Coachingthema „Wie finde ich Sinn in meinem Leben?“

Mein Klient ist knapp dreissig, und mit sieben Jahren Berufserfahrung in einer Seniorposition angekommen. Er sagt, er hat eigentlich alles. Eigentlich. Was ihm fehlt, ist der Sinn im Leben. Der Job erfüllt ihn nicht, obwohl es sein Traumjob ist. Was er jetzt ist, wollte er immer sein. Er hat manchmal das Gefühl, neben sich zu stehen und sich selbst zu beobachten. Dann fragt er sich: Wozu machst Du das eigentlich?

Eine Generation zuvor erwischte die sogenannte Sinnkrise uns frühestens um die vierzig. Jetzt ist sie eine Dekade früher da. Sie ereilt Menschen, die ihre Ausbildungszeit im Turbotempo absolviert haben. Äußeren Anforderungen haben sie immer schon in höchstem Masse entsprochen. Sie sind  der Stolz ihrer Patchworkfamilien. Sie sind überall schon mal gewesen, sprechen mehrere Sprachen, ohne elektronische Helferlein fühlen sie sich verloren. Was man will, erarbeitet man sich oder kauft man. Nur mit dem Sinn geht das scheinbar nicht.

Mein Klient ahnt, dass Sinn „etwas ganz Individuelles“ ist.  Genau da lauert die Schwierigkeit: Er sagt, er hat die Fühlung zu sich verloren. Wer er selbst ist, weiss er eigentlich nicht. Jetzt will er sich Zeit dafür nehmen, das herauszufinden.

Mit diesem Anliegen ist mein Klient nicht allein. Die Sinnfrage ist ein Produkt unserer standardisierten Arbeitswelt.  Als Coach und Begleiter so mancher Sinnsucher  bin ich – ob ich will oder nicht – Teil  des sogenannten Sinnmarktes geworden, dem eine blühende Zukunft prognostiziert wird. Sinnsuche als Massenbeschäftigung, Sinn im Duzend billiger. Ob das sinnvoll ist?

Mehr zu Thema Sinnmärkte:  

http://www.zukunftsinstitut.de/downloads/rez_sinnmaerkte_wuv0209.pdf

 http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/0,2828,627674,00.html

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