Bewerbung ohne Antwort – Durchhalten!

Die Irritation ist meinem Klienten anzumerken: Er hat sich aus einer leitenden Position ein paar Mal beworben, und darauf bisher keine Antwort bekommen. Da ist es auch kein Trost, dass das Bewerben ohne Antwort häufig vorkommt.
Wann sollte er da nachfragen oder vielleicht lieber gar nicht?
Sind die überlastet oder einfach nur unhöflich?
Wissen die eigentlich, wie viel Zeit und Mühen es kostet, eine richtig gute Bewerbung zu machen?

All diese Fragen stehen im Raum, und mit ihnen auch ein wenig eine Kränkung des Selbstwertgefühls. Da hilft es nichts, zu sagen, nein, mit Ihnen persönlich hat das nichts zu tun. Und weil für die Unternehmensseite leider oft der Satz gilt „keine Antwort ist auch ne Antwort“, wird dann die Frage „woran liegt es nur?“ zur Hauptsorge.

Dabei kann es den einen, den „wahren“ Grund dafür ja nicht geben. Denn selbst wenn, würde der betroffene Bewerber ihn nicht erfahren: Das allgemeine Gleichstellungsgesetz steht dieser Forderung im Weg – schriftlich formulierte Absagen sind vage gehalten, um zu verhindern, dass ein verschmähter Kandidat den Klageweg beschreitet.

Mögliche Gründe gibt es dagegen viele. Manche Positionen werden nur der Form halber ausgeschrieben, sind aber im Prinzip schon „intern“ besetzt. Da Sie als Bewerber so etwas aber nicht erfahren werden, gilt immer: Lassen Sie sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen, bleiben Sie am Ball! Und scheuen Sie sich nicht, mal nach angemessener Zeit telefonisch nachzuhaken. Es sind schließlich die Proaktiven, die gesucht werden. Alles in allem gilt beim Bewerben: Ausdauer ist der höchste Trumpf, und ausbleibendes Echo nicht persönlich nehmen.

Mehr dazu bei stern.de und robert half.