Karriere in der Sackgasse?

 

Mein Klient atmet tief durch. Eigentlich, sagt er, hat er seinen Traumjob. Er macht ihn gern, hat nette Kollegen und einen Vorgesetzten, der ihm viel Spielraum gibt. Nur: Er macht den Job schon zu lang. Alle Vorgänge sind Routine, es fehlt an Abwechslung, nur 30 Prozent von dem, was er kann, wird abgerufen. Seine Kreativität bleibt auf der Strecke. Und was am schlimmsten ist: Die Spitze der Fahnenstange ist erreicht – jedenfalls in diesem Unternehmen. Weiter geht es nicht, eine neue Herausforderung fehlt. Mein Klient sagt, in diesem Unternehmen kann er alt und grau werden – aber will er das?

Was also tun?

So einfach, wie die Antwort aussieht –  einen neuen Job suchen –  ist das nicht. Mein Klient ist hin- und hergerissen zwischen dem, was ihm lieb und teuer geworden ist und dem Ungewissen, was ihn erwartet. Einerseits möchte er nicht auf die momentanen Annehmlichkeiten verzichten, andererseits aber auch nicht mit 65 sagen müssen, er habe 20 Jahre in einer beruflichen Sackgasse gesteckt.

Erschwerend kommt seine Definition vom „Traumjob“ hinzu:  Jahrelang hat er nach dem, was er jetzt tut, gestrebt und nur das als Ziel gehabt. Jenseits davon gab es – nichts.  Woher soll nun plötzlich die neue Vision, das neue Ziel kommen?

Plötzlich wird sie nicht kommen, die neue Zielsetzung. Sie kann reifen wie ein guter Wein und darf sorgsam entwickelt werden. Aber wenn sie dann da ist, ist die Zeit reif. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.