do it

Think of Siamese twins

Some Argentines, without means, do it

People say in Boston, even beans do it

Let’s do it

Let’s fall in love

 […]

 

Mit besten Wünschen für Ihre Frühlingsgefühle,  Ihr Frankfurter Coach Wiebke Sponagel

Mein Beruf ist nur noch Fassade

 

Alle Berufe heutzutage fordern ein hohes Maß an Professionalität. Manche aber „verkörpern“ diese Professionalität geradezu durch ihr Erscheinungsbild und durch hochstilisierte Verhaltensweisen – beispielsweise Juristen, Ärzte und Bankangestellte. Den Berufseinsteigern macht es noch Spaß, in ihre Berufskluft zu steigen, den entsprechenden Habitus zu imitieren und dazu zu gehören.

Aber mit den Jahren stellt sich oft ein Gefühl der Ernüchterung oder gar Entfremdung ein.  Die „Uniform“ wird als Fassade empfunden, in der kaum Platz ist für individuelles Dasein. Einer meiner Klienten sprach von dem Fluch des „Funktioniern-Müssens“, aus dem er lieber heut als morgen rauskäme.

Neulich fiel mir bei einer Fahrt durch Frankfurt auf, wie viele unserer Bürohäuser gerade ohne Fassade und „gestrippt“ dastehen. In der Platenstraße steht z.B. eines, ein anderes an der Taunusanlage, gegenüber von „Soll“ und „Haben“. Kein Zweifel, da entsteht Neues mit altem Kern. Ein neue Verkleidung kommt dran, energieeffizienter und schöner als vorher.

So eine Fassade hat ja auch einen Nutzen: Sie schützt das Innere und lässt nicht alles gleich durch. Und wie man an unseren Bürotürmen sieht,  ist sie auch veränderbar…

Auf der Suche nach… dem Bauchgefühl

 

Als ich meinen Klienten kennen lernte, war er sichtbar zur Gelassenheit entschlossen. Sein Lachen war einen Tick zu laut, seine Körperhaltung etwas zu locker, sein Blick eher antrainiert gerade. Er sei eigentlich, sagte er, total entspannt, was seine berufliche Situation beträfe. Mit Mitte fünfzig hatte er eine verantwortungsvolle Position in einer Bank. Nur eins fehle ihm: Die Perspektive. Sollte das jetzt bis zur Pensionierung so weiter gehen oder sollte er noch mal “ranklotzen“ und sich eine neue Herausforderung suchen? Zurück in das Vielflieger-Leben, das er früher so gern geführt hatte? Um genau zu sein, meinte er, habe er nämlich etwas ganz wichtiges verloren: Sein Bauchgefühl.

Früher habe er eine innere Kompassnadel gehabt, die ihn immer zur richtigen Zeit an den richtigen Ort brachte. Aber jetzt? Es gebe ja viele interessante Stellenanzeigen momentan, aber irgendwie wisse er im Moment nicht recht, was oben und was unten ist.

Irgendwann in seinem anspruchsvollen Berufsleben hatte sich seine Intuition unbemerkt verabschiedet.  Wir kann man so was wieder finden? Gibt es da einen Erfahrungswert, a la recherche du Bauchgefühl? Kann man so was Unterbewusstes überhaupt bewusst ansteuern?

Ein Zeitschritt nach vorn. Kürzlich hatten wir unsere Abschluss-Sitzung. Das Coaching, meinte er, habe ihm viel gegeben, am besten: Sein Bauchgefühl sei wieder da. Es habe sich ja schon so eine Tendenz in unseren Sitzungen ausgeprägt, aber nun sei er sicher. Erstaunt hörte ich von einem unglaublich realistischen Traum, den er sich notiert hatte. Da ging es um unterschiedliche Wege in einen hellen, lichten Raum und um einen Beraterkoffer, der darauf wartete, mitgenommen zu werden.  Jetzt kenne er seinen Weg, sagte er mit einem echt entspannten Lächeln. Vielflieger-Dasein? Das hatte er ja zur Genüge.

Einladung zum virtuellen Osterspaziergang

Haben Sie Zeit, jetzt an Ostern auch virtuell ein bisschen spazieren zu gehen? Ganz zweckfrei, und ohne Selbstcoaching-Absicht? Dann habe ich hier ein paar vergnügliche Vorschläge für Sie. Zum Beispiel können Sie sich an diesem boshaften Artikel erfreuen, schauen Sie mal hier:

Ein wunderbarer Verriss über Hubertus Meyer-Burckhardts Buch „Die Kündigung“, kurzweilig und unterhaltsam zu lesen, die Autorin macht ihrem Namen alle Ehre (Tina Groll). Fast ist man geneigt, dem sympathischen Medienmacher Mitleid entgegenzubringen. Aber nur fast.

 Und wer sagt, dass es nur in England verschrobene Exzentriker gibt? Ich habe hier einen gefunden, den Berliner Törtchen-Graf. Da möchte man doch rufen, her mit den Törtchen, oder?

Und nochwas,  apropos England. Das große Ereignis steht bevor, und Sie sind noch nicht ausgerüstet? Hier finden Sie, was Sie unbedingt zum Überleben am 29.4. brauchen.

Eine frohe Osterzeit wünscht Ihnen Wiebke Sponagel.